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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - Killing Words

Story:
Professor Ramon (Dario Grandinetti) ist ein perverser Serienkiller. Er tötet zufällig ausgewählte Personen jeder Rasse und jeden Alters und hält anschließend in einem Videotagebuch seine Gefühle fest. Sein nächstes Opfer soll seine Ex-Frau Laura (Goya Toldeo) werden, die er in seiner Todeskammer an einen Stuhl gefesselt hat und der er ausführlich und detailliert von seinem abartigen Hobby berichtet. Aber seine Frau, eine erfahrene Psychologin, stellt sich als ebenbürtiger Gegenspieler dar und sie nimmt den psychischen Kampf gegen ihren Peiniger auf.

Meinung zum Film:
Zu Beginn des Filmes, während des Vorspanns, erzählt Ramon von seiner Ermordung einer Frau. Regisseurin Laura Mañá, die in "Wenn die Glocke 13 schlägt" noch als Schauspielerin zu sehen war, beginnt mit einer extremen Nahaufnahme der Augen ihres Protagonisten. Ganz langsam, fast unmerklich, zoomt sie aus diesem extremen Close-Up heraus, bis der Fernseher, auf dem die Aussage abgespielt wird, und ein Teil um diesen herum angezeigt wird. Ähnlich geschickt und wirkungsvoll geht die Regisseurin auch später bei ihren Bildkompositionen vor. Es gibt verschiedene Kamerafahrten entlang Objekten, Spielereien mit Schnitten und Bewegungen, so wie interessante Übergänge zwischen einzelnen Lokationen. Dies verleiht dem Film fast eine künstlerische Note und lässt ihn trotz seiner nahezu auf vier Personen und zwei Räume begrenzten Handlung nie langweilig erscheinen.

Durch die Einleitung bekommt der Zuschauer gleich den passenden Eindruck von der Psyche Ramons. Dario Grandinetti ("Hable Con Ella - Sprich mit ihr") spielt diesen Part recht beeindruckend. Eiskalt und gefühlsarm erzählt er von seinen abartigen Taten und Vorhaben als würde es sich dabei lediglich um die Erläuterung eines Kochrezeptes handeln. Auch im Gespräch mit der Polizei schafft es Ramon, die Zügel in der Hand zu behalten. Er lässt sich nur kurz verunsichern, um dann anschließen wieder die Kontrolle zu übernehmen. Auf der anderen Seite steht eine nicht minder gut aufgelegte Goya Toldeo ("Amores perros") in der Rolle seiner Ex-Frau, die in ihrer Gefühlslage immer wieder zwischen Hoffnungslosigkeit und Kampfeswillen schwankt. Gegen Mitte des Filmes kippt die Stimmung und auf einmal ist es Laura, die die Führung übernimmt. Beim Zuschauer machen sich zudem Zweifel breit, wie viel überhaupt an Ramons ganzen Tötungs-Geschichten dran sein mag. Die Regisseurin sorgt für genügend Wendungen der Handlung, mit denen sie das Publikum immer wieder aus seinen Vermutungen reißt.

Laura Mañá setzt in ihrem Werk einige interessante Aspekte ein. So gibt Ramon seiner Frau, die während der Scheidung vor Gericht Abartiges über sein Verhalten aussagte, die Schuld an seinem perversen Drang zu töten. Laura wiederum nutzt ihr Wissen um die menschliche Psyche und versucht ihren Peiniger aus der Reserve zu locken, um so vielleicht doch noch ihr Leben zu retten. Am Ende weiß man als Zuschauer gar nicht mehr so recht, was man überhaupt glauben darf. Dabei geht es dem Film weniger darum, ob Laura es gelingt, dem Tod zu entkommen als vielmehr um die Frage, wie Ramon zu dem eiskalten Killer werden konnte, der jegliches Schuldbewusstsein verloren zu haben scheint und dessen einziges Vergnügen im Leben daraus besteht, andere Menschen zu quälen. Oder ob er sich all dies vielleicht doch nur ausgedacht hat? Und wenn ja, warum?

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist tadellos. Die Farben strahlen kräftig vom Schirm, der Kontrast bietet auch in den dunkleren Szenen noch genügend Durchblick. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar verständlich. Für Raumklang bietet der Film wenig Möglichkeiten und dementsprechend dezent fällt dieser dann auch aus.

Auf dem Bonussektor gibt es neben Teasern und einem Trailer ein liebevoll zusammengestelltes und interessantes Making Of, das in rund 30 Minuten die Entstehung des Filmes beleuchtet. Der Beitrag ist in spanischer Sprache, kommt aber mit deutschen Untertiteln daher.

Fazit:
"Killing Words" ist ein interessantes Psychodrama in Form eines Kammerspiels, das fast ausschließlich an zwei Orten stattfindet, ohne dabei langweilig zu werden. Dies ist vor allem dem guten Spiel von Dario Grandinetti in der Rolle des Killers zu verdanken, wie auch dem guten Stil von Regisseurin Laura Mañá. Wer an dieser Art Film gefallen findet, wird hier bestens unterhalten werden.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
87:03 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Spanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer in Deutsch und Spanisch
  • 2 Teaser
  • Making Of
Killing Words - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Killing Words
Palabras encadenadas

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Psychokrieg mit einem gewissenslosen Serienkiller


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Spanien, 2002
Regie:
Laura Mañá
Drehbuch:
Gloria Blanes, Jordi Galcerán
Darsteller:
Dario Grandinetti, Goya Toldedo, Fernando Guillen, Eric Bonicatto

Label Deutschland :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
19.10.2004