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DVD-Besprechung - Wenn die Glocke 13 schlägt
Story:
Kurz nachdem sein Vater Mateo (Luis Tosar) durch einen Schuss ums Leben kommt, verlässt Jacobo (Juan Diego Botto) seine Heimat. Jahre später kehrt er zurück, als er erfährt, dass die tot geglaubte Mutter Carmen (Elvira Minguez) sich in einer Nervenheilanstalt befindet, um dort auf Grund eines schweren psychischen Leidens versorgt zu werden. Seine Mutter wird durch das Erscheinen ihres mittlerweile erwachsenen Kindes merklich aufgewühlt und ihr Zustand scheint sich zu verschlechtern. Und auch Jacobo hat mit einigen Problemen zu kämpfen, als sein verstorbener Vater ihm auf einmal erscheint und ihn dazu auffordert, seine künstlerische Arbeit zu Ende zu bringen.
Meinung zum Film:
Der Dortmunder Verleiher e-m-s hegt schon seit längerer Zeit eine Liebe für das spanische Mystery-Kino. Mit Filmen wie Jaume Balagueros "The Nameless" oder Pedro L.Barberos & Vincente J. Martins "Black Serenade" brachten die Westfalen bereits sehenswerte Filme in die Heimkinos und veröffentlichen nun mit Xavier Villaverdes "Wenn die Glocke 13 schlägt" einen weiteren hoffnungsvollen Kandidaten. Der Regisseur geht in seinem Werk behutsam vor in der Dosierung von Fakten über seinen Protagonisten, die dem Zuschauer stets genügend Informationen geben, um Interesse am Geschehen zu finden, aber zu wenig, um ihm den Mystery-Charakter zu nehmen. Erst mit der Zeit wird Stück für Stück ein bisschen mehr des Geheimnisses preisgegeben und in etwa ab der Mitte des Filmes bekommt man einen ungefähren Eindruck, was wirklich vor sich gehen mag. Aber langweilig wird der Film dadurch keineswegs.
Die Story von "Wenn die Glocke 13 schlägt" nimmt sich viel Zeit, um sich langsam zu entwickeln, seinem Protagonisten Leben einzuhauchen und ihn für den Zuschauer begreifbar zu machen. Stück für Stück wird man in die Psyche von Jacobo eingeführt, ohne dabei jedoch alles zu erfahren. Dem Zuschauer wird den Film über immer wieder eine neue Facette seiner Persönlichkeit, und vor allem auch seiner Vergangenheit offenbart. Dadurch wird es nie langweilig, und man sitzt voller Erwartung auf weitere Erläuterungen vor dem Schirm. Zum Ende hin wird der Film dann zusätzlich noch ziemlich ernst und enthält sehr viele Elemente eines Dramas, was ihm eine eigene Note verleiht, die ihn von Werken mit dem krampfhaften Versuch, mit einem überraschenden Ende zu glänzen, wohlig abhebt. Wer allerdings von Mystery-Filmen viel Hokus-Pokus erwartet, wird wahrscheinlich ein wenig enttäuscht werden. Denn die vor allem zum Ende hin aufkommenden Drama-Elemente und die langsame Einführung Jacobos geben dem Werk einen sehr ernsten, ruhigen Unterton.
Optisch weiß der Film ebenfalls zu gefallen. Durch geschicktes Plazieren von Schnitten im Wechsel mit kurzen Kameraschwenks und Totalen bleibt das Optische selbst bei Gesprächen in Bewegung, ohne dabei hektisch oder überdreht zu wirken. In den Schauermomenten glänzt der Filmemacher mit interessanten Perspektiven und spannungssteigernden Kamerafahrten. Die musikalische Unterlegung passt sich wunderbar in das melancholisch-schaurige Gesamtbild ein und ist ein zusätzlicher Spannungsträger. Die Darsteller wissen ebenfalls auf einem guten Durchschnittslevel zu überzeugen. Vor allem Juan Diego Betto ("Der Obrist und die Tänzerin") als leidender Jacobo und Luis Tosar ("La Comunidad - Allein unter Nachbarn") als geisterhafte Vater-Erscheinung tragen zum guten Gesamteindruck bei. Ausfälle gibt es darüber hinaus im darstellerischen Bereich gar keine zu vermelden. Und auch die deutsche Synchronisation weiß durch ihr professionelles Erscheinungsbild den Filmgenuss zu fördern.
Digitale Aufarbeitung:
Einer angenehmen Farbgebung und guten Kontrastwerten stehen Schwächen in der Konturenschärfe, gelegentliche Verschmutzungen und Bildrauschen gegenüber. Allerdings sind die negativen Aspekte nicht so dominant, dass sie das Sehvergnügen nachhaltig trüben. Der Ton liegt in Dolby Digital 5.1 und Surround auf der Disk vor, wobei sich beide Spuren kaum merkbar unterscheiden und mit dem gleichen gutem, aber unspektakulärem Ton daherkommen.
An Bonusmaterial gibt es ein Making Of zu finden, das aus einer Mischung aus Szenen vom Set, Filmausschnitten und Statements besteht. Das gesprochene Wort ist spanisch, lediglich die Statements Deutsch untertitelt. Bei "Behind the Scenes" handelt es sich um unkommentierte und zusammenhangslose Szenen vom Dreh. Es folgt noch der Videoclip von "The cookie crumbles" mit dem Song zum Film - "Fear". Abgerundet wird das Bonussegment durch diverse Trailer zum Film und einer selbstablaufenden Bildergalerie. Für eine kleinere Produktion ist die Zusammenstellung der Extras durchaus annehmbar.
Etwas merkwürdig ist die Inhaltsangabe auf dem Cover der DVD. Wer den Film gesehen hat, kann sich nur unweigerlich fragen, ob der Autor dieses Vergnügen ebenfalls hatte. Eine grobe Vermutung lautet, dass dies eher nicht der Fall war, da er ansonsten nicht diese nur sehr wenig passende Inhaltsangabe geschrieben hätte.
Fazit:
"Wenn die Glocke 13 schlägt" ist ein gut gemachtes Mystery-Drama, das mit einer unheimlichen und melancholischen Stimmung in seinen Bann zieht und den Zuschauer voller Interesse am Schirm hält. Die DVD Umsetzung ist nicht perfekt, aber immer noch guter Durchschnitt. Wer Mysteryfilme mit ernstem Hintergrund mag, wird an diesem Film sicherlich seine Freude haben.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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102:48 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Surround | Spanisch Dolby Digital 5.1 |
Spanisch Dolby Surround |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Behind the Scenes
- Videoclip "Near"
- Trailer
- Teaser
- Spots
- Bildergalerie
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Wenn die Glocke 13 schlägt
Trece Campanadas
Ein Mystery-Drama für Freunde ernster Gruselstimmung
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Spanien, 2002 Regie: Xavier Villaverde Drehbuch: Curro Royo Juan, Vicente Pozuelo, Xavier Villaverde (nach Suso de Toro) Darsteller: Juan Diego Botto, Luis Tosar, Marta Etura, Elvira Minguez, Laura Mañá
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 16.09.2004
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