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DVD-Besprechung - Die Aufschneider
Story:
Aus Budgetgründen soll entweder die St. Georg-Klinik, ein Hightech Hospital, oder die Eichwaldklinik, ein eher traditionelleres Haus, geschlossen werden, da beide ineffizienterweise direkt nebeneinander liegen. Beide Häuser haben 10 Tage Zeit sich der zuständigen Prüfungskommission zu präsentieren und treten in direkten Wettbewerb. Während die Eichwaldklinik auf "Wellness" setzt und sich als "Wohlfühlklinik" präsentieren will, setzt Professor Radwanski (Christoph Maria Herbst) auf Bestechung der zuständigen Gremien, sieht sich aber auch mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert.
Meinung zum Film:
Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller Carsten Rausch ("Futter") gibt mit "Die Aufschneider" sein Langfilmdebüt. Bisher wurde Rausch vor allem mit seinen Kurzfilmen bekannt und erhielt zahlreiche Nominierungen und Auszeichnungen. Mit "Futter" (1996) gewann er den Deutschen Kurzfilmpreis und "Das Taschenorgan" (2000), dessen Protagonisten auch als Basis für "Die Aufschneider" diente, wurde zumindest für den Preis nominiert. Für einen Debütfilm ist die versammelte Darstellerriege beachtlich, allerdings wurde der Film auch von acht verschiedenen Institutionen gefördert, u.a. vom Media Programm der Europäischen Union und der Mitteldeutschen Medienförderung.
Christoph Maria Herbst ("Stromberg") ist zwar das Aushängeschild des Films, spielt aber eigentlich gar keine Hauptrolle, die schrieben sich nämlich Carsten Rausch, als Drehbuchautor und Regisseur, sowie Rainer Sewerrien ("Wolfsmänner") als Co-Autor, wie schon in "Das Taschenorgan", selbst auf den Leib. Herbst transferiert seinen Stromberg in die Person des Professor Radwanski und präsentiert sich mal wieder als echtes Ekel. Leider hält sich seine Spielzeit in Grenzen und die Auslegung der Rolle hat man in "Stromberg" auch schon deutlich besser und bissiger gesehen. Trotzdem ist Herbst hier das einsame Highlight. In der weiblichen Hauptrolle findet sich Cosma Shiva Hagen ("7 Zwerge - Männer allein im Wald"), die hier mal wieder ein Paradebeispiel für fehlendes komödiantisches Talent abliefert und bei der vor allem ständig die Tränen kullern. Auch kleinere Rollen sind prominent besetzt. Den Chef der Eichwaldklinik spielt Burghart Klaußner ("Good Bye Lenin"), Stipe Erceg ("Die fetten Jahre sind vorbei") hat ebenfalls eine Minirolle als Arzt, und Simon Goosejohann ("Comedystreet") präsentiert sich in einem extrem kurzen Gastauftritt. Die Story ist platt wie eine Briefmarke und es entsteht der Eindruck eines künstlich aufgeblasenen Kurzfilms. Der eigentliche Handlungsstrang verliert sich recht schnell, um slapstickhaften Irrungen und Wirrungen um eine irrtümlich verspeiste Spenderleber zu weichen, die immer größere Kreise ziehen. Das Tempo des Films ist extrem niedrig und die Gagdichte bewegt sich auf dem gleichen Level. Leider zündet zudem auch kein einziger Gag so richtig. Die Slapstickeinlagen sind amteurhaft und eher peinlich, Pointen kündigen sich bereits Lichtjahre vorher mit dem Holzhammer an und der gesamte Humor wirkt extrem steif, bieder und abgedroschen.
Späße wie Ärzte, die während einer OP ihre Kontaktlinsen verlieren und hinter der Milz wiederfinden, die bei einer Bypass-Operation Kollegen beweisen, dass sie sehr wohl den Blinddarm entfernen können, legen die Messlatte verdammt tief. Der Tiefpunkt des Films, ist die misslungene Reiner-Calmund-Parodie in Form der Stimmungskanone Werner Vierkötter (Josef Ostendorf), eine unerträgliche, rheinische Frohnatur, die eigentlich Animateur ist und das Wohlfühlprogramm der Eichwaldklinik dementsprechend umgestaltet. Das vorliegende Werk verzichtet auf jeglichen bissigen Humor oder satirische Seitenhiebe und präsentiert stattdessen schlichtweg alle Menschen im Gesundheitswesen als Idioten oder Verbrecher. Platter geht es kaum, und so bleibt nur festzustellen Operation misslungen, Patient tot. Überhaupt wirkt der Film insgesamt sehr naiv und teilweise auch amteurhaft, so ist z.B. mehrmals ein Mikro im Bild zu sehen, das alles erinnert weniger an eine professionelle Kinoproduktion, als vielmehr an eine enthusiastisch, aber auch einfallslos vorgetragene Amateurproduktion.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wird für eine so neue Produktion von einem recht starken Rauschen begleitet, ist aber ansonsten in Ordnung. Die Dialoge sind bei beiden Tonspuren gut verständlich, großartige Effekte sollte man nicht erwarten.
Auf der DVD findet sich ein Audiokommentar von Regisseur Carsten Strauch, Co-Autor Rainer Ewerrien und Kamerafrau Nina Werth. Leider ergeht man sich hier in Fachsimpeleien über Trivialitäten, auch wenn das Ganze ziemlich enthusiastisch vorgetragen wird. Der Audiokommentar ist ebenso unlustig wie der Film selbst. Ferner befinden sich auf der DVD lediglich noch Bio-/Filmographien von Carsten Strauch, Rainer Ewerrien, Christoph Maria Herbst, Nina Kronjäger und Cosma Shiva Hagen, ein Trailer, ein Teaser und eine Bildergalerie. Zum Verkaufstart soll noch eine 2 DVD-Special Edition des Films, u.a. mit den beiden erwähnten Kurzfilmen, einem Making Of, und weiteren Extras erscheinen.
Fazit:
"Die Aufschneider" bietet ausgerechnet in den Hauptrollen, die mit den beiden Hauptverantwortlichen besetzt wurden, schwache darstellerische Leistungen. Die prominenteren "Mitspieler" können sich in ihrer kurzen Spielzeit hingegen nicht wirklich auszeichnen. Die Story ist extrem dünn, das Tempo und die Gagdichte sind gering und inhaltlich werden nur platter Slapstick und biederer Klamauk geboten. Wieso der Film so massiv gefördert wurde bleibt ein unlösbares Rätsel.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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87:07 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar von Carsten Strauch, Rainer Ewerrien und Nina Werth
- Bio-/Filmographien von Carsten Strauch, Rainer Ewerrien, Christoph Maria Herbst, Nina Kronjäger, Cosma Shiva Hagen
- Teaser und Trailer
- Bildergalerie
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Die Aufschneider
Die Aufschneider
Der Film ist genauso ein schlechter Scherz, wie die letzte Gesundheitsreform
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2007 Regie: Carsten Strauch Drehbuch: Carsten Strauch, Rainer Ewerrien, Nina Werth Darsteller: Christoph Maria Herbst, Carsten Strauch, Rainer Ewerrien, Cosma Shiva Hagen, Nina Kronjäger, Burghart Klaußner
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 11.10.2007
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