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DVD-Besprechung - Der Teufel führt Regie
Story:
Der Kriminelle Cocchi (Pier Paolo Capponi) entführt mit seiner Bande aus persönlicher Rache Rina (Antonia Santilli), die durchtriebene Tochter des Mafioso Don Giuseppe Daniello (Claudio Nicastro). Gegen den Willen des großen Bosses Don Corrasco (Richard Conte) will Daniello das geforderte Lösegeld heimlich zahlen und geht damit eine große Gefahr ein. Doch zu seinem Glück hat er mit dem knallharten Killer Lanzetta (Henry Silva) einen Fachmann an seiner Seite, der sich auf die Lösung von ausweglos erscheinenden Situation spezialisiert hat. Allerdings sind die Maßnahmen, die dieser dabei ergreift, nicht immer in der Weise, wie man es sich als Auftraggeber wünscht. Doch auch Don Corrasco weht ein rauher Wind ins Gesicht, da seine Bosse in Rom ihn auffordern, Cocchi entweder in die Familie aufzunehmen oder ihn für immer verschwinden zu lassen, damit wieder Ruhe einkehrt. Da Corrasco keinen Kalabresen in der sizilianischen Familie haben möchte, ist seine Wahl recht schnell getroffen.
Meinung zum Film:
Regisseur Fernando di Leo ("Milano Kaliber 9", "Das Schloss der blauen Vögel") gehört zu den bekannteren Regisseuren Italiens in den 70er Jahre. Seine Werke finden vor allem bei Freunden des Poliziottis, dem harten italienischen Mafia-Kinos, auch heute noch eine große Fangemeinde. Mit "Il Boss" legte er einen Film vor, der sich stark mit den Strukturen und Gepflogenheiten innerhalb der Familie beschäftigt und den Machtkampf mit einer konkurrierenden Organisation sehr nah an reellen Personen, Namen und Geschehnissen anlehnte, wodurch er nach Fertigstellung des Filmes immer mehr unter Verfolgungsängsten litt und er regelmäßig Angst um sein Leben hatte.
Wo "Der Teufel führt Regie" eindeutig seine große Stärke hat, ist bei seiner actionreichen Darstellung der Gepflogenheiten innerhalb der Mafia, ohne dabei zu langatmig zu werden. Die Strukturen, die den Zusammenhalt hoch halten, im gleichen Moment aber auch knallhart gegen jeden vorgehen, der sich nicht den Anordnungen des Höhergestellten hält, ist unterhaltend umgesetzt worden. Die nicht ganz so ausführlich ausgeführte, dafür aber nicht minder interessante Darstellung der Bestechlichkeit innerhalb der Polizei, die mit den Auseinandersetzungen zwischen dem korrupten Kommissar Tossi und dem dagegen ohnmächtigen Polizeipräsidenten verbildlicht wird, ist ein weiteres Puzzlestückchen zum Gelingen des Filmes. Der eindeutige Glanzpunkt bei den Darstellern der Produktion ist Henry Silva ("Die Killermeute", "Dick Tracy") als kaltblütiger Killer. Allein sein finsterer und versteinerter Blick reicht schon aus, um dem Zuschauer einen kalten Schauer über den Rücken zu jagen.
Das deutsche Publikum hat dank Koch Media nun endlich auch die Möglichkeit, den Film in voller Länge genießen zu können. Denn neben dem reißerischen, aber wenig zu dem Werk passenden Titel "Der Teufel führt Regie", der die schlichte Übersetzung des Originaltitels "Der Boss" ersetzte, wurde der Film in den 70er Jahren für den deutschen Verleih mit so vielen Schnitten belegt, dass ihm einiges an Klasse abhanden kam. Die bislang fehlenden Minuten sind auf Grund fehlender Synchronisation in italienischer Originalsprache mit deutschen Untertiteln vorhanden. Somit kann ein Highlight des Poliziotti-Genres endlich in seiner ganzen Pracht in überwiegend deutscher Sprache genossen werden!
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht für sein Alter einen sehr guten Eindruck. Es gibt zwar ein leichtes Grundrauschen zu erkennen und die Kantenschärfe ist nicht überzeugend, aber für eine eher kleinere Produktion ist das Ergebnis absolut sehenswert und weist extrem wenig Verschmutzungen oder Störungen auf. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 / Mono kann da nicht ganz mithalten, da es in den Höhen doch zu deutlichen Verzerrungen kommt. Ansonsten ist er jedoch gut verständlich und hat gegenüber der ebenfalls vorhanden, dumpferen italienischen Tonspur klar die Nase vorn.
Bonusmaterial ist nur wenig zu finden. Außer einer kurzen Bildergalerie und dem originalen Trailer zum Film gibt es hier nichts zu finden.
Fazit:
Endlich in voller Länge und in für den Film sehr guter Bildqualität, präsentiert "Koch Media" mit "Der Teufel führt Regie" einen weiteren Titel der beliebten Poliziottis. Freunde des harten italienischen Mafia-Thrillers müssen bei "Il Boss" einfach zugreifen. Aber durch seine actionreiche und spannende Inszenierung bietet der Film auch für ein Mainstream-Publikum ausreichend gute Unterhaltung.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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104:51 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Italienisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Bildergalerie
- Original Kinotrailer
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Der Teufel führt Regie
Il Boss
Streit kommt in den besten Familien vor - selbst bei der Mafia
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 1973 Regie: Fernando di Leo Drehbuch: Francesco Cuppini (nach dem Roman "Il Mafioso" von Peter McCurtin) Darsteller: Henry Silva, Richard Conte, Gianni Garko, Antonia Santilli, Corrado Gaipa, Marino Masé, Howard Ross, Claudio Nicastro
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 05.11.2004
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