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DVD-Besprechung - Schwarzer Engel
Story:
Michael Courtland (Cliff Robertson) verliert seine Frau Elizabeth (Geneviève Bujold) und seine Tochter Amy (Wanda Blackman), als er sich nach der Entführung seiner Familie von der Polizei dazu überreden lässt, bei der Lösegeldübergabe den Kidnappern eine Falle zu stellen. Der Versuch schlägt fehl und Michael lebt von nun an mit dem Schuldgefühl, für den Tod seiner Geliebten verantwortlich zu sein. 15 Jahre später besucht er während einer Florenz-Reise die Kirche, in der er Elizabeth seinerzeit kennengelernt hatte. Hier lernt er nun die junge Sandra (ebenfalls Geneviève Bujold) kennen, die seiner Frau wie aus dem Gesicht geschnitten gleicht. Er verliebt sich in die junge Frau und schon bald sollen die Hochzeitsglocken läuten. Aber wie kann es sein, dass Sandra Elizabeth so ähnlich sieht und wie kann es sein, dass er sie genau in der Kirche fand, in der er zum ersten mal seine verstorbene Ehefrau traf?
Meinung zum Film:
Als Brian de Palma "Schwarzer Engel" drehte, war er noch recht unbekannt. Nur wenige kannten den Regisseur mit dem Gespür für feine Spannung. Es gab zwar den ein oder anderen Filmfreund, der bereits durch "Schwestern des Bösen" auf den jungen Regisseur aufmerksam wurde, doch der große Durchbruch gelang De Palma erst mit der Verfilmung des Stephen King-Romans "Carrie". Mittlerweile hat sich sein Ruf als Meister der feinen Spannung und der feinen Charakterstudie weiter gefestigt, was u.a. an erfolgreichen Werken wie "Scarface" oder "Die Unbestechlichen" liegt. "Obsession", so der Originaltitel von "Schwarzer Engel", ließ aber schon erkennen, wo die Stärken des damals noch ungeschliffenen Diamanten liegen: Er vermag es in gekonnter Weise ein unterschwelliges Gefühl der Spannung und Beklemmung durch seine Bilder zu erzeugen. Er verknüpft geschickt das Drama-Genre mit Suspense-Elementen, und schafft somit eine ganz eigene Atmosphäre in seinen Filmen.
Cliff Robertson ("Spider-Man") spielt die Rolle des gebrochenen Mannes, der mit der erdrückenden Schuld leben muss, seiner Familie, als es darauf ankam, indirekt den Rücken gekehrt und dadurch ihre Ermordung provoziert zu haben, in eindringlicher Weise. In seinem Gesichtsausdruck steht die Bürde, die auf seiner Seele lastet, deutlich geschrieben. Erst als er sich über Sandra erneut in seine Frau verliebt, er dadurch eine Chance auf seinen Seelenfrieden und in gewisser Weise auch Vergebung erfährt, kommt das Leben wieder zurück in seine Gesichtszüge. Geneviève Bujold ("Coma") kann in ihrer Doppelrolle ebenfalls überzeugen. Vor allem ihre Darstellungsweise der Sandra ist sehr fördernd für den Film. Es ist nur schwer zu erkennen, ob sie sich durch die immer noch allgegenwärtige Präsenz Elizabeth' in Michaels Haus beängstigt und eingeschüchtert fühlt, oder ob es vielleicht ein eigenes Geheimnis ist, dass sie belastet. Eine Frage, die bis zum Ende auf ihre Beantwortung warten muss.
Die Story von "Schwarzer Engel" erinnert in Grundzügen an den Hitchcock Klassiker "Vertigo - Aus dem Reich der Toten", in dem James Stewart bei dem Versuch scheitert, Kim Novak, die Frau eines Freundes, von einem Selbstmord abzuhalten, anschließend an Schuldgefühlen zerbricht und einige Zeit später eine Frau kennen lernt, die der Verstorbenen verblüffend ähnlich sieht. In "Schwarzer Engel" ist es Michael, der versucht, durch Sandra seinen Seelenfrieden wiederzufinden um die Fehler der Vergangenheit an ihr wieder gut machen zu können. Doch die ganze Zeit über merkt man als Zuschauer, dass sich ein Unheil ganz langsam zusammenbraut und wartet unweigerlich darauf, dass es losbricht. Wenn es dann endlich soweit ist, geht es Schlag auf Schlag und aus unterschwelliger Spannung wird auf einmal eine adrenalinsteigernde Achterbahnfahrt. Das Finale am Flughafen zeigt sich dann mit einer dramatischen Szene, in dem so mancher mit schweißnassen Händen für kurze Zeit den Atem anhält.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Verschmutzungen sind erfolgreich aus der Vorlage verbannt worden und die Farben strahlen dem Betrachter vom Bildschirm aus entgegen, dafür glänzen weiße durch recht starke Überblendungen, es gibt ein stetiges Grundrauschen und die Konturenschärfe könnte auch ein wenig besser sein. Ob dies nun als störend empfunden wird, hängt stark von der Toleranz des Zuschauers ab: Puristen werden die Fehler sicherlich gleich entdecken und bemängeln, während bei toleranten Zeitgenossen das Ergebnis sicherlich noch als annehmbar empfunden wird. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 klingt ein wenig dumpf, in den Höhen beschnitten, dröhnend und Stimmen werden teilweise durch übersteuerte Musik überlagert. Der englische Dolby Digital 5.1 Sound glänzt zwar nicht durch räumliche Effekte, kann dafür aber mit einem sehr sauberen Klangbild dienen, das die Schwächen der deutschen Variante nicht teilt.
Neben dem Originaltrailer in Deutsch und Englisch gibt es noch eine Bildergalerie und die Dokumentation "Obsession Revisited", die in rund 36 Minuten einen sehr guten Einblick in die Entstehungsgeschichte des Films wirft und u.a. die Parallele zwischen "Schwarzer Engel" und "Vertigo" erklärt. Absolut sehenswert! Abgerundet wird der gute Eindruck des Hintergrundmaterials durch ein kleines Booklet, das auf 2 Seiten noch einmal nähere Informationen zum Film bietet.
Fazit:
Freunde von Suspense-Thrillern, die ohne große Schockmomente auskommen und deren Spannungsbogen subtil, aber stetig angespannt wird, werden mit dem schwarzen Engel Material aller erster Güte erhalten. Das Finale ist ein purer Adrenalinstoß. Die digitale Umsetzung ist sicherlich nicht die Allerbeste, aber immer noch ausreichend, um den Film genießen können.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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93:55 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Trailer in Deutsch und Englisch
- Dokumentation "Obsession Revisited"
- Bildergalerie
- Booklet
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Schwarzer Engel
Obsession
Ein ruhiger Spannungsaufbau mit einem perfekt inszenierten Finale
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1976 Regie: Brian de Palma Drehbuch: Paul Schrader , Brian De Plama Darsteller: Cliff Robertson, Geneviève Bujold, John Lithgow, Sylvia Williams, Wanda Blackman, Patrick McNamara, Stanley L. Reyes
Label :
Anolis Entertainment
Verkaufsstart : 15.04.2004
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