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Blu-ray-Besprechung - Santa Claus - Der Film

Story:
Wegen eines Schneesturms landen ein Holzfäller (David Huddleston) und seine Frau (Judy Cornwell) bei den Kobolden am Nordpol, wo dieser gleich als Santa Claus empfangen wird. Er sieht anfangs nicht so richtig ein, warum er diese Rolle übernehmen sollte, doch Kobold Patch (Dudley Moore) macht ihm das Santa Claus-Dasein recht schnell schmackhaft. Doch umso mehr Jahrhunderte vergehen, umso mehr Probleme gibt es auch. Zum einen mit den Ansprüchen der Kundschaft auf der Erde, zum anderen aber auch mit dem internen Wettstreit, von solider Handarbeit und innovativen Produktionspraktiken.

Meinung zum Film:
"Santa Claus – Der Film" ist ein typischer Weihnachtsfilm, der voll auf Herzenswärme in seiner Geschichte und bunten Bildern bei der Umsetzung der weihnachtlichen Atmosphäre setzt. Vor allem die wunderbar farbenfrohen Bilder, die wie Projektionen aus der bonbonfarbenen Phantasie eines Kindes erscheinen, wurden mit großer Liebe zum Detail eingefangen. Dadurch wird vor allem die Koboldwerkstatt des Weihnachtsmannes am Nordpol zum Leben erweckt und der Zauber von Weihnachten alleine über die Aufnahmen, auch ohne Worte und Musik verbreitet. Es ist unschwer zu erkennen, dass "Santa Claus" ein Film ist, der sich besonders an die ganz Kleinen richtet und der versucht, ihre Vorstellung von Weihnachten in Bilder zu fassen. Dies hält aber auch reifere Semester nicht davon ab, den wunderbar anzusehenden Film in ihr Herz zu schließen.

Nicht zuletzt auch deswegen, weil der Film neben der kindgerechten Optik auch das Thema der Modernisierung und dem Bruch von Traditionen recht ansprechend verarbeitet. Es kommt die wichtige Frage auf, ob eine Modernisierung einer Werkstatt mit traditionellen Werten der richtige Weg sei, in diesem Fall weg vom traditionell durch Koboldhände gefertigten Spielzeug, hin zu fabrikmäßig produzierter Einheitsware. Wie weit die Symbolik für den Einzelnen trägt, ist sicherlich recht unterschiedlich, der Grundtenor dürfte aber jeden einfangen. Dass es dabei etwas kitschig und teils zuckersüß zugeht, mag den ein oder anderen Grinch bzw. Scrooge sicherlich stören. Generell überzieht Regisseur Jeannot Szwarc („Supergirl“) jedoch nie so weit, dass es selbst für weihnachtliche Verhältnisse zu viel des Zuckergusses wäre. Er behält immer die Kernaussage im Auge, dass Weihnachten ein traditionelles Familienfest darstellt, das trotz allen Konsums in erster Linie immer noch diese Aspekte im Mittelpunkt behalten sollte.

Darstellerisch wurden die Rollen durchweg bestens besetzt. David Huddleston („The Big Lebowski”) spielt den Weihnachtsmann als eine Art Vaterfigur mit der notwendigen Mischung aus Humor und Warmherzigkeit. Durch Judy Cornwell („Jane Austens Verführung“) als Misses Clause an seiner Seite wird die Figur noch weiter aufgewertet. Dudley Moore („Arthur - Kein Kind von Traurigkeit“) als vorwitziger Kobold mit Drang zum Fortschritt kommt herrlich überdreht und gleichermaßen gewitzt herüber. Es ist seinem natürlichen, kindlichen Charme zu verdanken, dass man ihm trotz seines Verrats an der Werkstatt des Weihnachtsmannes nicht gleich zum Teufel wünscht. Ganz anders sieht die Sache bei John Lithgow („Hinterm Mond gleich links“) aus, der den Part des Großíndustriellen wunderbar profitgeil ausfüllt, und somit den perfekten Fiesling als Gegengewicht zum väterlich-freundlichen Santa Claus darstellt.

Digitale Aufarbeitung:
Der Film ist in der internationalen Langfassung auf der Blu-ray enthalten, bei der in den Szenen, zu denen keine deutsche Synchronisation vorliegt, Untertitel eingeblendet werden. Das Bild vermittelt einen guten Schärfeeindruck, ist frei von Störungen sowie Defekten und überzeugt vor allem mit seinen wunderbar kräftigen Farben. Allerdings ist recht starkes Bildrauschen zu erkennen, was für empfindliche Filmfreunde evtl. ein Problem darstellen könnte. Der Ton liegt in unkomprimiertem Stereo-Ton vor und liefert ein schönes, breites Soundspektrum in der Front, das durchweg gut verständlich ist.

Im Gegensatz zur alten DVD-Veröffentlichung aus dem Jahr 2003 wurde kräftig bei den Extras nachgebessert. Da das Bonusmaterial allerdings keine Untertitel vorzuweisen hat, sind gute Englischkenntnisse notwendig, um diese verstehen zu können. Den Beginn macht das rund 50-minütige Making Of, das einen sehr charmanten, teils auch witzigen Einblick in die verschiedenen Aspekte der Entstehung des Films bietet. Es gibt zudem noch einen rund halbstündigen Eindruck von der Pressekonferenz, in der Patch und B.Z. ihre Arbeit präsentieren. Abschließend folgen noch ein paar nicht verwendete Szenen und zwei Trailer zum Film.

Fazit:
„Santa Claus – Der Film“ bietet runde Familienunterhaltung mit viel Herzenswärme und einer wunderbar bunten Farbenpracht, die man sich ohne Bedenken im Kreis der ganzen Familie ansehen kann. Mit viel Witz, Charme und einfach nur knuddeligen Rentieren versprüht der Film die richtige Weihnachtsatmosphäre zur Einstimmung auf das Fest.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
2,35:1
2,35:1
108:19 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Linear PCM 2.0
Linear PCM 2.0
Englisch
Linear PCM 2.0
Linear PCM 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Das Making of zu "Santa Claus"
  • Ausschnitte von der Pressekonferenz
  • Nicht verwendete Szenen
  • Trailer
Santa Claus - Der Film - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Santa Claus - Der Film
Santa Claus

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein warmherziger, farbenfroher Weihnachtsfilm für die ganze Familie


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1985
Regie:
Jeannot Szwarc
Drehbuch:
David Newman, Leslie Newman
Darsteller:
David Huddleston, Dudley Moore, John Lithgow, Judy Cornwell, Burgess Meredith

Label Deutschland :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
04.12.2009