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DVD-Besprechung - White Noise - Schreie aus dem Jenseits
Story:
Seitdem seine Frau Anna (Chandra West) bei einem tragischen Unfall ums Leben kam, ist Jonathan Rivers (Michael Keaton) von dem Gedanken besessen, mit ihr eine Verbindung herzustellen. Dem EVP'ler Raymond Price (Ian McNeice) gelang dies bereits und nun lässt Jonathan nichts unversucht, selbst eine Botschaft von ihr aus dem Totenreich zu erhalten und mittels EVP Kontakt mit ihr herzustellen. Allerdings gibt es nicht nur wohlgesonnene Kreaturen im Jenseits und schon bald scheint es, als würden diese bösen Geister ihrerseits alles daran setzen, den Kontakt zwischen den beiden Welten zu durchbrechen.
Meinung zum Film:
"White Noise" ist in der Übermittlungstechnik ein Begriff für Rauschen, das unter anderem bei fehlendem Signal entsteht. Die EVP-Forschungen behaupten, dass sie über dieses Rauschen Kontakt mit Verstorbenen aufnehmen können. EVP steht für "Electronic Voice Phenomena" was zu deutsch "elektronisches Stimmen-Phänomen" bedeutet. Und diese Bezeichnung ist sicherlich gerechtfertigt, denn ein Phänomen sind die Ergebnisse verschiedener Sitzungen allemal. Regisseur und TV-Veteran Geoffrey Sax und Drehbuchautor Niall Johnson ("Der große Partnertausch") hatten durch diese Thematik auf jeden Fall eine gesunde Basis für einen abendfüllenden Spielfilm. Einzig die Frage, in welche Richtung das ganze gehen sollte, war offen.
Das Ergebnis zeigt eindeutig, dass die wissenschaftlichen Erklärungen und der Einsatz von Technologien nur am Rande erwähnt und teilweise etwas absurd geführt wurden. Wenn z.B. Jonathans Handy klingelt, der Name seiner Frau angezeigt wird, obwohl er selbst ihr Handy in der anderen Hand hält, hat das nichts mehr mit EVP, sondern einfach nur mit dummen Einfällen der Macher zu tun. In manchen Momenten wird der ernste Aspekt des Themas leider für den billigen Effekt beiseite gelegt, was dem Rahmen des Ganzen nicht gerade zu gute kommt. Wenn man schon das Thema EVP in einem Film verarbeitet, sollte auf billigen Hokus Pokus besser verzichtet werden, denn auch ohne diesen Albernheiten gibt es ausreichend Material zu verarbeiten.
Wenn es also schon nicht mit dem Hintergrund reicht, sollte zumindest eine spannende Geschichte zu erleben sein. Und genau hier hat der Film dann auch seine starken Momente. Es gibt einige Sequenzen, die dem Zuschauer die Nackenhaare zu Berge stehen lassen und durchaus Alptraumpotential haben. Allerdings wird immer wieder versucht, von der Mystik-Thriller-Schiene wegzukommen und dem ganzen ein wenig mehr Tiefe zu geben. Und hier scheitert "White Noise" dann wieder vollends. Die Charaktere bleiben weitestgehend ohne Profil und im Grunde ist es einem egal, wie es mit ihnen weitergeht. Selbst Hauptdarsteller Michael Keaton ("Batman") kann trotz großer Bemühungen nicht gegen das eher flache Drehbuch ankommen. Es wurde wahrscheinlich versucht, eine Film der Marke "Sixth Sense" zu schaffen. Doch dies ist nicht einmal ansatzweise gelungen. Vor allem bei dem dämlichen Finale fragt man sich, ob man den Streifen hätte dümmer enden lassen können. Die Antwort darauf lautet: Viel dümmer und flacher wäre es garantiert nicht gegangen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut gelungen und bietet keinen Anlass zu Klage. Gleiches gilt für den deutschen Ton in Dolby Digital 5.1, der vor allem in den spannungsgeladenen Momenten durch seinen sehr gut eingesetzten Surround-Sound für zusätzliche Gänsehaut sorgt.
Als Extras gibt es einen Audiokommentar mit Regisseur Geoffrey Sax und Hauptdarsteller Michael Keaton, in dem der Drehleiter auch einiges seiner Faszination zu dem Thema EVP loswerden kann. Es folgen 5 unveröffentlichte/verlängerte Szenen, die auf Wunsch mit einem Kommentar des Regisseurs betrachtet werden können. Wer selbst einmal versuchen möchte, in Kontakt mit den Toten zu treten, erhält in dem Beitrag "Zu Hause das Leben im Jenseits aufnehmen" die passende Gebrauchsanleitung. In "Hören heißt glauben: Echte EVP-Sitzungen" bekommt man an Hand eines Praxis-Beispiels gezeigt, wie die erfahrene Geistersucher vorgehen und zu welchem Ergebnis man kommen kann. In "Der Kontakt wird hergestellt" berichten abschließend noch einmal echte Profis von ihren Erfahrungen und Erlebnissen auf diesem Gebiet. Das Bonusmaterial ist insgesamt recht informativ ausgefallen und vollständig mit optionalen deutschen Untertiteln versehen.
Fazit:
Wer ein paar wirklich gut gemachte spannungsgeladene Momente erleben möchte und dabei keine großen Ansprüche an die Story stellt, wird mit "White Noise" gut bedient werden. Wer allerdings mit etwas Hintergrund und einem soliden Drehbuch rechnet, wird bei dem Film das Gefühl haben, selbst eine große Menge an störendem weißen Rauschen zu empfangen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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93:55 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit Regisseur Geoffrey Sax und Hauptdarsteller Michael Keaton
- 5 unveröffentlichte/verlängerte Szenen
- Zu Hause das Leben im Jenseits aufnehmen
- Hören heißt glauben: Echte EVP-Sitzungen
- Der Kontakt wird hergestellt: Experten für EVP
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White Noise - Schreie aus dem Jenseits
White Noise
Spannungsgeladene Momente vs. einer lahmen Geschichte
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005 Regie: Geoffrey Sax Drehbuch: Niall Johnson Darsteller: Michael Keaton, Chandra West, Deborah Kara Unger, Ian McNeice, Sarah Strange, Nicholas Elia, Mitchell Kosterman
Label :
Universal Pictures Germany
Verkaufsstart : 08.09.2005
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