Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Der Bär
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Der Bär

Story:
Bei der Nahrungssuche verliert der kleine Bär Youk durch einen Unfall seine Mutter. Doch schon sehr bald findet er in dem großen Bären Kaar einen treuen Freund, mit dem er fortan durch die Wälder und Berglandschaften zieht. Allerdings sind zwei Jäger den beiden pelzigen Gefährten auf der Spur, die den mächtigen Kaar erlegen wollen. So kann Youk nicht nur die schönen Seiten des Lebens erfahren, sondern muss ganz schnell lernen, wie man sich der Gefahr Mensch erwehren kann.

Meinung zum Film:
Pünktlich zum Kinostart von "Zwei Brüder", dem neuesten Naturabenteuer von Ausnahmeregisseur Jean-Jacques Annaud ("Der Name der Rose", "7 Jahre in Tibet"), kommt mit "Der Bär" das hochgelobte und von vielen Fans langerwartete Naturepos auf DVD heraus. Der Film beeindruckt vor allem durch seine atemberaubend schönen Landschaftsaufnahmen und dem Schauspiel seiner beiden Hauptdarsteller - den zwei Bären Kaar und Youk. Grüne Wälder, eine abwechslungsreiche Schar tierischer Helden und wunderschön anzusehende Bergkämme sorgen für den letzten Rest, um selbst wenig naturverbundene Zeitgenossen zu begeistern und verzaubern.

Nicht sehr gut weg kommt der Mensch in "Der Bär". Die beiden Jäger werden als triebgesteuerte Wesen dargestellt, die blind vor dem Zwang, das mächtige Tier zu erlegen, jeden menschlichen Funken Mitgefühl vermissen lassen und das Töten zum Sport erklären. Ihnen geht es nur darum, den größten Bären erlegen zu können, um sich selbst als Krönung der stärksten Spezies zu beweisen. Während die beiden Pelztiere nur zur Nahrungsbeschaffung töten, sieht es der Mensch als Zeitvertreib und eine Herausforderung an, Leben zu vernichten. Dabei setzt er dann auch noch Hunde als Kanonenfutter für die Treibjagd ein und ist entsetzt, wenn der treueste Freund des Menschen dabei zu Schaden kommt. Wie kann es der Bär auch nur wagen, dem lieben Hund etwas anzutun. Der Film regt in diesem Punkt eindeutig zum Nachdenken über die Jagd auf lebende Wesen an und wirbt für mehr Verständnis und Miteinander.

Herausragend ist es, wie Annaud seine beiden Hauptdarsteller, den kleinen Bären Youk und seinen kolossalen Gefährten Kaar, ins Bild rückt. Wenn Youk voller Freude über die Wiese tollt, sich genussvoll im Wasser tummelt oder Alpträume von Fröschen hat, dann nimmt er fast kindliche Züge an. Es ist erstaunlich, zu welcher Mimik und Gestik die beiden Tiere bewegt werden konnten. Man könnte fast meinen, sie hätten Anweisungen des Regisseurs befolgt. Wenn die zwei das erste Mal aufeinander treffen, und der kleinere der beiden sich schüchtern und vorsichtig an das wesentlich größere, verletzte Tier annähert, hätte kein Schauspieler der Welt diese Mischung aus Vorsicht und Hilfsbereitschaft besser auf die Leinwand bringen können. Dadurch versprüht der Film, trotz einiger blutigeren Bilder, die vielleicht für ein jüngeres Publikum etwas hart sein könnten, eine sehr schöne Stimmung von Natur und dem Wildleben, die allerdings durch die Jagdszenen immer wieder brutal in ein reelles Licht gerückt werden. Trotzdem - "Der Bär" ist absolut sehenswert und definitiv auch für Naturmuffel zu empfehlen. Man muss ja nicht gleich ein begeisterter und überzeugter Natur-Anhänger sein, um sich an ihren schönen Seiten erfreuen zu können.

Digitale Aufarbeitung:
Die Farben hinterlassen einen natürlichen Eindruck und passen sich wunderbar den herrlichen Naturaufnahmen an. Auch der Kontrast und die Reinheit des Bildes wissen zu überzeugen. Lediglich die Schärfe und die Detailfülle könnten etwas besser ausfallen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 ist klar verständlich und bietet angenehm akzentuierte Musik. Allerdings wäre ein ordentlicher Dolby Digital 5.1-Ton wünschenswert gewesen, im Kino lief der 70mm Film immerhin in einer 6-Spur-Tonvariante.

Als Bonus gibt es neben dem Trailer zum Film noch ein gut 50-minütiges Making Of, das ausführlich auf die Entstehung des Filmes eingeht und vor allem die Arbeit mit den Tieren in den Vordergrund stellt. Es ist allerdings unverständlich, warum dieser Beitrag nur in englischer Sprache ohne deutsche Untertitel daherkommt. Somit dürfte einem großen Teil der Informationsgehalt dieses ansonsten sehr guten Beitrages verwehrt bleiben. Eine unentschuldbare Fehlleistung, die vor allem dem jungen Publikum sehr missfallen dürfte.

Fazit:
"Der Bär" ist atemberaubend schönes Naturkino mit zwei unglaublich natürlich in Szene gesetzten Bären. Wessen Herz beim Anblick des kleinen Youk nicht dahinzuschmelzen beginnt, muss schon ziemlich abgestumpft sein. Die digitale Umsetzung des Filmes ist okay, allerdings wäre ein räumlicher Ton in Dolby Digital 5.1 machbar und wünschenswert gewesen. Zusätzlich ärgerlich für Menschen, die keine guten Englischkenntnisse haben, ist das ausführliche englische Making of ohne deutsche Untertitel. Die Anschaffung dieses Kunstwerkes sollte man aber trotz dieser kleineren Mängel auf jeden Fall ernsthaft ins Auge fassen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
2,35:1
2,35:1
91:55 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Making Of (englisch, ohne Untertitel)
Der Bär - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Der Bär
L'Ours

Dieser Film wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet


Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Wenn Bären wie ausgebildete Schauspieler agieren


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich / USA, 1988
Regie:
Jean-Jacques Annaud
Drehbuch:
Gérard Bach (nach dem Roman "The Grizzly King" von James-Oliver Curwood)
Darsteller:
Der kleine Bär "Youk", Der große Bär "Kaar", Tacheky Karyo, Jack Wallace, André Lacombe

Label Deutschland :
Universum Film
Verkaufsstart Deutschland :
06.09.2004