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DVD-Besprechung - Born to be Wild - Saumäßig unterwegs

Story:
Woody (John Travolta), Doug (Tim Allen), Bobby (Martin Lawrence) und Dudley (William H. Macy) sind jenseits der 40 und seit ihrer Highschool-Zeit dicke Freunde. Man trifft sich noch immer regelmäßig, um mit den Choppern durch die Straße zu fahren und die alten Zeiten aufleben zu lassen, in denen man unter dem Namen "Wild Hogs" die Gegend unsicher machte. Zum Teil aus Frust, zum Teil als Flucht entscheiden sich die 4 spontan zu einer Reise quer durch Amerika, mittels der man endgültig dem tristen Alltag entfliehen möchte, um sich zu beweisen, noch nicht vollends zum alten Eisen zu gehören. Nach einem unglücklichen Zwischenfall mit einer Biker-Gruppe namens „Del Fuegos“ unter der Führung von Jack (Ray Liotta) wird aus Spaß allerdings auf einmal ernst und die "Wild Hogs" werden zu Gejagten.

Meinung zum Film:
Regisseur Walt Becker ist noch recht neu im Geschäft und konnte mit seinen beiden bisherigen Werken, "Party Animals" und "Die Hochzeitsfalle" nur leidlich überzeugen und im Grunde auch nicht sonderlich viel Argumente für ein größeres Projekt in Hollywood liefern. Umso erstaunlicher ist es da, dass ihm mit "Born to be wild" ein Film mit bekannten Gesichtern anvertraut wurde. Die Geschichte stammt von Brad Copeland, der sich bislang vor allem als Autor für eher unbekannte TV-Serien versuchte, einen Namen zu machen. Die Hauptrollen sind durchweg mit bekannten Darstellern besetzt, die ebenfalls alle schon ein wenig in die (Film-)Jahre gekommen sind.

Der Jüngste unter ihnen dürfte noch Martin Lawrence ("Der Diamanten Cop") sein, der vor allem an der Seite von Will Smith in den "Bad Boys"-Filmen auf sich aufmerksam machen konnte. William H. Macy ("Bobby") hat einige kleinere Rollen in Hollywood-Produktionen im kleineren Kostenrahmen zu verbuchen, konnte sich aber auch als Dr. David Morgenstern bei "Emergency Room" Sporen verdienen. John Travolta ("Staying Alive") gehört zu den Stehaufmännern in der Filmbranche, die es trotz mehrmaligem Abgesang immer wieder schafften, auf die Füße zu kommen. Gefeiert als großer Star nach "Saturday Night Live", wurde es immer ruhiger um ihn, bis Quentin Tarantino ihn für "Pulp Fiction" reanimierte und zurück auf die große Leinwand brachte, wo er seitdem immer mal wieder zu sehen ist. Der vierte im Bunde ist Heimwerkerkönig Tim Allen ("Hör mal wer da hämmert"), der immer mal gerne Ausflüge auf die Große Leinwand macht um dann als "Santa Claus" aufzutreten oder für "Jede Menge Ärger" zu sorgen. Auf Seiten der Bösen darf der Mafia-Erfahrene Ray Liotta ("Good Fellas") so richtig fies daher kommen, für das weibliche Glanzlicht sorgt Oscar-Preisträgerin Marisa Tomei ("In the Bedroom"). Ganz zum Schluss darf dann auch noch Biker-Ikone und "Easy Rider" Peter Fonda ein paar Minuten Bildschirmzeit für sich nutzen, um als väterliche Erscheinung darauf hinzuweisen, worauf es beim Biken letzten Endes tatsächlich drauf ankommt.

Was sich auf den ersten Blick wie eine vergnügliche Starkino-Version von "Easy Rider", frei nach dem Motto "Was aus den damaligen Anhängern geworden sein könnten" anhört, stellt sich am Ende auch als genau diese heraus. Die Geschichte handelt letzten Endes nur davon, dass die vier ins Alter gekommenen Freunde von einem Schlamassel in die nächste Katastrophe steuern und dabei stets nur beweisen wollen, dass sie eben doch noch nicht zum alten Eisen gehören. Es ist eine Art der Midlife-Crisis-Bewältigung auf Motorrädern. Allerdings eine der vergnüglichen Art, die zwar so manches Mal kurz vor dem Abfallen in die platten Albernheit steht, sich dann aber doch wieder fängt. Zu einem großen Teil ist dies ohne jeden Zweifel den gut aufgelegten Darstellern zu danken, die offensichtlich richtig Spaß am Dreh hatten und dies auch bestens auf ihr Spiel übertragen. So werden dem Zuschauer rund 90 vergnügliche Minuten, zwar ohne großen Sinn, dafür aber mit reichlich leichten Humoreinlagen geboten, die für kurzweilige, beste Unterhaltung sorgen.  

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen sehr guten Eindruck und kommt ohne Fehl und Tadel daher. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 steht dem in nichts nach und kann neben stets klar verständlichem Ton auch immer wieder Effekte auf den hinteren Lautsprechern bieten, vor allem Motorradgeräusche und Musik sind immer wieder von dort zu vernehmen.

Bei den Extras befinden sich neben einem Audiokommentar mit Regisseur Walt Becker und Drehbuchautor Brad Copeland noch ein Making Of, das zwar nur bedingt Hintergründe liefert, dafür aber bestens vorführt, wie heiter es am Set zuging und wie viel Spaß die Darsteller mit ihren Charakteren hatten, ein kurzer Beitrag über die Faszination von Motorrädern, rund 2,5 Minuten Pannen vom Dreh, ein alternatives Ende und 2 zusätzlichen Szenen.

Fazit:
"Born to be wild" ist leichte Unterhaltungskost ohne größeren Anspruch, die vor allem durch die bestens aufgelegten, namhaften Darsteller zu überzeugen weiß. Er ist genau die Art von Komödie, die man sich immer wieder gut ansehen kann, um einmal komplett vom Alltag abschalten zu können, ohne sich dabei groß auf feinsinnigen Humor oder geschliffene Dialoge konzentrieren zu müssen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
95:33 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Italienisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Russisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Türkisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Ukrainisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Bulgarisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Estnisch, Griechisch, Hebräisch, Italienisch, Kroatisch, Lettisch, Litauisch, Rumänisch, Russisch, Slowenisch, Türkisch, Ungarisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur Walt Becker und Drehbuchautor Brad Copeland
  • Harleys, Prügeleien und brennende Bars: Das Making Of von "Born to be wild"
  • Alternatives Ende / zusätzliche Szenen
  • Pannen vom Dreh
Born to be Wild - Saumäßig unterwegs - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Born to be Wild - Saumäßig unterwegs
Wild Hogs

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Easy Rider - Jahrzente danach...


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007
Regie:
Walt Becker
Drehbuch:
Brad Copeland
Darsteller:
Tim Allen, John Travolta, Martin Lawrence, William H. Macy, Ray Liotta, Marisa Tomei, Kevin Durand, Jill Hennessy, Tichina Arnold

Label Deutschland :
Touchstone Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
23.08.2007