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DVD-Besprechung - Invisible - Gefangen im Jenseits

Story:
Annelie (Tuva Novotny) ist in ihrer Oberschule ein kriminelles Früchtchen. Mitschüler Erpressen und Einbrüche bestimmen ihr Leben und das ihrer beiden männlichen Helfer. Als sie seinen Freund Peter (David Hagman) bedroht und verletzt, stellt sich Musterschüler Niklas (Gustaf Skarsgard) ihr in den Weg. Sofort ist klar, das beide keine Freunde sein würden. Nachdem sich Annelie mit ihrem Lover und Hehler Thomas (Thomas Hedengran) überworfen hat, verrät dieser sie bei der Polizei. Diese findet in ihrem Schulspind die geraubten Gegenstände und ihr droht ein Gerichtsverfahren. Die aggressive Schülerin hat sofort Niklas in Verdacht und mit ihrer Schlägertruppe schlägt sie ihn tot, wie sie glaubt. Am nächsten Morgen geht Niklas ohne eine Verletzung oder Schramme wieder in die Schule, doch niemand nimmt ihn wahr. Er kann sich nicht vorstellen warum dies so ist, bis ihn eine fürchterliche Erkenntnis einholt. 

Meinung zum Film:
Filme wie „Invisible“ sind in ihrer Komplexität und Überraschungspotential sehr schwierig zu beschreiben. Sie enthalten Dreh- und Angelpunkte, die der Leser nicht wissen darf, da ansonsten der Filmgenuss enorm leiden würde. Die Turns geben „Invisible“ einen richtigen Kick und sie halten den Zuschauer stets aufmerksam, wodurch die fast 100 Minuten wie im Flug vergehen. Der Film beginnt mit einem Kracher, den der Zuschauer jedoch nicht sofort verstehen kann. So nimmt man ihn hin und nach gut 25 Minuten beginnt die Erkenntnis, worum es geht und was mit der Szene bezweckt werden soll. Kaum ist dies gelungen, kommt auch schon der brutale Überfall auf Niklas und der undurchsichtige Teil der Geschichte beginnt.

Die Charaktere der spannenden Story beginnen recht eindimensional und wirken sehr grob gezeichnet, doch mit dem weiteren Verlauf gewinnen sie an Tiefe. Die Masken des bösen Mädchens, des forschenden Opfers oder auch des falschen Freundes werden abgesetzt und es erweitert sich der Blickwinkel auf sie und das Stück für Stück. Gustaf Skarsgard („Im Wettlauf mit dem Tod“) spielt den erstklassigen Schüler Niklas, der sich, kurz vor dem Abitur stehend, von seiner Mutter zu emanzipieren versucht. Diese versucht ihn in eine Karriere als Finanzmanager zu drängen, was ihm gar nicht so gefällt, denn er würde lieber in London eine Wirtschaftsschule besuchen. Gleichzeitig hat sich seine Mutter mit der blonden Kerstin verbündet und versucht Niklas in eine Beziehung zu drängen. Im weiteren Verlauf des Films werden noch mehr Schichten aufgenommen und so eine immerwährende Brücke zum Auftaktknall gebaut.

Völlig überraschend ist der Schachzug, der Figur der Annelie, dargestellt von Tuva Novotny („Mord in der Mittsommernacht“), einen seelischen Hintergrund zu geben. Es wird nicht dabei belassen, sie als gewalttätige Jungkriminelle zu verbraten, sondern im Laufe von Niklas Nachforschungen zu verdeutlichen, dass sie selbst ein Opfer von fehlgeleiteten Gefühlen ist. Es entsteht zwischen den beiden, also Täterin und Opfer, sogar eine Art von Verbindung, die in einer Szene sogar dazu führt, dass sie ihm, dem nicht Wahrgenommenen, auf einen Zuruf antwortet. Dies geschieht zur Überraschung von Niklas, aber auch zu der des Publikums. Der Film beinhaltet neben der erzählerischen Spannung aber auch einige härtere Bilder und Sequenzen, die zu einer Freigabe ab 16 Jahren geführt haben. Brutalität wird allerdings nie zum Selbstzweck verwendet, sondern wird dosiert und sinnvoll eingefügt. Eine banale Aneinanderreihung gibt es nicht.  

Digitale Aufarbeitung:
Die Farben präsentieren sich durchgehend ausgewogen und insgesamt wirkt das Bild sehr klar und realistisch, ohne jedoch in eine Fernsehspieloptik abzugleiten. Der Ton ist überraschend vielfältig und selbst kleine Nebengeräusche wie z.B. sich entfernende Autos werden gut aus allen Boxen in den Raum gespielt.

Als Extra gibt es neben dem Originaltrailer noch ein knapp zehn Minuten langes Interview mit der deutschen Synchronsprecherin Marie Bierstedt.

Fazit:
Auch wenn „Invisible“ nicht aus der amerikanischen Filmschmiede kommt, sondern aus Schweden, sollte das den interessierten Filmfreund nicht von diesem gelungenen Film abhalten. Geboten wird eine gehörige Spannung, einiges zum miträtseln und gute schauspielerische Leistungen. Technisch gibt es nichts zu bemängeln.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
97:20 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Surround
Dolby Surround
Schwedisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Originaltrailer
  • "Visible": Interview mit Synchronsprecherin Marie Bierstedt
Invisible - Gefangen im Jenseits - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Invisible
Den Osynlige

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Mystery-Krimi der besonderen Art


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Schweden, 2002
Regie:
Joel Bergvall, Simon Sandquist
Drehbuch:
Mats Wahl, Mick Davis
Darsteller:
David Hagman, Gustaf Skarsgard, Li Bradhe, Pär Luttrop, Tuva Novotny

Label Deutschland :
Epix
Verkaufsstart Deutschland :
11.10.2007