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DVD-Besprechung - Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe
Story:
Der in Rom lebende amerikanische Schriftsteller Sam Dalmas (Tony Musante) wird Zeuge eines Mordversuchs an der Galeriebesitzerin Monica Ranieri (Eva Renzi). Eine große Hilfe ist er für den ermittelnden Beamten, Inspektor Morosini (Enrico Maria Salerno), allerdings nicht, da er vom Täter lediglich dessen Vermummung in schwarzen Ledermantel, Hut und Handschuhe zum Profil beisteuern kann. Dalmas ist aber so besessen von der Idee, irgendwas wichtiges in seinen Erinnerungen vergraben zu haben, dass er sich selbst auf die Suche nach dem Täter macht. Doch mit seinen Nachforschungen macht er sich selbst zu einem Ziel des Täters, der nichts unversucht lässt, seine Identität Geheimzuhalten. Einschüchtern lässt sich der mysteriöse Killer mit den schwarzen Handschuhen nicht - es geschehen weitere Morde.
Meinung zum Film:
"Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" wird seit seinem Erscheinen in Deutschland unter der Rubrik "Edgar Wallace" geführt, was allerfeinster Etikettenschwindel ist. Einzig die Tatsache, dass dieser Giallo ein ähnliches "Wer war der Täter" Spielchen vollführt wie die Romane des bekannten Schriftstellers, kann als Verbindung herbeigeführt werden, die Story selbst basiert dann allerdings schon wieder frei auf der Kurzgeschichte "The screeming Mimi" von Frederic Brown.
Doch Filmkenner werden sich eh mehr von dem Namen Dario Argento, denn dem des angeblichen Autors interessiert fühlen. Denn der umstrittene Meister des italienischen Giallos legte mit "L'uccello dalle piume di cristallo" sein erstes ernsthafte Werk seines Schaffens hin. Mit seiner einzigartigen visuellen Art gelang es ihm, aus einer eher mittelmäßigen Story ein herausragendes Stück Film zu schaffen. Kaum ein anderer Regisseur nutzt Kamerafahrten und -perspektiven in einer derartig kunstvollen Art wie Dario Argento. Durch den stetigen Reiz der Sehnerven wird über einige Unzulänglichkeiten in der Geschichte hinweggeholfen. Er perfektioniert eine filmische Ausdrucksart, die vom italienischen Altmeister Mario Bava eingeführt wurde.
Während spätere Werke des Regisseurs meist durch verwirrende Handlung für den "normalen" Durchschnittsfilmfreund wenig zugänglich sind, gehört "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" zu den Filmen, bei der auch die Story nachvollzogen werden, wenn diese auch nicht immer leicht zu akzeptieren ist. Aber allein durch die stimmungsvolle Atmosphäre, die durch den gekonnten Wechsel von Totalen, Zooms, Perspektiven, Kamerafahrten und vielen kleinen anderen Details, ist der Film ein einziger Genuss. Der Auftritt Mario Adorfs als zurückgezogen lebender Künstler ist herrlich skurril, die Momente in denen nur die Hände des Killers zu sehen sind Spannung pur.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist unscharf und bei der Einblendung der Titel wird gleich zu Beginn das Qualitätsniveau einer VHS Kassette offensichtlich. Unschärfen und Grobkörnigkeit prägen das Bild, aber immerhin konnten die meisten Schmutzpartikel entfernt werden und die Kontrastwerte erlauben auch bei den dunkleren Szenen immer vollen Durchblick. Der Ton wurde aufbereitet und auf 2 Kanäle aufgeteilt, echte Stereoeffekte sind dabei nicht auszumachen. Das Bonusmaterial beschränkt sich auf den Originaltrailer (zum Vergleich in der "alten, schlechten" Qualität bestens geeignet), einer Bildergalerie (zum Glück nicht selbstablaufend) und einer Bio- und Filmographie von Dario Argento die nicht unbedingt vollständig ist (selbst das letzte Werk "Non Ho Sonno" (Sleepless) wird hier neben ein paar seiner alten Werke unterschlagen).
In Deutschland existieren seit Erscheinen für den heimischen Schirm zwei verschiedene Fassung. Zum einen die TV Fassung, die einige Dialoge mehr als die Videovermarktung beinhaltet, jedoch in den "Effekten", die für heutige Verhältnisse eher harmlos sind, gekürzt wurde. Es wäre wünschenswert gewesen, hätte Polyband für die DVD Vermarktung eine komplette Version aus beiden Varianten gemastert, doch leider muss sich der Zuschauer mit der um Dialogen gekürzten Videoversion begnügen. Ein weiteres (und wohl das größte) Manko ist das Seitenverhältnis. Gedreht wurde der Film im Verhältnis 2,35:1, auf der DVD wurde ein Ausschnitt von 1,85:1 gewählt. Was bei vielen Filmen wahrscheinlich nicht einmal beim Durchschnittszuschauen auffallen würde, wird bei diesem Argento Film immer wieder zu Kopfschütteln führen, da der Regisseur beim Dreh die volle Bildbreite nutzte, und bei dem zu sehenden Seitenverhältnisse klar offensichtlich Inhalte im Bild fehlen.
Fazit:
Ein Meisterwerk von Dario Argento, das die Käuferschicht auf Grund seiner Darbietung kräftig spalten dürfte. Den Einen wird es egal sein, dass Bildverhältnis und Lauflänge nicht "original" und die Bildqualität auf Videoniveau sind. Die eingeschweißten Argento Fans dürften kräftig verärgert sein. Wer den Film noch nicht kennt, sollte ihn sich aber auf jeden Fall einmal ansehen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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88:16 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 | Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Trailer
- Bildergalerie
- Bio- und Filmographie zu Dario Argento
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Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe
L'uccello dalle piume di cristallo
Ein großer Dario-Argento-Klassiker im falschen Gewand
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / Italien, 1970 Regie: Dario Argento Drehbuch: Dario Argento (nach Frederic Brown) Darsteller: Tony Musante, Suzy Kandall, Enrico Maria Salerno, Eva Renzi, Giuseppe Castellano, Mario Adorf
Label :
Polyband
Verkaufsstart : 26.08.2002
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