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DVD-Besprechung - Dracula und seine Bräute
Story:
Die junge Lehrerin Marianne Danielle (Yvonne Monlaur) verschlägt es auf dem Weg zu ihrer neuen Stelle im Mädchenpensionat von Badstein für eine Nacht in das Schloss der mysteriösen Baronin Meinster (Martita Hunt). Diese hält ihren eigenen Sohn (David Peel) als Gefangenen und versteckt ihn vor der Außenwelt. Aus Mitleid beschließt Marianne, den jungen Mann zu befreien, was jedoch verhängnisvolle Konsequenzen hat. Der Baron ist ein Vampir und verbreitet schon bald Angst und Schrecken in der Umgebung. Lediglich Dr. Van Helsing (Peter Cushing) scheint über das notwendige Wissen zu verfügen, um den Untoten zu stoppen.
Meinung zum Film:
Nach dem großen Erfolg des ersten "Dracula" aus dem Jahre 1958 erschien eine Fortsetzung nur eine Frage der Zeit. Auf dem Regiestuhl nahm für "Dracula und seine Bräute" erneut Terence Fisher ("Der Hund von Baskerville") Platz, der zuvor bereits zweimal "Frankenstein" für Hammer wiedererweckt hatte. Ein Jahr später drehte er den Werwolffilm "Der Fluch von Siniestro", der den zweiten Teil der neuen Hammer Edition von Koch Media darstellt. Für das Drehbuch des zweiten Dracula-Films innerhalb der insgesamt 8-teiligen Dracula-Reihe von Hammer zeichnete zunächst erneut Jimmy Sangster ("Frankensteins Fluch") verantwortlich. Das Drehbuch wurde jedoch noch zweimal überarbeitet, erst von Peter Bryan ("Der Hund von Baskerville") und dann von Edward Percy ("Der Mann, der zum Mörder wurde"). Überaschenderweise verzichtete der zweite "Dracula" jedoch ausgerechnet auf den Grafen selbst, und somit auch auf Christopher Lee ("Horror-Express"). Die Hauptrolle übernahm dafür erneut sein ewiger Gegenspieler, der Vampirjäger und Gelehrte Dr. Van Helsing, verkörpert von Hammer-Ikone Peter Cushing ("Draculas Hexenjagd").
In "Dracula und seine Bräute" muß sich Dr. Van Helsing mit den Nachfahren des vernichteten Grafen Dracula auseinandersetzen. Dieser Generationswechsel wurde mit dem jugendlich wirkenden David Peel auch optisch überzeugend vollzogen. Zwar kann er einem Christopher Lee nicht das Wasser reichen, dass er jedoch nie wieder eine Hauptrolle bekam, wirkt unverständlich. Der eigentliche Star des Films ist jedoch unbestritten ein wieder mal herausragender Peter Cushing, der hier einerseits in der Rolle des besonnenen Gelehrten und andererseits in der Rolle des unerbittlichen Vampirjägers zu überzeugen weiß. Van Helsing bedient sich bei seiner Jagd der klassischen Methoden in Form von Kreuzen, sowie Hammer und Pflock, was auch zur einzigen wirklich blutigen Szene im ansonsten recht harmlosen Film führt. Baron Meinster hingegen, der Van Helsing in einem erstaunlich actionlastigen Finale im Zweikampf gegenübersteht, verfügt körperlich über keine übermenschlichen Kräfte. Er kann sich jedoch in eine Fledermaus verwandeln und strahlt außerdem eine geradezu hypnotische Wirkung auf Frauen aus. Folglich beginnt Baron Meinster bereits kurz nach seiner Befreiung die "Bräute" um sich zu scharen, wozu das Mädchenpensionat eine willkommene Gelegenheit eröffnet. Unterstützt wird er dabei noch durch seine menschliche Dienerin Greta (Freda Jackson).
Klassischerweise punktet "Dracula und seine Bräute" vor allem mit der für Hammerfilme typischen, dichten und geheimnisvollen Atmosphäre, sowie den prächtigen Kulissen. Das Highlight ist hier sicherlich das geheimnisvolle Schloss der Baronin Meinster. Jedoch gibt es in dieser flüssig und atmosphärisch erzählten Schauermär mit einem sehr innovativen Finale nicht nur Licht, sondern auch Schatten. Die Bearbeitung des Drehbuchs durch gleich drei verschiedene Autoren führt zu der einen oder anderen Ungereimtheit, bzw. Anschlussfehlern. So erfährt man beispielsweise fast nichts darüber, wie der Baron zum Vampir wurde, Marianne ist innerhalb eines Wimpernschlages plötzlich mit dem Baron verlobt und es gibt einen völlig aus dem Rahmen fallenden, weil unpassend launisch gehaltenen Gastauftritt von Miles Malleson ("Der Hund von Baskerville") als Dr. Tobler. Auch wenn die Story selbst eher bodenständig ausgefallen ist, überzeugt der Film doch immer wieder mit interessanten Einfällen. Neben dem ungewohnten und zunächst rätselhaft erscheinen Einstieg auf Schloss Meinster sind das z.B. die zombiehafte Auferstehung einer der "Vampirbräute", eine ungewöhnliche und schmerzhafte Selbstheilung vom Vampirismus, oder die in Tim Burtons "Sleepy Hollow" wieder aufgegegriffene Windmühlensequenz im Finale.
Digitale Aufarbeitung:
"Dracula und seine Bräute" wurde aufwendig restauriert und das ist auch wahrlich nicht zu übersehen. Das Bild überzeugt mit einer sehr guten Schärfe und kräftigen Farben, Defekte oder Verschmutzungen gibt es so gut wie keine. Sowohl die deutsche als auch die englische Tonspur überzeugen mit guter Verständlichkeit, lediglich ein minimales Rauschen ist zu vernehmen.
Auf der DVD befinden sich zwei englische Trailer zum Film, außerdem eine Bildergalerie mit Werbematerial, unter anderem Filmplakate und Aushangfotos. Zusätzlich liegt der DVD ein interessantes 16-seitiges Booklet mit ausführlichen Hintergrundinformationen zum Film bei. Die DVD wird in einem attraktiven Pappschuber mit Prägedruck ausgeliefert.
Fazit:
"Dracula und seine Bräute" überzeugt mit der für Hammerfilme typischen, dichten, schaurig-schönen Atmosphäre, einem gut aufgelegten Peter Cushing, prachtvollen Kulissen und einer sehr stimmigen musikalischen Untermalung. Dafür verzeiht man dem Film auch gerne kleinere Mängel am Drehbuch, sowie eine übertrieben naiv aufspielende Yvonne Monlaur. Technisch ist die DVD über jeden Zweifel erhaben, wurde vorbildlich restauriert und ist auch aufgrund der liebevollen optischen Präsentation eine klare Empfehlung.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,66:1
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82:04 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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- 2 Englische Trailer
- Bildergalerie
- 16-seitiges Booklet
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Dracula und seine Bräute
The Brides of Dracula
Ein atmosphärisch dichter, klassischer Vampirfilm mit einem herausragenden Peter Cushing
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 1960 Regie: Terence Fisher Drehbuch: Jimmy Sangster, Edward Percy, Peter Bryan Darsteller: Peter Cushing, David Peel, Martita Hunt, Yvonne Monlaur, Freda Jackson, Fred Johnson
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 24.08.2007
Vertrieb :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 24.08.2007
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