Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  The Yes Men
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - The Yes Men

Story:
Internationale Konzerne suchen immer das eine: Profit. Und wenn solche Konzerne sich einer mächtigen Organisation bedienen, dann ruft das Gegner auf den Plan. Da gibt es Leute, die sich sprechende Barbie-Puppen und GI-Joe-Figuren kaufen, um deren Sprachchips zu vertauschen und die so präparierten Kinderfreuden dann wieder unbemerkt in die Regale zu stellen. Man stelle sich nun vor, wie Barbie zum Kampf aufruft und der wackere Soldat etwas vom Blumen pflücken von sich gibt. Wenn nun diese Leute versehentlich zu Wirtschaftssymposien eingeladen werden, dann ist klar, dass deren Ansprachen und Vorträge pure Satire sein müssen.

Meinung zum Film:
Wer gegen bestehende Normen, Regierungen oder Lobbyisten demonstrieren will, der hat etliche Möglichkeiten. Demonstrationen sind ein Mittel, Unterschriften ein weiteres und dann gibt es doch auch noch die modernen Kommunikationsmittel. Wer kennt nicht die Satiren der Zeitschrift "Titanic", die immer wieder provozieren und einige Ungereimtheit in unserer Gesellschaft an den Pranger stellen. So etwas kann auch als Internetseite online gehen und können bestehende Webseiten von Präsidentschaftskandidaten oder Organisationen perfekt persiflieren. Eine solche hat dann auch die "Yes Men" aus der Taufe gehoben. Nachdem Jaques Servin und Igor Vamos eine böse Satire-Webseite über den damaligen Präsidentschaftskandidaten George W. Bush erstellten, kam ein überraschendes Angebot, denn der Inhaber einer Website, die der der Welthandelsorganisation WTO ähnelt, bot ihnen die Site an, um diese auch umzubauen. Der Name GATT.ORG ist der echte Name der WTO und die Inhalte sind eher entlarvend. Wurde die WTO einst gegründet, um einen fairen Handel zwischen Industrieländern und der dritten Welt zu gewährleisten, traten die "Global Player" auf den Plan und nahmen den Einfluss um die eigenen Gewinne zu maximieren. Die Aktivisten versuchen genau die Mechanismen aufzudecken und per Wahrheit die Absurdität der Wirtschaft zu erklären.

Die beiden Männer nutzen die Lücken im System auf eine Art und Weise, die schier unglaublich ist. Manager aus Handel und Industrie verwechseln mit schöner Regelmäßigkeit die Webseiten und an die Kontaktadressen ergehen per E-Mail die interessantesten Einladungen zu Konferenzen und Kongressen, zu Vorlesungen und sogar zu Fernsehdebatten. Die Thesen, die die beiden dann aufstellen, sind provozierend und herrlich übertrieben, bis hin zu Vorstellungen, die regelrecht menschenfeindlich sind. Das Erschreckende daran sind die Reaktionen des Publikums, denn das Gros der Zuhörer spendet am Ende der Absurditäten in aller Regel mehr als nur artigen Applaus, die Fantasiethesen beflügeln offenbar einige Manager in ihren Gewinnmaximierungsunternehmungen.

Aber es zeigt sich auch, dass Studenten noch nicht vom Markt verdorben wurden und die Forderung nach einem mehrfachen Recycling von gegessenen Hamburgern (!) endet in einem Eklat. Die aufgebrachten Zuhörer haben zwar die Satire nicht erkannt, doch während das Publikum der Industrie tatsächlich über die vorgetragenen Ideen nachdenkt, werfen die Studenten ihnen Menschenfeindlichkeit vor. Die Industrie hörte gebannt zu, als vorgeschlagen wurde, die Siesta in Spanien in Frage zu stellen, damit die Konsumenten weltweit eine einheitliche Einkaufszeit bekommen und sich nirgends umstellen müssen. Gleichzeitig propagierten die Aktivisten, dass die Tage, an denen Regierungen gewählt werden, recht unproduktiv sind und diese per Internet stattfinden sollten. Gleichzeitig müssten Wähler die Möglichkeit erhalten, ihre Stimmen meistbietend zu versteigern, was dann ja auch noch mal Schwung in die Wirtschaft bringt.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist so, wie man es von Dokumentationen kennt. Nichts Besonderes eben, aber darauf kommt es ja auch nicht an. Der Ton ist ebenfalls typisch und neben der englischen Originalsprache wird bei Bedarf eine deutsche Synchro eingeblendet. Nichts Neues, dafür aber Bewährtes.

Neben dem Trailer und einer Bildergalerie gibt es noch deutsche Texttafeln zu den Machern der "Yes Men", die einige interessante Hintergrundinfos beinhalten. Diese sollten besser vor der Doku selbst gelesen werden, da der Zuschauer so weiß, mit wem er es zu tun hat. Die verschiedenen Aktionen der "Yes Men" können abschließend auf einer weiteren Tafel nachgelesen werden.

Fazit:
"The Yes Men" ist eine bitterböse Doku, die ahnen lässt wie pervers die Industrie mit Ressourcen umgeht, um den Profit zu mehren. Dem Teufel aus den Märchen wurde ganz offensichtlich von den heutigen Managern der Rang abgelaufen. Sehenswert.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
1,85:1
1,85:1
76:58 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bonusmaterial:
  • Bildergalerie
  • Originaltrailer
  • Die Akteure
  • The Yes Men
The Yes Men - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Yes Men
The Yes Men

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Enthüllende Doku mit Unterhaltungswert


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2003
Regie:
Chris Smith, Dan Ollman, Sarah Price
Drehbuch:
Chris Smith
Darsteller:
Andy Bichlbaum, Mike Bonano

Label Deutschland :
Epix
Verkaufsstart Deutschland :
10.05.2007