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DVD-Besprechung - Die letzte Kriegerin
Story:
Beth Heke (Rena Owen) wurde als stolze Tochter einer angesehenen Maohi Familie geboren. Doch sie brach schon früh mit der Familie, als sie sich entschied, Jake (Temuera Morrison) zu heiraten und in die Stadt zu ziehen. Mittlerweile hat Beth ihre eigene Familie mit 5 Kindern und auch ihre eigenen Sorgen. Ihr ältester Sohn Nig (Julian Arahanga) lebt mit einer Gang und Sohn Boogie (Taungaroa Emile) wurde in ein Heim für schwererziehbare Kinder gesteckt. Das größte Problem ist jedoch Jake, der sich immer häufiger mit seinen Freunden betrinkt und sich immer wieder zu brutalem und unmenschlichem Verhalten gegenüber Beth herablässt. Doch erst als ihre sensible Tochter Grace (Mamaengaroa Kerr-Be) von einem Saufkumpanen Jakes vergewaltigt wird und daraus erschütternde Konsequenzen entstehen, entschließt sich die einst so stolze Maohi, gegen ihre Peiniger anzukämpfen und sich nicht mehr in ihr Schicksal zu ergeben.
Meinung zum Film:
Regisseur Lee Tamahori ("James Bond - Stirb an einem anderen Tag") hat mit seinem Film "Die letzte Kriegerin" ein beeindruckendes und an die Substanz der Zuschauer gehendes Stück Film geschaffen, welches das Martyrium einer Frau für den Betrachter mitfühlbar macht. Wenn Beth wieder und wieder von Jake geschlagen und misshandelt wird, wenn sie sich von ihm erniedrigen lässt und alles hinnimmt, während sie sich an die schöne Zeiten mit ihm klammert, dürfte dies für viele im ersten Moment nicht begreifbar sein. Doch eines ist sicher - was Beth durchmacht ist kein Einzelschicksal. Die aktenkundigen Fälle, die an die Öffentlichkeit durchdringen, sprechen eine deutliche Sprache. Der Mensch tendiert oft dazu, sich an Gewohntem und den Gedanken an schönere Tage festzuhalten. Auch dann, wenn letztgenannte mit der Zeit fast nur noch in der Erinnerung stattfinden. Und so ergeht es auch Beth, die der Mentalität ihres Volkes entsprechend gegen das Ende ihrer Ehe kämpft, da sie nicht einsehen will, dass ihr Kampf in die falsche Richtung geht.
Rena Owen ("Nemesis Game") verkörpert die Rolle der leidgeprüften Beth, die sich vieles gefallen lässt und erst, wenn es um ihre Kinder geht, beschließt zurückzuschlagen, authentisch und ergreifend. Sie bringt ihren Charakter mit einer solchen Glaubhaftigkeit auf den Schirm, dass sie ein entscheidender Schlüssel zum Gelingen des Filmes ist. Sie stellt den Konflikt und Stolz in ihrem Innersten nachvollziehbar dar. Sie sucht bei sich selbst nach Fehlern, die das unentschuldbare Verhalten ihres Mannes rechtfertigen könnte und denkt ständig an die schönen gemeinsamen Tagen zurück, während sie den täglichen Schmerz und das Leid verdrängt. Doch das ganze Szenario ist nicht so rührselig angelegt, dass es wie die nächstbeste Verfilmung eines kitschigen Groschenromans wirkt. Die Demütigungen und die Schmerzen Beths wurden so nachvollziehbar und authentisch inszeniert, dass sie auch beim Zuschauer ihre Wirkung hinterlassen.
Als Zuschauer sollte man sich von daher auf jeden Fall darüber bewusst sein, dass "Die letzte Kriegerin" fernab jeder Rosamunde Pilcher-Romantik liegt. Die Bilder, mit denen Lee Tamahori seine Zuschauer konfrontiert, sind schonungslos direkt. Wenn Jake seine Frau brutal zusammenschlägt, sitzt jeder Schlag auch in der Magengrube des Zuschauers. Wenn Beth sich mal um mal erniedrigen lässt, fühlt man sich auch als Betrachter peinlichst berührt. Über gut 98 Minuten holt der Regisseur sein Publikum in das harte und erbarmungslose Leben einer Frau, die vieles über sich ergehen lässt, um sich dann, wenn es eigentlich schon zu spät ist, darauf besinnt, woher sie kommt und wer sie ist. Ernstes und prägendes Kino der allerbesten Sorte!
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist ein klein wenig unscharf und teilweise ist leichtes Grundrauschen zu erkennen. Doch die kräftigen, natürlichen Farben und der gute Kontrast können die kleinen Makel wieder ausgleichen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist gut verständlich. Raumklang ist jedoch Mangelware. Das Geschehen spielt sich im vorderen Bereich ab.
Bonusmaterial gibt es bei dieser DVD neben dem Trailer leider gar nicht. Wie schon bei der ersten Auflage des Filmes von BMG, fehlt auch hier wieder jedwedes Hintergrundmaterial. Betrachtet man zusätzlich noch, dass bei beiden Versionen die Tonspur mit der Originalsynchro sowie Untertitel fehlen, und sich beide vom Bild her wie ein Ei dem anderen gleichen, stellt sich unweigerlich die Frage, warum Kinowelt die identische Fassung des Filmes noch einmal herausbringt. Nachbessern bei Bonus und den Tonspuren wären ein gutes Argument gewesen, Besitzer der alten Fassung zu einem erneuten Kauf zu bewegen.
Fazit:
"Die letzte Kriegerin" geht an die Substanzen des Zuschauers und lässt ihn am Martyrium einer einst stolzen Maohi-Kriegerin teilhaben. Der Film ist erschütternd und schwer zu verdauen, ohne dabei jedoch kitschig oder überzogen zu wirken. Wer die alte BMG-DVD bereits besitzt, hat nicht einen Grund, sich die Kinowelt-Variante zu kaufen. Bei denjenigen, bei denen die DVD allerdings noch nicht in den Besitz übergegangen ist, sollte spätestens jetzt der Zeitpunkt für einen Kauf gekommen sein!
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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98:46 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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Die letzte Kriegerin
Once Were Warriors
Schockierend - packend - emotional - ergreifend
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Neuseeland, 1994 Regie: Lee Tamahori Drehbuch: Riwia Brown (nach Alan Duff) Darsteller: Rena Owen, Temuera Morrison, Julian Arahanga, Taungaroa Emile, Mamaengaroa Kerr-Be
Label :
Arthaus
Verkaufsstart : 08.06.2004
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