 |
DVD-Besprechung - Freedom Writers
Story:
Die junge, weiße Lehrerin Erin Gruwell (Hilary Swank) tritt im Rahmen eines Integrationsprogramms ihre erste Stelle an der Woodrow Wilson High an. Ihre Klasse besteht aus Problemschülern mit Ganghintergrund, die sich fast ausschließlich aus Farbigen, Latinos und Asiaten zusammensetzt. Diese verteidigen selbst innerhalb des Klassenraums ihre Reviere und sind miteinander verfeindet. Während die konservativen Lehrkräfte an der Schule die Jugendlichen für hoffnungslose Fälle halten, begegnet die idealistische Erin ihren Schülern mit Verständnis und Respekt. Es gelingt ihr schließlich mit ihrem ganz eigenen Lehrkonzept, so zeigt sie den Schülern anhand des Holocaust, wohin Rassismus letztendlich führen kann, zu den Schülern durchzudringen.
Meinung zum Film:
"Freedom Writers" beruht auf wahren Begebenheiten. Als Vorlage für das Drehbuch dienten die unter dem Titel "The Freedom Writers Diary: How a Teacher and 150 Teens Used Writing to Change Themselves and the World Around Them", im Jahr 1999, in Buchform veröffentlichten Tagebucheinträge der Schüler der Wilson High und ihrer Lehrerin Erin Gruwell. Im Jahr 2007 gewann der Film den "Humanitas Award" und wurde außerdem beim Heartland Film Festival mit dem "Truly Moving Sound Award" ausgezeichnet. Der Film entstand unter Mitarbeit von MTV, den Soundtrack schrieben der Black-Eyed-Peas-Sänger Will.i.am und Filmkomponist Mark Isham, gespielt wird er von Will.i.am und "Common" (Lonnie Rashid Lynn). Weiterhin bietet der Film u.a. prominente Songs von 2 Pac Shakur oder Cypress Hill.
"Freedom Writers" lehnt sich unverkennbar an die beiden Filme "Dangerous Minds" mit Michelle Pfeifer und "Club der toten Dichter" mit Robin Williams an. Jedoch ist "Freedom Writers" weniger kitschig als "Dangerous Minds" sowie bodenständiger und nicht so humorvoll wie "Der Club der toten Dichter". Die typischen Stereotypen dieses "Schuldrama"-Genres sind jedoch auch hier vorhanden. Da gibt es einerseits die engagierte, idealistische Lehrerin, die mit unkoventionellen Methoden den Schülern näherkommen möchte und andererseits den reaktionären Lehrkörper, der längst resigniert hat und jedweder Innovation ablehnend im Wege steht. Auch unter den Schülern gibt es die typischen Vertreter. Den introvertierten Poeten, der nur darauf wartet, aus der Reserve gelockt zu werden, findet man ebenso wie den vorlauten Sprücheklopfer. Jedoch täte man dem Film Unrecht, ihn voreilig einfach nur als wandelndes Klischee zu verurteilen. Denn "Freedom Writers" basiert auf realen Vorbildern und zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er ein Plädoyer für Toleranz und gegen Rassismus darstellt, das aber nie gekünstelt, oder aufgesetzt, wirkt. Ebenso wie Erin Gruwell zur Ansprech- und Vertrauensperson für die Schüler heranwächst, weil sie an sie glaubt und ihnen Hoffnung gibt, so möchte auch der Film eine hoffnungsvolle Stimmung vermitteln und zeigen, dass der Ausbruch aus der Spirale von Gewalt und Rassismus durchaus möglich ist.
Garant für die erfolgreiche Übermittlung ist neben dem sehr eingängigen Soundtrack, der sich als echter Ohrwurm entpuppt, vor allem die wieder mal herausragend agierende Hilary Swank ("Million Dollar Baby"). Sie wirkt hier zu jeder Zeit absolut authentisch und reißt den Zuschauer mit ihrer Einfühlsamkeit, ihrem Idealismus und ihrer inneren Stärke beinahe willenlos mit. Dadurch nimmt man dem Film auch so manche Naivität nicht krumm, oder wenn in einigen Szenen doch ein wenig dick aufgetragen wird. Ein beinhartes Sozialdrama sollte man hier allerdings keinesfalls erwarten, denn allein der Look des Films, der eher hell und durchgestylt, als düster und schmuddelig daherkommt, passt sich emotional schon dem Soundtrack an. Auch die Reduktion der Problematik allein auf rassistische Gesichtspunkte unter weitgehender Ausblendung anderer sozio-kultureller Faktoren greift sicherlich zu kurz. Es gelingt dem Film aber trotzdem den Zuschauer zu berühren und zu bewegen, ohne einfach nur platt auf die Tränendrüse zu drücken.
Digitale Aufarbeitung:
Die DVD überzeugt mit kräftigen Farben und einer auch im Detail sehr guten Schärfe, ansonsten ist lediglich ein minimales Rauschen erkennbar. Die Tonspuren können voll überzeugen und sind stets gut verständlich. Der Film ist sehr frontlastig, was sich lediglich beim Soundtrack ändert, der ebenfalls sehr ansprechend wiedergegeben wird.
Die DVD von "Freedom Writers" bietet zahlreiche Extras. Neben einem wenig überzeugenden Audiokommentar, wahlweise mit deutschen oder englischen Untertiteln, von Regisseur Richard LaGravenese und Hauptdarstellerin Hilary Swank, der weder sonderlich interessant, noch informativ ausgefallen ist und deutliche Pausen enthält, befinden sich auf der DVD noch 4 entfernte Szenen (11:00) und das Feature "Die Erschaffung eines Traumes" (5:28), das sich mit der Entstehung des Soundtracks beschäftigt. "Die Familie der Freedom Writers" (19:24) läßt sowohl die Darsteller der Schüler, die ähnliche soziale Hintergründe wie ihre verkörperten Charaktere besitzen, als auch die echte Erin Gruwell ausführlich zu Wort kommen, die ihre Arbeit und Lehrmethoden erläutert. Den Abschluss bilden das Feature "Freedom Writers: Die Geschichte hinter der Geschichte" (10:06), das leider nur exzessiv Filmszenen recycelt, sowie der Kinotrailer und eine Fotogalerie.
Fazit:
"Freedom Writers" ist ein Film, der ein brisantes Thema aufgreift, es jedoch so behandelt, dass beim Zuschauer eine positive Stimmung erzeugt wird, die eine Lösung dieses Problems nicht unmöglich erscheinen lässt. Auch wenn der Film ein wenig naiv geraten ist und außerdem Mängel in der Dramaturgie aufweist, kann sich das Ergebnis am Ende jedoch durchaus sehen lassen. "Freedom Writers" erreicht mit seiner Botschaft den Zuschauer und dank der überragenden Hauptdarstellerin Hilary Swank gelingt es ihm auch eine gewisse Wirkung zu entfalten.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,78:1
|
117:53 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 | Türkisch Dolby Digital 5.1 |
|
Untertitel:
|
|
Deutsch, Englisch, Türkisch |
|
Bonusmaterial:
|
- Audiokommentar von Regisseur Richard LaGravenese und Hauptdarstellerin Hilary Swank
- Entfernte Szenen
- "Erschaffung eines Traumes"
- "Die Familie der Freedom Writers"
- Kinotrailer
- "Freedom Writers: Die Geschichte hinter der Geschichte"
- Fotogalerie
|
|  |
Freedom Writers
Freedom Writers
Eine herausragende Hilary Swank, ein eingängiger Soundtrack und eine gut gemeinte Botschaft überdecken die Schwächen des Films
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007 Regie: Richard LaGravenese Drehbuch: Richard LaGravenese (basierend auf den Tagebüchern der Freedom Writers und Erin Gruwell) Darsteller: Hilary Swank, Patrick Dempsey, Scott Glenn, Imelda Staunton, April L. Hernandez, Deance Wyatt
Label :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart : 23.08.2007
|