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DVD-Besprechung - Wyvern Mystery
Story:
Nach dem Tod ihrer Eltern wächst Alice (Tamara Harvey) bei dem Großgrundbesitzer Squire Fairfield (Derek Jacobi) auf. Nachdem sie zu einer ansehnlichen jungen Frau (Naomi Watts) herangewachsen ist, hat Squire jedoch ganz andere Absichten, die allerdings von seinem Sohn Charles (Iain Glen) durchkreuzt werden, als dieser mit Alice durchbrennt. Doch was sie in ihrem neuen Heim erlebt, ist auf Grund von unheimlichen Visionen und mysteriösen Vorgängen alles andere als beruhigend und die Geburt ihres Sohnes sorgt nur für zusätzliche Sorgen.
Meinung zum Film:
"Wyvern Mystery" mag sich auf dem ersten Blick wie ein spannender Gruselfilm mit unheimlicher Atmosphäre anhören, stellt sich aber schon sehr schnell als äußerst bedächtiges und kaum für Gruselatmosphäre sorgendes Drama heraus, das vielleicht Anhänger von Gaslicht-Romanen zufrieden stellen könnte, Freunden von Gruselfilmen aber lediglich vor eine 90-minütige Geduldsprobe stellt. Die Spannungsmomente halten sich arg in Grenzen und auch gruselige Momente gibt es nur in wenigen Ausnahmefällen.
Es gibt erste Ansätze im Film, die nach rund 30 Minuten die Hoffnung aufkommen lassen, den auf der Rückseite des Covers versprochenen klassischen Gothic-Horror zu bekommen, doch die schwarze Gestalt, hinter der sich eine entstellte Person verbirgt, hat außer zwei kleineren Auftritten keinen größeren Einfluss auf die Stimmung des Films, der sich weitestgehend mit der leidenden Alice beschäftigt, denn mit dem Aufbau einer unheimlichen Stimmung. Das Cover spricht zwar davon, dass Naomi Watts in diesem Streifen schon für ihre Rolle in "King Kong" das Schreien geübt hat, richtigerweise hätte das Schreien allerdings durch Weinen ersetzt werden müssen. Auch als Drama weiß das "Wyven Mystery" nicht unbedingt zu überzeugen, denn dafür wird das Meiste viel zu oberflächlich behandelt, wirkt die Auflösung des kleinen Mysteriums nicht sonderlich stimmig und erscheint generell auch etwas weit hergeholt. Auf den Ausgang hätte im Film etwas mehr drauf hingearbeitet werden müssen. Generell ist dieser nicht schlecht, im Kontext zum Geschehen aber schlichtweg deplaziert.
An den Darstellern liegt es sicherlich nicht, dass der Film keine rechte Atmosphäre aufbauen kann. Naomi Watts ("The Ring") gestaltet ihren Charakter so weit wie möglich interessant, Iain Glen ("Königreich der Himmel") weiß in seinen begrenzten Szenen als ihr Ehemann zu gefallen, gleiches gilt auch für Derek Jacobi ("Underworld: Evolution") als stolzer Großgrundbesitzer. Doch trotz der guten Darsteller gelingt es TV-Regisseur Alex Pillai ("Gerichtsmedizinerin Dr. Samantha Ryan") in diesem BBC-TV-Film nicht, das ganze in einen entsprechenden Rahmen zu packen. Vielleicht mag es daran liegen, dass die Romanvorlage von Sheridan Le Fanu ("Carmilla") nicht mehr hergab, oder dass Drehbuchautor David Pirie ("Niemandsland") die Vorlage nicht adäquat für den Bildschirm umsetzen konnte. Was auch immer der Grund dafür gewesen sein mag - "Wyvern Mystery" wird Gruselfreunde ganz sicher nicht unterhalten können und Dramafreunde werden ihre Ansprüche arg einschränken müssen, um nicht enttäuscht zu werden.
Digitale Aufarbeitung:
In Bezug auf die Schärfe kann das Bild zwar nicht ganz überzeugen und auch ein feines Rauschen ist zu erkennen, ansonsten macht es aber einen ordentlichen Eindruck. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar verständlich, hat in Sachen Surround allerdings nicht zu viel zu bieten.
Als Extra gibt es außer Bio-/Filmografien zu drei der Darsteller nichts zu finden.
Fazit:
"Wyvern Mystery" ist weit davon entfernt, für gruselige Unterhaltung zu sorgen. Auf dem Niveau eines Groschenromans baut er ein klein wenig Dramastimmung auf, die allerdings selbst leicht gehobene Ansprüche nicht bedienen kann.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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96:11 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Bio-/Filmografien zu Naomi Watts, Derek Jacobi, J.S. LaFanu
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Wyvern Mystery
The Wyvern Mystery
Langatmiger Gothic-Film mit der Dramaturgie und dem Reiz eines Gaslicht-Groschenromans
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK, 2000 Regie: Alex Pillai Drehbuch: David Pirie (basierend auf einem Roman von Sheridan Le Fanu) Darsteller: Naomi Watts, Iain Glen, Derek Jacobi, Jack Davenport, James Doherty, Anita Carey, Ellie Haddington, Aisling O'Sullivan, Elaine Collins
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 26.10.2006
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