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DVD-Besprechung - Number 23

Story:
Walter Sparrow (Jim Carrey) bekommt von seiner Frau Agatha (Virginia Madsen) zu seinem Geburtstag ein mysteriöses Buch namens "The Number 23" geschenkt. Bei der Lektüre des Buches entdeckt er zunehmen Parallelen zwischen der Hauptfigur "Fingerling" und seiner eigenen Person und Lebensgeschichte. "Fingerling" wird zunehmend von der Zahl 23 beherrscht, die für ihn eine Art Fluch darstellt und diese Besessenheit überträgt sich auch auf Walter. Als er genau wie "Fingerling" von Albträumen und Mordphantasien gequält wird und zunehmend am Rande des Wahnsinns wandelt, beschließt er zu seiner Erlösung den Verfasser des Buches ausfindig zu machen.

Meinung zum Film:
"Number 23" ist die zweite Zusammenarbeit von Regisseur Joel Schumacher ("Falling Down - Ein ganz normaler Tag") und dem Schauspieler Jim Carrey ("Bruce Allmächtig") nach "Batman Forever". Das Jim Carrey nicht nur ein herausragender Comedian, sondern auch ein durchaus ernstzunehmender Charakterdarsteller ist, hatte er ja bereits mit "Die Truman Show" bewiesen. Neben der deutschen Kinoversion (94:01) findet sich auf der DVD auch der etwas längere Director`s Cut des Films (97:03), der jedoch keine wirklich auffälligen Unterschiede aufweist und zudem unverständlicherweise lediglich in englischer Sprache mit optionalen deutschen Untertiteln anwählbar ist.

"Number 23" ist ein Mystery-Thriller, der im weiteren Verlauf zunehmend dramatische Züge annimmt. Anders als z.B. in dem deutschen Film "23" hat die allgegenwärtige Zahl 23 hier allerdings keinerlei tiefere Bedeutung und könnte quasi beliebig ersetzt werden. Durch die Lektüre des Romans eines unbekannten Verfassers mit dem sinnigen Namen "Topsy Kretts" entwickelt Walter eine Obsession in Verbindung mit der Zahl 23. Die Zahl scheint von nun an sein ganzes Leben zu bestimmen und ihn überallhin zu verfolgen. Walter ist immer weniger Herr seiner Sinne und seine Verschwörungsphantasien nehmen immer groteskere Züge an. Als das Buch jedoch mit dem 22. Kapitel und dem Selbstmord von "Fingerling" endet , verrennt sich Walter in die fixe Idee, unbedingt den Autor ausfindig machen zu müssen, dabei kommt er mit einem rätselhaften Mordfall in Berührung.

Der Film lockt den Zuschauer mit der bedeutungsschwangeren Zahl 23 und der Aussicht auf eine großangelegte Verschwörung, dieser Inhalt ist jedoch ein ebensolcher Blender wie die optische Erzählweise der Erlebnisse von Fingerling auf der "Buchebene". Diese Ebene zeichnet sich durch eine überstilisierte Optik aus die, ebenso wie die rückblickende Erzählweise selbst, ein wenig an "Sin City" erinnert, und einerseits mit extrem düsterer Film Noir-Optik und andererseits sehr greller, überzeichneter Farbgebung aufwartet. Die Story ist trotz einer guten Leistung von Jim Carrey leider extrem vorhersehbar und lehnt sich offensichtlich an "Fight Club" an, ist jedoch gespickt mit Logikfehlern und Unwahrscheinlichkeiten. Die Zahl 23 kann ebenfalls keinerlei Faszination hervorrufen, zu gezwungen wirkt ihr ständiges Auftreten, wie ein Freund von Walter im Film richtig bemerkt: "Du suchst die Zahl 23 und du findest sie". Aufgrund der oberflächlichen Geschichte des Films, die sich immer stärker zum eher biederen Kriminal-Drama entwickelt, bewegt sich die Spannung im Film, ähnlich wie das Tempo, auf einem sehr niedrigen Niveau. In den letzten 15 Minuten entschloss sich der Drehbuchautor dann jedoch offensichtlich, nochmal ein Feuerwerk abzubrennen, in dem sich die Ereignisse überschlagen und wirklich jede offene Frage haarklein bis ins Detail aufgelöst wird, um den Zuschauer auch ja nicht mit eventuellem Nachdenken zu überfordern.  

Digitale Aufarbeitung:
Leider findet sich auch bei "Number 23" wieder das bereits von anderen Warner-DVDs bekannte Blockrauschen, z.B. auf Flächen wie Türen oder Wänden. Die Schärfe ist leider ebenfalls nicht optimal ausgefallen und wirkt ein wenig zu "soft". Der Kontrast und die satten Farben können hingegen überzeugen. Insgesamt ist die Bildqualität zufriedenstellend, für einen so neuen Film jedoch klar ausbaufähig. Die Tonspuren überzeugen mit guter Verständlichkeit der Dialoge und sind eher frontlastig, bieten ab und an aber auch gute räumliche Effekte mit größerer Intensität zur atmosphärischen Unterstützung des Films.

Auf den ersten Blick wird man von den Extras auf der DVD erschlagen, nach genauerer Betrachtung relativiert sich dieser Eindruck jedoch. Den Einstieg bieten nicht verwendete Szenen (13:38) und unter dem Punkt "Weitere Specials" verbergen sich 10 Kurzbeiträge mit Laufzeiten von teils deutlich unter 3 Minuten, z.B. das ursprüngliche Ende, oder Details zu visuellen Effekten. Leider sind diese Beiträge mit einer Gesamtlaufzeit von etwas mehr als 15 Minuten viel zu kurz, um ernsthaft zu informieren. Der interessanteste Teil der Extras ist wohl der englische Audiokommentar von Regisseur Joel Schumacher, unverständlicherweise wurde dieser aber nicht untertitelt. Das "Making Of" (22:20) ist leider auch sehr oberflächlich ausgefallen und bietet ansonsten vor allem gegenseitige Lobpreisungen der Beteiligten. Interessanter ist da schon "Fingerlings Welt" (11:10), wo die Optik der Buchebene näher erläutert wird, leider auch hier wieder sehr knapp. Neben dem US-Kinotrailer finden gibt es zusätzlich noch die beiden Features "23 - Das Ritual" (25:03), in dem unterschiedlichste Themen wie Numerologie oder Zwangsstörungen angerissen werden, und "Wie man seine Lebenszahlen findet" (10:43). Dieser Beitrag erläutert im Detail die Bedeutung der Lebenszahlen im Bereich der Numerologie und dürfte wohl bestenfalls Esoterikfreunde ansprechen.  

Fazit:
"Number 23" wäre gern mysteriös und spannend, bedient sich aber der Zahl 23 inklusive Verschwörungstheorien, ebenso wie optischer Spielereien, lediglich um die wenig schlüssige und oberflächliche Geschichte zu überdecken. Die Spannung bewegt sich auf einem geringen Niveau und der entscheidende Plot-Twist kündigt sich mit dem Holzhammer an. Auch das Ende ist erschreckend mutlos und verglichen mit der Düsternis des Films übermäßig positiv ausgefallen. Die DVD ist technisch zufriedenstellend, mehr aber auch nicht, und die Extras sind leider mehr Schein als Sein.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
94:01 (Kinofassung) - 97:03 (Director`s Cut) Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
Bonusmaterial:
  • Nicht verwendete Szenen
  • Weitere Specials
  • Audiokommentar zur Kinoversion von Regisseur Joel Schumacher
  • Das Making Of "Number 23"
  • "Die Entstehung von Fingerlings Welt"
  • USA-Kinotrailer
  • "23 - Das Ritual"
  • "Wie man seine Lebenszahlen findet"
Number 23 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Number 23
The Number 23

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Während der Numerologe feuchte Augen bekommt, hat der Zuschauer mindestens 23 Möglichkeiten, seine Zeit sinnvoller zu nutzen


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007
Regie:
Joel Schumacher
Drehbuch:
Fernley Phillips
Darsteller:
Jim Carrey, Virginia Madsen, Logan Lerman, Danny Huston, Lynn Collins, Rhona Mitra

Label Deutschland :
New Line Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
03.08.2007