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DVD-Besprechung - Young Guns (Special Edition)

Story:
Lawrence G. Murphy (Jack Palance) ist ein gefürchteter Rancher und erpresst sich mittels Gewalt immer mehr ertragreiche Ländereien. Als er jedoch das Land von John Tunstall (Terence Stamp) an sich reißen will, stößt er auf heftigen Widerstand. Denn Tunstall hat eine eigene kleine Armee wilder Outlaws, die für ihren großzügigen Gönner ihr Leben geben würden. Als sich die Konfrontation zuspitzt und ihr Wohltäter ermordet wird, schwören Doc Holiday (Kiefer Sutherland), William "Billy the Kid" Bonney (Emilio Estevez), Dick Brewer (Charlie Sheen), Jose Chavey Y Chavez (Lou Diamond Philips) und der Rest der Bande blutige Rache. Unterstützt werden sie durch Alex McSween (Terry O'Quinn), dem die Machenschaften von Murphy ebenfalls schon lange ein Dorn im Auge sind.

Meinung zum Film:
Dass man mit coolen Filmen ein breites Publikum auch bei minimaler Story begeistern kann, ist nicht erst seit Filmen wie "xXx - Triple X" oder "Last Boy Scout" bekannt. Und wenn etwas cool ist, dann sind es sicherlich unangepasste junge Menschen, die sich ihrer Haut erwehren und einen übermächtig wirkenden Gegner niederkämpfen können. Cool sind auch Cowboys, die in den Sonnenaufgang hineinreiten oder im Schatten der gleißenden Sonne ihre Kanonen abfeuern. Rockmusik ist natürlich ebenfalls cool. Und coole Sprüche sind es sowieso per Definition. Und da "Young Guns" all diese Punkte beinhaltet, muss der Film doch einfach obercool sein. Und tatsächlich wurde er zu einem Neo-Western neuester Prägung, der wie ein überlanger Musikclip ohne viel Tiefgang herüberkommt.

Um auch ganz sicher zu gehen, dass ein junges Publikum das eher angestaubte Western-Thema nicht bereits im Vorfeld kategorisch ablehnt, besetzte man die Rollen der Outlaws mit beliebten Stars der späten 80er-Jahre. Kiefer Sutherland ("24", "Taking Lives"), Charlie Sheen ("Hot Shots", "Navy Seals"), Emilio Estevez ("Mighty Ducks", "Breakfast Club"), Lou Diamond Philips ("La Bamba", "Mut zur Wahrheit") und Dermot Mulroney ("Codename: Nina", "About Schmidt") und stellte Ihnen gestandene Schauspieler wie Jack Palance ("City Slickers", "Batman"), Terry O'Quinn ("Stepfather", "Alias") und Terence Stamp ("Superman", "Die Geistervilla") an die Seite. Für den letzten Rest jugendlicher Faszination des als wenig cool geltenden Western-Genres sorgten die schnelle Schnittweise und die Marlboro-Man-Atmosphäre in den Bildern von Regisseur Christopher Cain ("Der Prinzipal", "Der $100.000 Fisch"). Und so gleicht das Endprodukt auch mehr einem Musikclip in Spielfilmlänge, als den klassischen Westernvertretern mit Helden-Urtypen wie Clint Eastwood oder John Wayne.

Und auch wenn man einmal von den Bildern absieht, nutzt der Film das historische Westernthema nur als Kostüm für einen Bandenfilm, in dem sich eine Gruppe halbstarker Teenager gegen Ungerechtigkeit in ihrem Umfeld auflehnt und das Recht auf eigene Faust durchsetzt. Filme, wie sie z.B. von Regisseuren wie John Singleton auch heute noch gedreht werden und sicherlich auch in Zukunft in anderer Interpretationsweise in die Lichtspielhäuser kommen werden. Aber das allerwichtigste beim "Young Guns" ist - der Film funktioniert in der Art und Weise, wie er auf dem Schirm zu bewundern ist. Die Schauspieler harmonieren wunderbar miteinander, die Action ist abwechslungsreich und packend eingefangen und das Tempo sehr wohldosiert. Er ist ein zeitloses Stück Film, das über Generationen hinweg sein Publikum finden wird.

Digitale Aufarbeitung:
Was die Farbe, den Kontrast und die Reinheit anbetrifft, ist das Bild sehr ordentlich geworden. Wo es allerdings deutliche Problem hat, ist bei der Schärfe. Teilweise wirken die Konturen extrem verwaschen und Details sind vor lauter Weichzeichnen kaum noch zu erkennen. Der Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr gut verständlich. Effekte im hinteren Bereich gehen allerdings gegen Null. Das Geschehen spielt sich fast komplett in den vorderen Lautsprechern ab.

Als Bonus gibt es unter anderem einen interessanten Audiokommentar mit deutschen Untertiteln. Dabei sind allerdings mit Lou Diamond Philips, Dermot Mulroney und Casey Siemaszko nur die Helden aus der zweiten Reihe in ihren Erinnerungen am Schwelgen. Interessant sind auch die Trivia Facts, die als Untertiteleinblendungen während des Films Hintergründe über die realen Geschehnisse, auf denen der Film basiert, und die Künstler zum Besten geben. Es folgt ein sehr informativer, rund 30-minütiger Beitrag über Billy "The Kid", in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln, in dem man ebenfalls ein paar Fakten über die Filmhintergründe erfährt. Ein paar Texttafeln zur Produktion und zu den Künstlern, eine kleine Bildergalerie sowie der Trailer zum Film bilden den Abschluss der Specials.

Fazit:
"Young Guns" ist durch seine moderne Clip-Inszenierung ein Western der etwas anderen Art, der ein angestaubtes Genre mit frischem Wind belebt und dadurch auch für ein jüngeres Publikum beste Unterhaltung bietet. Die digitale Umsetzung ist, vor allem durch das sehr verschwommen wirkende Bild, nur bedingt gelungen. Dafür gibt es einige interessante Hintergründe über die wahren Begebenheiten zu erfahren.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
102:28 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Lou Diamond Philips, Dermot Mulroney, Casey Siemaszko
  • Trivia Track während des Films
  • Kinotrailer
  • Billy the kid: The real story
  • Tafeln zu Besetzung/Stab
  • Produktionsnotizen
  • Fotogalerie
Young Guns (Special Edition) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Young Guns
Young Guns

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
(Cow)Boyz 'n the Hood


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1988
Regie:
Christopher Cain
Drehbuch:
John Fusco
Darsteller:
Emilio Estevez, Kiefer Sutherland, Lou Diamond Phillips, Charlie Sheen, Dermot Mulroney, Casey Siemaszko, Terry O'Quinn, Jack Palance, Terence Stamp

Label Deutschland :
Concorde Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
01.09.2004