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DVD-Besprechung - Irgendwann in Mexico
Story:
El Mariachi (Antonio Banderas) wird durch den CIA-Agenten Sands (Johnny Depp) dazu beauftragt, den Drogenbaron Barillo (Willem Dafoe) zu töten. Der Desperado nimmt den Auftrag an, allerdings aus einer eigenen Motivation heraus - Rache. Denn seine Frau und seine Tochter wurden durch General Marquez (Gerardo Vigil) hingerichtet, der ebenfalls mit dem Barillo Kartell sympathisiert. Doch es gibt noch weitere Spieler, die in einem großen Geflecht aus Korruption und persönlichen Interessen ebenfalls in der ein oder anderen Weise in den Ermordungsplänen verwickelt sind. Beteiligte, die das ganze Unterfangen nicht unwesentlich erschweren.
Meinung zum Film:
Regisseur und Drehbuchautor Robert Rodriguez ("From Dusk til Dawn") ist bekannt für seinen lockeren und mit einem zwinkernden Auge behafteten Inszenierungsstil. Er liebt es, mit Motiven aus anderen Werken zu spielen, vor allem der Italo-Western a la Sergio Leone ("Spiel mir das Lied vom Tod") hat es ihm angetan und man findet genügend Anleihen in seinen Werken. Doch in "Irgendwann in Mexico" kann sich der mexikanische Kultregisseur auch hinreichend am 2. Teil seiner Mariachi-Saga bedienen und er versteht es, in amüsanter Weise die Geschehnisse aus "Desperado" einzubinden. Vor allem als Cheech Marin ("Viel Rauch um nichts"), erneut in der Rolle eines schmierigen Spelunkenwirtes, die durch Mundpropaganda verbreiteten Ereignisse erzählt. Es hat sicherlich alles so stattgefunden, nur halt ein wenig anders und mit einer anderen Verteilung der Rollen. Kenner werden hier schmunzeln und der Film erhält an diesen Stellen einen fetten Fan-Bonus.
Wo Regisseur und Drehbuchautor Rodriguez allerdings einen anderen Weg zu seinen bisherigen Werken einschlägt, ist die Geschichte selbst. In "El Mariachi" und "Desperado" war die Story jeweils recht einfach gestrickt und wurde gradlinig vorangetrieben. Bei "Irgendwann in Mexico" ist dies ganz anders. Hier gibt es etliche Nebenstränge, die teilweise nicht nur albern wirken, sondern zusätzlich auch noch für Verwirrung sorgen. Zeitweise verliert der Zuschauer vor lauter Verrat, Korruption und falschem oder undurchsichtigem Spiel den Überblick, was eindeutig an den schlecht ausgeführten und eingebundenen Nebenschauplätzen liegt. Da waren die doch einfach gestrickten Erzählungen eindeutig besser. Und auch die Tatsache, dass wegen jeder Kleinigkeit Personen gleich getötet werden, wirkt mit der Zeit einfach nur nervig, überhaupt ist der Film in Sachen Gewalt ein bis zwei Nummern härter als der schon nicht zimperliche "Desperado", und die FSK-Einstufung "Keine Jugendfreigabe" ist durchaus berechtigt. Aber keine Sorge, Freunde des Mariachi können auch am 3. Teil der Saga ihre Freude haben. Aber wahrscheinlich nur dann, wenn man der Geschichte nur beiläufig Aufmerksamkeit schenkt und sich vordergründig auf das konzentriert, was Robert Rodriguez' Filme einzigartig macht - die einfalls-, abwechslungsreiche und comichafte Action, die durch die rasante Schnittweise noch zusätzlich an Fahrt gewinnt und wovon es auch hier mehr als genug zu finden gibt. Bei all dem kommt dann auch der typische, vor coolness sprühende Humor nicht zu kurz, obgleich dieser an manchen Stellen schon ein wenig zu dick aufgetragen wird, wodurch einige Passagen ein klein wenig peinlich oder albern erscheinen.
Bei den Darstellern gibt es einen großen Auflauf bekannter Gesichter. Allen voran Antonio Banderas ("Der 13. Krieger") in der Rolle des Mariachis, der den Archetyp des männlichen Helden darstellt und seine perfekte Leistung aus Desperado wiederholen kann. Eine weitere große Rolle übernimmt Johnny Depp als zwielichtiger CIA.Agent Sands, die ähnlich skurril wie seine Jack Sparrows Darstellung in "Fluch der Karibik" angelegt ist, dabei nicht ganz so überzeugend wirkt, aber trotzdem sehenswert ist. Salma Hayeks ("Frida") Auftritte sind recht sparsam gesät, da sie nur in kurzen Rückblicken zu bewundern ist. Ein neuer weiblicher Blickfang ist Eva Mendes ("2 fast 2 furious") in der Rolle der zwielichtigen Agentin Ajedrez, allerdings hat sie nicht die Möglichkeit, in ähnlicher Weise zu glänzen wie Miss Hayek. Wenig positiv ins Auge fällt Sanges-Barde Enrique Iglesias, der schlichtweg fehl am Platze ist und als pistolenschwingender Mariachi an der Seite von Banderas in Sachen Härte wie Milch neben Whisky erscheint. Keinen Deut besser ist Mickey Rourke, der so peinlich auf dem Schirm herüberkommt wie ein Hamster unter stetigem Drogeneinfluss. Willem Dafoe ("Spider-Man") in der Rolle des Drogenbarons liefert ein routiniertes Spiel ab, genauso wie Danny Trejo ("Con Air") als eiskalter Killer.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist nahezu perfekt. Kräftige Farben, gestochen scharfe Konturen und ein Kontrast, der dem Bild einen plastischen Eindruck verleiht, sowie das Fehlen jeglicher Verschmutzungen sorgen für ein perfektes Sehvergnügen. Der Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar verständlich, doch wird im Effektbereich die Explosivität des DVD zum Vorgänger "Desperado" schmerzlich vermisst. Vor allem im Bassbereich hat die Tonspur Defizite, wodurch Explosionen und Schüsse teilweise recht harmlos erscheinen. Die englische Spur kann in diesem Bereich eher punkten, obwohl auch hier noch wesentlich mehr aus dem Sound herauszuholen gewesen wäre!
Bonusmaterial gibt es reichlich. Neben dem Regiekommentar von Robert Rodriguez finden sich unter dem Punkt "Filmdokumentationen" insgesamt 6 Einzeldokumentationen, die u.a. einen sehr detaillierten Blick auf die Effekte, sowohl CGI und On Set, werfen und wirklich bis ins kleinste Detail auf die Entstehung eingehen. Des Weiteren gibt es einen kleinen unterhaltsamen Kochkurs mit dem Filmemacher, einen Vortrag von ihm über die Kompromisse, die beim Filmemachen eingegangen werden müssen, sowie einen Kurs, wie man Helden stilecht auf die Leinwand bringt. Am Ende dieser 6 Beiträge ist der Wissensdurst beispielhaft erfüllt, denn anstelle von werbeträchtigen Botschaften gibt es handfeste Fakten. Und mit den 8 recht lustigen entfallenen Szenen, die auf Wunsch mit einem Kommentar des Regisseurs betrachtet werden können, den Filmografien, einem DVD-Rom Part und einem kleinen Booklet kann man die Ausstattung nur als beispielhaft bezeichnen.
Fazit:
Keine Frage - Antonio Banderas ist der Desperado, der Archetyp des harten männlichen Beschützers. Da kann auch eine höchst verwirrende Story nichts dran ändern und allein die Kämpfe und Schießerein des Filmes machen "Irgendwann in Mexico" zum Pflichtprogramm von Actionfans, auch wenn er meilenweit von "Desperado" entfernt anzusiedeln ist. Aus technischer Sicht kann die DVD Fans fast zu 100% begeistern, lediglich die fehlende Kraft im Surroundsound führt zu einer leichten Abwertung, dafür ist das Bonusmaterial beispielhaft.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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97:34 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch, Türkisch, Ungarisch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar des Regisseurs
- 10 Minuten Filmschule mit Robert Rodriguez
- Einblicke in die Troublemaker Studios
- 10 Minuten Kochschule mit Robert Rodriguez
- Film is Dead - Ein Abend mit Robert Rodriguez
- Die Reise eines Antihelden
- The Good, the Bad, the Bloody - Special Effects
- Entfallene Szenen
- Filmografien
- DVD-Rom
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Irgendwann in Mexico
Once upon a time in Mexico
Antonio Banderas ist zurück in seiner Paraderolle als Mariachi, Desperado und Rächer
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Mexiko / USA, 2003 Regie: Robert Rodriguez Drehbuch: Robert Rodriguez Darsteller: Antonio Banderas, Salma Hayek, Johnny Depp, Mickey Rourke, Eva Mendes, Danny Trejo, Enrique Iglesias, Cheech Marin, Ruben Blades, Willem Dafoe, Gerardo Vigil
Label :
Sony Pictures Home Entertainment
Verkaufsstart : 09.03.2004
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