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DVD-Besprechung - Slaughterhouse Of The Rising Sun

Story:
Jennifer (Cheryl Dent) ist Pornodarstellerin, doch nach zig Produktionen flippt sie beim Dreh aus und verletzt ihren Drehpartner schwer. Sie landet folgerichtig in einer Nervenklinik, in der sie therapiert wird. Mit Psychopharmaka im Gepäck wird sie nach einiger Zeit auch wieder entlassen, mit der Auflage, sich in die Obhut ihrer Eltern zu begeben. Dazu kommt es aber nicht, da sie dies zum einen ablehnt und zum anderen, da sie nach einem Überfall in einer Gruppe von Hippies landet, die mehr im Sinn haben als Drogen und eine gute Zeit. Gemeinsam landen sie in einem verlassenen Haus, in dem ein Massaker stattgefunden haben soll. Kaum angekommen, beginnt eine weitere Mordserie.

Meinung zum Film:
Der Beginn von "Slaughterhouse of the rising sun" gibt dem Zuschauer schnell den entscheidenden Hinweis auf die Auflösung des Films und wer dort offensichtlich ein Massaker anrichten wird. Das haben auch die Produzenten dann irgendwann gemerkt und die Story brachial in eine andere Richtung gewendet, um dem Zuschauer etwas anderes vorzugaukeln. Der Rest der Inszenierung hingegen kann getrost als solide beschrieben werden, wobei der letzte Schliff zu fehlen scheint. Die Charaktere sind sehr eindimensional, was es den Schauspielern nahezu unmöglich macht, ihr Spiel überzeugend zu gestalten. Vor allem die Protagonistin Jennifer wird mit ihren immer wiederkehrenden Visionen in eine klischeehafte Ecke gedrängt, so dass dieses eigentlich als Stilelement gedachte filmische Werkzeug schnell seine Wirkung verliert.

Für Slasherfans, die einen Retro-Look mögen, wird der Film sicherlich etwas sein, da viele Elemente aus den Horrorstreifen der siebziger und achtziger Jahre übernommen wurden. Hippies, Drogen., wackelige Kameraführung und fetzige, zweitklassige Musik sind die Basis der einfältigen Story und irgendwie wird man das Gefühl nicht los, alles schon einmal gesehen zu haben. Der vielleicht größte Fehler ist der Covertext, da er sich mit "TCM" und "The Hills Have Eyes" vergleicht. Da haben sich die Produzenten weit aus dem Fenster gelehnt, denn die Qualität und Originalität der beiden Klassiker erreicht "Slaughterhouse Of The Rising Sun" nie. Dies ist dann auch der Grund, warum er eher ein Nischenfilm ist, der von einem breiten Publikum nicht beachtet werden wird.

Aber der Film hat auch eine gewisse Originalität, denn per Vorspann wird dem Zuschauer suggeriert, dass er ein lange verschollen geglaubter Horrorstreifen aus den siebziger Jahren ist. Interessanterweise wird der Hippie-Ansatz von Frieden, Freundlichkeit und gegenseitiger Liebe komplett auf den Kopf gestellt, da die Truppe, auf die Jennifer trifft, eher eine Gruppe von Outlaws ist, die von Gegend zu Gegend zieht und dabei eine blutige Spur hinterlässt. So wundert es dann auch nicht, dass es dem Zuschauer relativ egal ist, wenn einer von ihnen sein Leben aushaucht. Die Spannung, wer dies tut ist immerhin auch raus, aufgrund des informativen Auftakts.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt stellenweise sehr weich und ein wenig schwammig, vor allem bei Szenen im Tageslicht. Bei Aufnahmen in der Dunkelheit stellt sich dieser Eindruck weniger ein und die natürlichen Farben kommen besser zur Geltung. Der deutsche Ton ist gelungen und hinterlässt einen ordentlichen Eindruck.

Zunächst können der deutsche und der englische Originaltrailer bei den Extras abgerufen werden. Es folgen etwas über 6 Minuten mit geschnittenen Szenen, die teilweise interessant sind, allerdings wird auch deutlich, warum sie nicht im Hauptfilm landeten. Das Extra "Making Of: Losing the Light" steht ganz im Licht des Versuchs, den Film als einen verschollenen Vin-Crease-Streifen darzustellen. Also bitte nicht alles bierernst nehmen, was da so erklärt wird. Selbiges gilt für das "Making Of: Aftermath", was eine Art Nachbetrachtung vier Jahre nach dem Dreh sein soll. Ungewöhnlich, aber sehr unterhaltsam.

Fazit:
"Slaughterhouse Of The Rising Sun" ist ein B-Movie, das nicht halten kann, was der Covertext verspricht. Fans des Genres werden den Film vermutlich mögen, Mainstreamkunden werden sich eher gegen den Film entscheiden. Technisch gibt es kleinere Schwächen beim Bild, ansonsten geht die DVD in Ordnung.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,78:1
1,78:1
78:06 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of: Losing The Light
  • Making Of: Aftermath
  • Trailer
  • Deleted Scenes
Slaughterhouse Of The Rising Sun - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Slaughterhouse Of The Rising Sun
Slaughterhouse Of The Rising Sun

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Retro-Slasher ohne wirkliche Spannung


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
Jim McMahon
Drehbuch:
Jim McMahon
Darsteller:
Cheryl Dent, Vin Crease, Michele Morrow, Ryan Rogoff, Chris Garnant

Label Deutschland :
Atomik Films
Verkaufsstart Deutschland :
19.04.2007