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DVD-Besprechung - Fast Food Nation
Story:
Der „Big One“ ist der Verkaufsschlager der Fast-Food-Kette „Mickey’s“. Grund hierfür ist unter anderem die Werbekampagne, die von Don Anderson (Greg Kinnear) und seinem Team ausgearbeitet wurde. Anderson wird nun von der Firmenleitung zum Fleischlieferanten geschickt, damit er sich dort die Produktionsbedingungen direkt vor Ort ansehen kann. Denn laut externen Untersuchungen des Fleischs gelangt regelmäßig Kuhdung in die Burger. Was ihm im Schlachthof gezeigt wird, ist alles beispielhaft, was er jedoch nicht zu sehen bekommt, sind die wahren Hintergründe, unter denen die Menschen in der Fleischfabrik arbeiten müssen und wie die Qualitätsansprüche bei der Abfertigung des Fleischs aussieht.
Meinung zum Film:
Das Bewusstsein der Verbraucher hinsichtlich der Qualität der Nahrungsmittel, die täglich auf ihren Tellern landen, wird, zumindest in Europa immer größer. Die Regale in den Biomärkten müssen häufiger nachgefüllt werden, als dies in den vergangenen Jahren der Fall war. Auch das Kino hat das Interesse an Hintergründen zu Lebensmitteln unlängst bemerkt und unter anderem mit „We Feed the World - Essen global“ einen sehr besorgniserregenden Beitrag zu diesem Thema geliefert. Regisseur Richard Linklater („A scanner darkly“) hat mit „Fast Food Nation“ nun ebenfalls einen fiktiven Beitrag zur Lebensmittelindustrie beigesteuert. Doch der auf einem Roman von Eric Schlosser basierende Film beschäftigt sich nur am Rande mit dem Produkt an sich, bezieht sich dafür dann aber mehr auf die menschlichen Schicksale, die sich im Umfeld ergeben.
Ganz außen vor gelassen wird die Qualitätsfrage beim Fleisch aber dennoch nicht, beschränkt sich aber größtenteils auf den Anfang des Films. Der Verbraucher wird symbolisch durch Marketingmanager Don Anderson gezeigt. Obwohl er durch ein unabhängiges Gutachten weiß, dass sich Spuren von Fäkalien in den Burgern befinden, lässt er es sich nicht nehmen, am Abend genüsslich einen „Big One“ zu verspeisen. Doch nach kurzer Zeit verschwindet Anderson von der Bildfläche und das Hauptaugenmerk liegt auf den illegal eingewanderten Mexikanern, die zum Teil in der Fleischfabrik arbeiten. Durch sie wird dann auch die Hauptaussage des Films getroffen, die sich mit den fatalen Zusammenhängen aus „Geiz-ist-Geil Menatalität“ bei den Verbrauchern und „Maximum Profit Gedanken“ bei den Konzernen ergeben. Was der Film ganz klar zeigt ist, dass sich günstige Produkte und große Gewinne nur dann vereinbaren lassen, wenn an Qualität und Personalkosten gespart wird. Das Ergebnis sind neben billigen Produkten vor allem menschliche Tragödien, die direkt oder indirekt durch eingesparte Cents beim Konsumente entstehen.
Die Idee hinter dem Film ist sicherlich interessant und lobenswert, die Umsetzung kann allerdings nicht ganz die Erwartungen erfüllen. Vieles was gezeigt wird, werden mündige Verbraucher ohnehin schon geahnt haben und jedes Mal, wenn es den Anschein hat, dass der Film endlich etwas tiefgründiger wird, wechselt er wieder der Schauplatz. Es ist aus Gründen der Publicity sicherlich gut, möglichst viele namhafte Darsteller dabei zu haben, doch stellen diese in „Fast Food Nation“ ein Problem dar. Jeder einzelne möchte natürlich eine wichtige Aussage vertreten, dadurch wird dem Film aber oft nur kostbare Spielzeit genommen. Diese wäre besser in die Geschichte von Amanda, einer Angestellten bei Mickey’s, die sich entscheidet Aktivistin zu werden, investiert gewesen. Vor allem aber auch in den Leiden der mexikanischen Einwanderer rund um Catalina Sandino Moreno, die schon in „Maria voll der Gnade“ als Hauptdarstellerin belegen konnte, dass das Leben südlich der US-amerikanischen Grenze oftmals alles andere als lebenswert erscheint. Was am Ende bleibt, ist ein Film mit guten Ansätzen, der letzten Endes aber nur sanft an der Oberfläche kratzt und dadurch nur begrenzt das zum Ausdruck bringt, was er eigentlich zu sagen hätte. Doch eines bietet er sicherlich, eine Grundlage, um sich überhaupt mit dem Thema auseinander zu setzen.
Digitale Aufarbeitung:
Abgesehen von einem feinen Rauschen und einer leichten Grobkörnigkeit ist am Bild nichts auszusetzen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist stets klar zu vernehmen.
Als Extras gibt es neben einem Making Of, das leider nur in englischer Sprache ohne Untertitel vorliegt und dem Trailer zum Film noch Statements von Fernsehköchin und Restaurantbesitzerin Sarah Wiener, sowie der Grünen-Politikerin Renate Künast, die von 2001 - 2005 Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft war. Letztere bringt es auf den Punkt, wenn sie sagt, dass der Film nur eine Grundlage für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema sein kann, und dass das Buch deutlich tiefer in die Verlockungen und Umgarnungen der Verbraucher durch Marketingtricks hinein blickt.
Fazit:
„Fast Food Nation“ ist ein Fast-Food-Blick auf die Fleischindustrie im Zusammenhang mit Schnellimbisketten. Anstatt tiefer auf einzelne Punkte und Schicksale einzugehen, verliert er sich allerdings in etlichen Gastauftritte und kratzt dabei nur an der Oberfläche. Gesehen haben sollte man den Film aber trotzdem, weil zumindest der grobe Überblick über einzelne Zusammenhänge gelungen ist.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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108:15 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch |
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Bonusmaterial:
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- The Manufacturing of Fast Food Nation (Making Of)
- Statements von Renate Künast und Sarah Wiener
- Kinotrailer
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Fast Food Nation
Fast Food Nation
Ein oberflächlicher Blick auf die Hintergründe von Schnellimbissketten, der unter den vielen Gastauftritten leidet
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK / USA, 2006 Regie: Richard Linklater Drehbuch: Richard Linklater, Eric Schlosser (basierend auf dem Roman "Fast Food Nation: The Dark Side of the All-American Meal" von Eric Schlosser) Darsteller: Greg Kinnear, Wilmer Valderrama, Catalina Sandino Moreno, Ana Claudia Talancón, Armando Hernández, Ashley Johnson, Paul Dano, Luis Guzmán, Patricia Arquette, Ethan Hawke, Bruce Willis, Kris Kristofferson, Avril Lavigne
Label :
Senator Home Entertainment
Verkaufsstart : 03.09.2007
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