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DVD-Besprechung - The Chumscrubber - Glück in kleinen Dosen
Story:
Troy (Josh Janowicz) ist auf der Highschool ein gefragter Dealer, was aber nicht heißt, dass er frei von Sorgen ist. Kurzerhand hängt er sich im Gartenhaus seiner Mutter Carrie (Glenn Close) auf, während diese ein rauschendes Nachbarschaftsfest gibt. Sein bester Freund Dean (Jamie Bell) findet ihn und ab da ändert sich Deans Lebens komplett. Die undurchsichtige Crystal (Camilla Belle) und ihre Freunde wollen Troys Drogendepot und versuchen dieses von Dean zu bekommen. Um ihn unter Druck zu setzen, entführen sie seinen kleinen Bruder, allerdings passiert ihnen ein kleines Missgeschick. Der entführte Junge ist gar nicht sein Bruder, die Nachwuchsgangster haben schlicht den Falschen erwischt.
Meinung zum Film:
Mit "The Chumscrubber" steht der Zuschauer einem Drama gegenüber, welches durch gewisse Absurditäten aufgelockert wird. Dazu gehören das regelmäßige Auftauchen des erhängten Schülers, die Vision der Computerfigur des "Chumscrubber" und merkwürdige Verhaltensweisen der agierenden Personen. Wenn in einer nach außen vollkommen intakten Gesellschaft bzw. Nachbarschaft Highschool-Kids meinen, sich als Großstadtgangster profilieren zu müssen, dann könnte man glauben, dass da etwas nicht so läuft, wie es laufen sollte. Oder aber die leichten mentalen Aussetzer des Bürgermeisters, wenn er sich in voller Montur in den Pool einer Bekannten stürzt oder aber sein Haus mit blauen Delfinen verziert. Aber keine Bange, alle Merkwürdigkeiten werden mehr oder minder schnell aufgeklärt und es bleibt kein Zuschauer auf der Strecke.
Die Story ist durchaus vielschichtig angelegt und verfügt über recht eigene Charaktere. Die Mutter des toten Jungen, Carrie Johnson, wird von einer gut aufgelegten Glenn Close ("101 Dalmatiner") perfekt verkörpert. Traumatisiert vom Selbstmord ihres Sohnes stolpert sie durch die Nachbarschaft und erklärt allen Nachbarn, dass sie diese nicht für den Tod ihres Sohnes verantwortlich macht. Da staunt man als Nachbar nicht schlecht und kontrolliert besser die Türschlösser. Und die Beisetzung ihres Kindes genau auf die Trauung ihres Nachbarn und Bürgermeisters zu terminieren, entpuppt sich als Grundlage eines furiosen Finales. Hauptdarsteller ist aber in jedem Fall Jamie Bell, der ich als "Billy Elliot" in die Herzen der Zuschauer tanzte. Als Außenseiter Dean muss er nicht nur die Geringschätzung seiner Mitschüler erdulden, nein, er muss auch den Tod seines besten Freundes verarbeiten. Obwohl sein Vater Psychologe ist, legt dieser bei dem Versuch, seinem Sohn zu helfen, eine komplett instinktlose Bruchlandung hin.
Der eigentliche Kern der Geschichte ist, dass Eltern sich nicht mehr ausreichend um ihre Kinder kümmern und dass diese sich wiederum den Erziehungsberechtigten völlig entziehen. Die Vielfalt, in der sich diese gesellschaftliche Schieflage darstellt, wird in allen Facetten gezeigt. Mütter betreiben den Vertrieb von Nahrungsergänzungsmitteln von zu Hause aus, gärtnern um die Wette oder bemerken nicht einmal, dass der eigene Spross seit Tagen nicht zu Hause ist. Der Umkehrschluss der Filmemacher ist allerdings provokativ, denn es wird der Eindruck erweckt, dass dies die Motivation ist, sich auf Drogen einzulassen. "The Chumscrubber" ist solide inszeniert, verfügt über ordentliche Charaktere und gute Schauspieler. Der Film ist zwar kein überragendes Meisterwerk, doch ansehen kann man das böse Spiel gut und auch die rund 103 Minuten Laufzeit sind schnell vorüber.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist vollkommen in Ordnung, wozu ausgewogene Farben und ein sauberer Kontrast beitragen. Beim Ton gibt es ebenfalls keinerlei Abstriche und es gibt vor allem im Musikbereich dann auch Surroundeffekte.
Zunächst gibt es einen Audiokommentar von Regisseur Arie Posin und Drehbuchautor Zac Standfort. Leider hat man es nicht für notwendig empfunden, diesen mit deutschen Untertiteln zu versehen und für ungeübte Linguisten kann die englische Sprache hier eine echte Hürde sein. Das Making Of ist informativ, geht aber nicht zu sehr ins Detail. Bei knapp 12 Minuten Laufzeit ist dies dann aber auch nicht weiter verwunderlich. Insgesamt gibt es dann noch zehn geschnittene bzw. erweiterte Szenen, die ebenfalls nur auf Englisch abrufbar sind. Ob sie in dieser Form in den Hauptfilm passen, ist sicherlich Geschmackssache. Der deutsche und der englische Trailer sollten besser erst nach dem Hauptfilm angesehen werden, da sie zu viel zeigen und so einiges an Spannung nehmen können. Die Bildergalerie ist musikalisch unterlegt und dauert exakt drei Minuten.
Fazit:
Das Bild ist vollkommen in Ordnung, wozu ausgewogene Farben und ein sauberer Kontrast beitragen. Beim Ton gibt es ebenfalls keinerlei Abstriche und es gibt vor allem im Musikbereich dann auch Surroundeffekte.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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103:08 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Deleted/ Extended Scenes
- Audiokommentar von Regisseur Arie Posin und Drehbuchautor Zac Standfort
- Originaltrailer
- Bildergalerie
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The Chumscrubber
The Chumscrubber
Ach wie intakt die Gesellschaft doch ist
Autor der Besprechung:
Jörg Hesse
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005 Regie: Arie Posin Drehbuch: Arie Posin, Zac Stanford Darsteller: Carrie-Anne Moss, Glenn Close, Jamie Bell, John Heard, Lauren Holly, Rita Wilson
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 21.06.2007
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