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DVD-Besprechung - Die wilden Hühner

Story:
"Die wilden Hühner" sind eine Mädchenbande bestehend aus den 11-12-jährigen Freundinnen Sprotte (Michelle von Treuberg), Melanie (Paula Riemann), Trude (Zsa Zsa Inci Bürkle), Frieda (Lucie Hollmann) und jüngst auch Wilma (Jette Hering). Was sie überhaupt nicht mögen sind Jungs, vor allem die Jungenbande "Die Pygmäen", die in die gleiche Klasse wie die Mädchen gehen. Als eines Tages jedoch die Maskottchen der Mädchen, die 15 Hennen von Sprottes Oma (Doris Schade), geschlachtet werden sollen, sehen sie nur eine Möglichkeit, das unabwendbare abzuwenden: Gemeinsam mit den gehassten Pygmäen die Hühner entführen und sie somit vor dem Kochtopf zu retten.

Meinung zum Film:
Als die deutsche Buchautorin Cornelia Funke 1993 den ersten Roman zu den "Wilden Hühnern" veröffentlichte, traf sie damit den Geschmack der Mädchen ab 10 Jahren. Während Jungs sich mit einer breiten Palette an wilden Abenteuergeschichten für ältere Kinder ihren Alters in den Bücherläden eindecken konnten, sah es für ihre weiblichen Altersgenossen mit Abenteuerdrang eher schlecht aus. Für sie waren eher Pferdeabenteuer oder Prinzessinnen-Geschichten vorgesehen, scheinbar schien kaum jemand zu merken, dass Mädchen nicht nur vom Leben als wohlerzogenes Liebling träumen. Der große Erfolg der "Wilden Hühner" zeigt eindeutig, dass auch junge Mädchen Abenteuerlust verspüren und diese zumindest beim Lesen ausleben möchten. Neben den "Wilden Hühnern" hat Cornelia Funke noch weitere erfolgreiche Kinder- und Jugend-Romane geschrieben. So stammen z.B. der ebenfalls kürzlich verfilmte "Herr der Diebe" oder die erfolgreiche Tintenherz-Trilogie, die 2007 mit dem dritten Band der Reihe abgeschlossen werden soll, von ihr.

Wie bei Literaturverfilmungen üblich, waren die Gefühle der Fans bei der Nachricht eines anstehenden Spielfilms gemischter Natur. Zum Einen ist die Freude groß, die geliebten Heldinnen in bewegten Bildern zu sehen, zum Anderen gab es aber auch die Angst, dass diese Bilder überhaupt nicht den eigenen Vorstellungen entsprechen. Wie nah "Die wilden Hühner" letzten Endes an der Vorlage sind, wird jeder für sich selbst entscheiden müssen, aber generell kann gesagt werden, dass Regisseurin Vivian Naefe ("Meine Tochter gehört mir") ein netter Familienfilm gelungen ist, der vor allem junge Mädchen ansprechen wird. Die Heldinnen des Films wurden mit weitestgehend unbekannten Gesichtern besetzt, die durch ihre frische und natürliche Art dazu beitragen, dass schnell Sympathien für die quirlige Mädchengang entwickelt werden und sich das jüngere Publikum sehr gut mit ihnen identifizieren kann. Dies geht vor allem auch deswegen so gut, weil die Familienumstände auf eine sehr natürliche Art und Weise gezeigt werden und auch die Dialoge wie aus dem Leben gegriffen wirken.

Auf bekannte Gesichter wurde teilweise bei den erwachsenen Rollen zurückgegriffen. Veronice Ferres ("Das Superweib") spielt die taxi-fahrende, alleinerziehende Mutter von Sprotte, Jessica Schwarz ("Verschwende deine Jugend") die verständnisvolle Klassenlehrerin der Mädchen, Benno Fürmann ("Anatomie") den neuen Bio-Lehrer und Alex Prahl ("Tatort") den gewalttätigen Vater von Willi, einem der Pygmäen. Im Grunde sind bekannte Gesichter aber nicht sonderlich wichtig für den Film. In "Die Wilden Hühner" geht es einzig um die Sorgen und Probleme einer Gruppe heranwachsender Mädchen, die bestens auf eben jene Altersgruppe abzielt. Erwachsene Zuschauer werden an dem Inhalt nur bedingt Gefallen finden, da es inhaltlich stellenweise doch ein wenig zu flach zugeht. Wer allerdings in die Zielgruppe passt, wird bestens unterhalten werden und so manches Problem der Heldinnen auf dem Bildschirm in ähnlicher Form aus dem eigenen Alltag kennen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut abgestimmt und kommt ohne große Höhen oder Tiefen auf den Schirm. Gleiches gilt für den deutschen Ton in Dolby Digital 5.1, der sehr ausgewogen aus den Lautsprechern schallt, in Sachen Surround aber keine großen Akzente setzen kann.

Das Bonusmaterial fällt recht umfangreich aus und bietet ein "Making Of" und einen "Blick hinter die Kulissen" bei denen Hühner-Fans sehen können, wie der Film entstanden ist. Es folgen noch witzige Outtakes, zahlreiche Interviews, nicht verwendete Szenen, Darstellerinfos, sowie das Musik-Video mit dem Titelsong zum Mit- oder Alleinsingen. Zu guter Letzt gibt Sprotte-Darstellerin Michelle von Treuberg noch Tipps, wie man zum Film kommt und erzählt von den teils recht anstrengenden Dreharbeiten.

Fazit:
"Die Wilden Hühner" ist zielgerecht auf die Zielgruppe "Mädchen ab 10 Jahren" abgestimmt und trifft bei dem Zielpublikum sicherlich voll ins Schwarze. Erwachsene Zuschauer dürften allerdings nur bedingt gut unterhalten werden. Macht aber auch nichts, da der Film für sie ohnehin nicht gedreht wurde.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
1,85:1
1,85:1
104:23 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Interviews
  • Blick hinter die Kulissen
  • Musik-Video als Singalong- und Karaoke-Version
  • Outtakes
  • Deleted Scenes
  • Sprotte über die Schauspielerei
  • Darstellerinfos
Die wilden Hühner - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die Wilden Hühner
Die Wilden Hühner

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Der Fuchsalarm bei den "Wilden Hühnern" sorgt für Freude bei den heranwachsenden Mädchen


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2006
Regie:
Vivian Naefe
Drehbuch:
Uschi Reich, Güzin Kar (nach den Romanen von Cornelia Funke)
Darsteller:
Michelle von Treuberg, Paula Riemann, Lucie Hollmann, Zsa Zsa Inci Bürkle, Jette Hering, Veronica Ferres, Jessica Schwarz, Jeremy Mockridge, Philip Wiegratz, Martin Kurz, Vincent Redetzki, Doris Schade

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
17.08.2006