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DVD-Besprechung - Kill Bill - Vol. 1
Story:
Unter der Leitung von Bill (David Carradine) wird eine Hochzeitsgesellschaft kaltblütig während der Trauung massakriert. Die einzige Überlebende ist die Braut (Uma Thurman). 4 Jahre später erwacht sie aus ihrem Koma und hat nur noch einen Gedanken - Rache an all denjenigen, die den eigentlich als schönsten Tag ihres Lebens gedachten Tag zum Vorhof von Dantes Inferno werden ließen.
Meinung zum Film:
Quentin Tarantino war schon immer ein Freund von Anleihen bei den bekannten Werken der Filmgeschichte. Und in diesem Punkt macht auch "Kill Bill: Vol. 1" keine Ausnahme. So gibt es Anspielungen an die alten Charlie Chan-Filme, als der Sheriff seinen Nachwuchs mit "Sohn Nummer 1" anspricht, es treten Yakuza-Killer in Masken auf, die nicht wenig an den "Green Hornet" erinnern und zu Beginn wird ein Logo eingeblendet, das Erinnerungen an die alten Shaw Brother-Eastern hervorruft. Und auch der Einfluss verschiedener Genrerichtungen ist nicht zu leugnen: fernöstlich klingende Verfremdung von Musikstücken, wilden Kampfeinlagen mit Samuraischwertern und das zeitweise Aussetzen der Schwerkraft lassen ihre Wurzeln in den asiatischen Karate- und Samurai-Spektakeln erkennen. Doch auch der gute alte Italo-Western hinterlässt deutliche Spuren. Vor allem die Musik erinnert immer wieder an die Werke von Kultregisseur Sergio Leone und die Close-Ups von Augenpaaren und die Kameraarbeit in den Duell-Szenen unterstreichen diesen Eindruck nachhaltig. Angereichert wird das ganze mit dem bunten 60er Jahre Psychedelic-Look und Pop-Art-Kitsch, dem der Regisseur schon lange verfallen ist.
In der technischen Umsetzung seines Filmes wendet Tarantino Stilmittel an, die diesen zu einem experimentellen Werk, aber auch zu einem Wagnis werden lassen. Um ihn älter wirken zu lassen, wird in einer Szene schon mal die Musik aus den Effektlautsprechern genommen, um dann nur noch blechern aus dem Frontlautsprecher zu ertönen. Kurze Zeit später geht es dann gleich ganz modern weiter, wenn ein ganzer Erzählstrang als waschechter Anime vorgetragen wird. Zwischendurch gibt es dann immer wieder die für 70er Jahre-Filme und -Serien typischen Einblendungen, die nähere Informationen über einzelne Personen oder Orte in kurzen Schriftzügen zum besten geben oder einfach das folgende Kapitel beim Namen nennen. Auch der häufige Einsatz der japanischen Sprache, die dann mit deutschen Untertiteln verständlich gemacht wird, ist eher ungewöhnlich für eine große amerikanische Filmproduktion und sicherlich auch sehr gewöhnungsbedürftig, was auch für eine längere schwarz/weiß Szene gilt. Der Erzählstil von Tarantino ist sicherlich noch nie in den Verdacht gekommen, linear und gradlinig zu sein. Doch mit "Kill Bill: Vol. 1" setzt er den bisherigen Varianten noch eins oben drauf, da es sehr häufige Sprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit gibt, die zeitweise schon ein klein wenig verwirren können. Die erwähnten Stilmittel setzen beim Zuschauer die Bereitschaft voraus, sich auf die (selbst für Tarantino-Verhältnisse) ungewöhnliche und experimentelle Inszenierung des Films einzulassen.
Bei den Darstellern steht in vorderster Front wieder einmal Tarantino-Muse Uma Thurman ("Pulp Fiction"), die der rachelüsternen Braut die passende physiologische Präsenz verleiht. Ihr nimmt man den ganzen Film über den durchgeknallten und nicht minder durchtrainierten Racheengel ab. Ihr gegenüber steht ein Killerkommando, von dem im ersten Teil Vivicia A. Fox ("Set it off") und Lucy Liu ("Ally McBeal") zu erledigen sind. Beide können sie die durch das Drehbuch an sie gestellte Aufgabe sehr gut lösen. Ein weiterer, wichtiger Bestandteil eines Tarantino-Filmes ist die Musik. Und auch hier stellt "Kill Bill: Vol. 1" eine besonders gelungene Auswahl an Melodien bereit. Neben etlichen, an alte Spaghetti-Western erinnernder Klänge, gibt es auch Klassiker wie etwa den "The lonely Shepherd"-Song, den jeder bestimmt schon einmal gehört haben dürfte. Den letzten Rest zu einem sehr guten Film mit hohem Kultpotential tragen der Tarantino-übliche, abgedrehte Humor, die witzigen Dialoge und der ganz eigene Umgang mit Gewalt in comichafter Form bei. Diese geht grafisch teilweise sehr weit, doch wird sie durch die Art der Darbietung gleichzeitig auch wieder drastisch gemildert.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist eine wahre Wonne für die Augen und wirkt schon fast plastisch. Die Farben strahlen kräftig vom Schirm, der Kontrast und die Schärfe könnten kaum besser sein. Der deutsche DTS-Ton ist sehr angenehm und klar zu vernehmen, die Effektlautsprecher werden gezielt und exakt dosiert eingesetzt, um den Bildern an entsprechenden Stellen zusätzliche Kraft und Räumlichkeit zu verleihen.
Das Kernstück des Bonusmaterials stellt das gut 20-minütige Making Of dar, das mit einer Mischung aus Ausschnitten und Interviews über die Entstehung des Filmes berichtet. Des Weiteren gibt es noch die zwei Musikstücke der Band aus der Szene in der Yakuza-Bar und Trailer zum ersten und zweiten Teil. Insgesamt ein bisschen wenig und der einzige Makel an der digitalen Umsetzung.
Fazit:
Quentin Tarantino rückt mit "Kill Bill: Vol. 1" noch einen Schritt weiter von konventionellen Inszenierungsweisen ab, was sicherlich nicht jedermanns Geschmack sein dürfte. Doch wer mit der entsprechenden Empfangbarkeit für das Andersartige an den Film herangeht, für den wird dieses Werk sicherlich einen wahren Genuss mit extrem hohen Kultpotential darstellen. Die technische Umsetzung der DVD ist ohne wenn und aber klasse gelungen, lediglich das Bonusmaterial hätte etwas üppiger ausfallen können.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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106:11 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Italienisch, Spanisch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of "Die Ästhetik de Rache"
- Die Heavy Rockband "5,6,7,8's" mit "I walk like Jayne Mansfield" und "I'm blue"
- Kill Bill Vol. 1 & 2 Trailer
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Kill Bill: Vol. 1
Kill Bill: Vol. 1
Cool, hart, unterhaltend, comichaft, anders, Tarantino!
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2003 Regie: Quentin Tarantino Drehbuch: Quentin Tarantino Darsteller: Uma Thurman, Lucy Liu, Vivicia A. Fox, Michael Madsen, Daryl Hannah, David Carradine
Label :
Miramax
Verkaufsstart : 22.04.2004
Vertrieb :
Walt Disney Studios Home Entertainment Switzerland
Verkaufsstart : 22.04.2004
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