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DVD-Besprechung - Die Nibelungen

Story:
Das Reich der Burgunder ist in Gefahr. Die Truppen des Dänenkönigs Lüdesgast stehen vor den Toren und nur durch die Hilfe des großen Drachentöters Siegfried (Uwe Beyer) gelingt es Burgunder König Gunther (Rolf Henniger), den Angreifer zu besiegen. Als Belohnung für seine Tat wünscht sich Siegfried von Xanten Kriemhild (Marian Marlow), die Schwester des Königs, zur Frau. Gunther gibt diesem Wunsch nach, allerdings nur unter der Bedingung, dass Siegfried ihn zuerst beim Werben um die Hand der isländischen Königin Brunhild (Karin Dor) unterstützt.

Obwohl das Herz der schönen Königin eigentlich Siegfried gehört, muss sie sich Gunther im Kampf, durch unentdecktes Eingreifen ihrer eigentlichen Liebe, geschlagen geben und somit nach altem isländischen Brauch, Frau des Burgunder Königs werden. Von Tag zu Tag wird der Xantener Held jedoch zum Dorn im Auge der Mächtigen am Burgunder Hof und Ritter Hagen von Tronje (Siegfried Wischnewski) hat einen Plan, wie der eigentlich Unbesiegbare doch noch aus dem Weg geschaffen werden kann...

Meinung zum Film:
Regisseur Harald Reinl gehört sicherlich zu den vielbeschäftigsten deutschen Regisseuren der 60er Jahre. Mit seinen Jerry Cotton-, Dr. Mabuse-, Edgar Wallace- und Winnetou-Verfilmungen prägte er das Kino dieser Zeit nachhaltig. Und wer die Filme um den Apachenhäuptling kennt, kann sich auch ein ungefähres Bild der Inszenierungsweise der Nibelungen machen. Es ging dem Regisseur sicherlich nicht um die detail- und historientreue Umsetzung des Nibelungenliedes, sondern viel mehr darum, großes Abenteuer-Unterhaltungskino auf die Leinwand zu zaubern.

Das Erzähltempo reitet dabei mit einer Geschwindigkeit durch den Film, dass es einem beim Zusehen schon ein wenig schwindelig werden kann. Es gibt kein langes Aufhalten bei tiefgehender Dramatisierung der einzelnen Charaktere, es geht Schlag auf Schlag in der Geschichte voran und es bleibt nur wenig Zeit, um zwischen den Ereignissen Luft zu holen. Dadurch wirkt die Erzählweise stellenweise allerdings auch extrem holprig und wirft zeitweise ein wenig den Wunsch nach sanfteren Szenenübergängen auf. Die Dialoge wirken teilweise auch extrem hölzern und die Darsteller gehören eher in die Sparte Publikumslieblinge als in die der ernstzunehmenden Charakterdarsteller. Und die Trickeffekte können bei heutigen Sehgewohnheiten natürlich im besten Falle ein Schmunzeln auf das Gesicht zaubern.

Aber bei all den genannten Punkten ist eindeutig festzuhalten, dass "Die Nibelungen" aller beste Unterhaltung bietet und mit Tempo und Charme deutsche Kultur auch einem jüngeren Publikum zugänglich macht. Selbst aus heutiger Sicht weiß der Film durch seine zeitlose Inszenierung, eine noch zeitlosere Saga auf packende Weise zu erzählen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild kommt mit kräftigen Farben und fast nicht vorhandenen Verschmutzungen daher, was für einen guten Eindruck sorgt. Schade nur, dass die Kompression den runden Eindruck schmälert und Nachzieheffekte sehr leicht und deutlich auszumachen sind. Der zu steil gewählte Kontrast sorgt zusätzlich für Überblendungen bei den Konturen. Das Bild auf der 2. DVD fällt sichtlich schlechter aus und kann den recht guten Eindruck der ersten DVD nicht halten. Vor allem Verschmutzungen und ein immer mal wieder unruhiger Bildstand drücken den Eindruck. Der in Dolby Digital 5.1 vorliegende Ton unterscheidet sich nur wenig von der ebenfalls vorhandenen Dolby-Digital-Mono-Spur, wenn dann meist eher negativ. Beide sind allerdings klar und ohne Verzerrungen zu genießen. Effekte aus dem hinteren Bereich sind jedoch an einer Hand abzuzählen, und der Mono-Ton generell die bessere Lösung.

Das Bonusmaterial ist relativ gering gehalten. Mit Trailern zu den beiden Nibelungen Teilen und der Wiederaufführung, einer umfangreichen Bildergalerie, und einem Interview mit Dieter Eppler, dem Darsteller des Rüdiger von Bechlarn, ist der eigentlich große Bonus das restaurierte Bild.

Fazit:
Eine Verfilmung deutschen Kulturguts, die in keiner ernsthaften Sammlung fehlen darf. Durch die abenteuerbetonte Umsetzung und der schnellen Inszenierungsweise, ist die Reinl'sche Version der Nibelungen Saga auch für ein jüngeres Publikum als abendfüllende Unterhaltung geeignet.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
2,35:1
2,35:1
171:34 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • Trailer "Siegfried"
  • Trailer "Kriemhilds Rache"
  • Wiederaufführungs-Trailer
  • Bildergalerie
  • Interview mit Dieter Eppler
Die Nibelungen - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die Nibelungen - Teil 1: Siegfried + Teil 2: Kriemhilds Rache
Die Nibelungen - Teil 1: Siegfried + Teil 2: Kriemhilds Rache

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Wiedereinmal sind die Frauen der Grund für den Untergang mächtiger Reiche


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / Jugoslawien, 1966
Regie:
Harald Reinl
Drehbuch:
Harald G. Petersson, Harald Reinl, Ladislas Fodor
Darsteller:
Uwe Beyer, Rolf Henniger, Siegfried Wischnewski, Maria Marlow, Karin Dor, Terence Hill, Dieter Eppler, Herbert Lom

Label Deutschland :
Polyband
Verkaufsstart Deutschland :
27.01.2003