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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - Tokyo Decadence

Story:
Im Molloch Tokyo wird nicht nur fleißig gearbeitet und lecker Sushi gegessen, sondern auch Geschäfte der anderen Art gemacht. Gediegene Callcenter vermitteln Damen und Herren für die käufliche Liebe, bei der die Art des Lustgewinns keine Rolle spielt, denn es werden wirklich alle Wünsche erfüllt. Die junge Ai (Miho Nikaido) steht ihren Kunden für sadomasochistische Praktiken zur Verfügung. Sie lässt sich, beseelt von dem Wunsch, einen Partner fürs Leben zu finden, nackt erniedrigen und demütigen. Es ist hart erarbeitetes Geld, doch als Ai eine langjährige Domina kennen lernt, öffnen sich ihre Augen für die Realität und das was sie erwartet, wenn sie den Job noch länger macht.

Meinung zum Film:
In „Tokyo Decadence“ geht es um Sexualität, Perversion und um all das, was gemeinhin als abnormaler Sex bezeichnet wird. In der Millionenstadt Tokyo werden nach Feierabend mal so ganz andere Lichter angemacht und die sonst so mächtigen Banker, Broker und Geschäftsleute zeigen sich von einer Seite, die sie im Geschäftsleben ruinieren würden. Üben sie selbst den ganzen Tag über Macht auf ihre Untergebenen aus, so begeben sie sich in den Abendstunden in die Hände von Dominas. Sie lieben die Erniedrigung und den Schmerz, offenbar zum Ausgleich ihres vorrangigen geschäftlichen Alltags. Andere hingegen sehnen sich nach noch mehr Macht und ergötzen sich an devotem Verhalten oder sogar an den Schmerzen ihrer Sexualpartner. „Tokyo Decadence“ geht bei den Quälereien nicht so weit wie beispielsweise „Hostel“, doch die Details der tabulosen Fantasien sind schon recht eindeutig.

Erzählt wird die Geschichte der Edelprostituierten Ai, die sich auf die S/M-Wünsche ihrer Kunden spezialisiert hat. Diese gelen ihr die Haare glatt nach hinten, damit sie optisch dem gewünschten Frauentyp entspricht und anschließend muss sie sich nackt an der gläsernen Front einer Hotelburg präsentieren. Ai wird aber auch noch einiges anderes zugemutet, so wird sie gezwungen, auf dem Boden zu kriechen, während ihr zahlender Herr und Meister ihr einen eingeschalteten Vibrator einführt und diesen mit Klebeband fixiert. Ein anderer Kunde steht darauf, aufgehängt und gewürgt zu werden, bis hin zu seinem Orgasmus. Ein krasser Gegensatz sind hier Ais Wünsche und Hoffnungen, denn eigentlich möchte sie nur einen Mann fürs Leben finden und in einem ganz normalen Alltag alt werden. Paradoxerweise glaubt sie genau diesen Mann unter ihren Kunden finden zu können.

Einen Wechsel in Ais Denken ergibt sich, als sie bei der Arbeit die Domina Saki kennen lernt. Saki ist schon so lange im Geschäft, dass sie ihren Job nur noch unter zu Hilfenahme von Drogen bewältigen kann. Arbeiten in Japan ist eine Sache für sich, denn Europäer könnten es sich z.B. nicht vorstellen, vor Dienstantritt eine Hymne auf die Firma zu singen. Auch auf Urlaubstage zugunsten der Firma zu verzichten würde hierzulande für Kopfschütteln sorgen. Wer in Nippon nicht den frühern Managertod sterben will, der muss sich ein Ventil suchen. Während sich die ehrbar Arbeitenden eher unterwürfig der Domina nähern, so leben die Gangster, zumindest in der Vorstellung von Regisseur Ryu Murakami („Almost Transparent Blue“), eine Meisterposition aus. Wenn der Zuschauer die ersten 20 Minuten überstanden hat, dann beginnt der Film erst richtig und die Charaktere, mit dem Schwerpunkt auf Ai, ergeben einen Sinn und sie lassen sich zuordnen. Die nackte Haut bietet natürlich eine gewisse erotische Komponente, allerdings kombiniert mit den S/M-Praktiken wird das ganze zu einer reinen Geschmacksfrage.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wurde ordentlich transferiert und die Farben wirken frisch und natürlich. Stellenweise hat man den Eindruck, dass es ein wenig weich wirkt, ohne jedoch unscharf zu sein. Glücklicherweise wurde nicht der Versuch angestrengt, einen dts-Track zu erzwingen, denn dieser hätte das vorhanden ausgewogene Verhältnis von Bild, Ton und Story vermutlich gestört. So wie sich der Ton präsentiert, ist er in Ordnung.

Extras sind nicht vorhanden.

Fazit:
„Tokyo Decadence“ ist ein Film, der Freunden des Quälens gefallen könnte. Die Dramatik des Schicksals der Hauptdarstellerin ist eine weitere Komponente, die den Film interessant macht. Trotz fehlender Extras ist die DVD technisch auf jeden Fall kein Reinfall.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,85:1
1,85:1
112:40 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Japanisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • -
Tokyo Decadence - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Tokyo Decadence
Topaz

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
S/M-Trip zur Selbstfindung


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Japan, 1992
Regie:
Ryu Murakami
Drehbuch:
Ryu Murakami
Darsteller:
Miho Nikaido, Sayoko Amano, Tenmei Kano, Kan Mikami, Masahiko Shimada

Label Deutschland :
Asian Film Network
Verkaufsstart Deutschland :
20.09.2007