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DVD-Besprechung - Die Hollywood- Verschwörung
Story:
Am 16. Juni 1959 wird der "Superman"-Darsteller George Reeves (Ben Affleck) tot in seiner Wohnung aufgefunden. Für die Polizei ist die Sache schnell geklärt, es handelte sich danach um Selbstmord. Als jedoch der wenig erfolgreiche Privatdetektiv Louis Simo (Adrien Brody) auf der Suche nach guter Publicity und im Auftrag von Reeves' Mutter Ermittlungen anstellt, findet er schnell Indizien und Motive, die eher auf einen Mord hindeuten. Im Rahmen seiner Nachforschungen rückt der MGM-Vize Edgar Mannix (Bob Hoskins) immer stärker in den Fokus, mit dessen Frau Tony (Diane Lane) Reeves eine Affäre hatte.
Meinung zum Film:
"Die Hollywood-Verschwörung", das Spielfilmdebüt des TV-erfahrenen Regisseurs Allen Coulter ("Rom"), beruht auf dem Leben des "Superman"-Darstellers George Reeves, sowie seinem mysteriösen Selbstmord. Reeves verkörperte "Superman" erfolgreich im amerikanischen Fernsehen von 1952 bis 1958, blieb aber dadurch auch bis zu seinem Tod auf diese Rolle abonniert. Im Film verbinden sich viele verbürgte Fakten über das Leben von George Reeves mit den posthumen Ermittlungen des fiktionalen Charakters Louis Simo. Ben Affleck wurde für seine Darstellung bei den Golden Globes 2007 als bester Nebendarsteller nominiert, bei den Filmfestspielen von Venedig wurde er mit dem "Volpi-Pokal" ausgezeichnet und Regisseur Allen Coulter ging dort ins Rennen um den Goldenen Löwen.
Der unpassende deutsche Titel von "Hollywoodland", "Die Hollywood-Verschwörung", suggeriert dem Zuschauer einen inhaltlichen Rahmen, den der Film letztendlich nicht ausfüllen kann. Auch wenn der Film durch seine zeitliche Handlungsebene (50er Jahre) und die Hauptfigur des Privatdetektivs Simo zunächst den Eindruck eines "Neo-Noir"-Films erweckt, handelt es sich hier vielmehr um ein Drama, das sich von historischen Fakten ausgehend, um eine Neuinterpretation der ungeklärten Umstände des Todes von George Reeves bemüht. Im Rahmen des Films werden dem Zuschauer dabei drei verschiedene Varianten präsentiert, Selbstmord, ein Unfall und ein Auftragsmord. Auch wenn das Ende eben so offen bleibt, wie die bis heute ungeklärten Umstände des Selbstmords, legt sich der Film schon früh und recht eindeutig auf die Auftragsmord-Theorie fest. Diese Theorie, die im Rahmen von Simos Ermittlungen am plausibelsten erscheint, ist aber keineswegs der Kern des Films. Der Film bemüht sich, durch seine Bildsprache sehr erfolgreich, den Glamour und das Flair des alten Hollywood zu vermitteln. Das Ergebnis wirkt so atmosphärisch wie authentisch und ist optisch eine Augenweide. Jedoch gibt es auch ein zweites, dunkleres Hollywood hinter dieser schönen Fassade, das im Film keineswegs ausgespart wird. Thematisiert wird hier unterschwellige Kritik am alten Studiosystem Hollywoods mit seinen beinahe allmächtigen Studiobossen, die über das Leben und die Karrieren von Schauspielern und Regisseuren verfügten. Diese Kritik kommt allerdings in dem kurzen Feature "Hollywood damals und heute" beinahe besser zum Tragen, wird sie doch im Film dadurch abgeschwächt, dass sie auf die Person von Edgar Mannix zentriert, und auch reduziert wird.
Der Film bewegt sich parallel auf zwei verschiedenen Ebenen, einerseits folgt der Zuschauer den Ermittlungen von Louis Simo in der Gegenwart nach dem angeblichen Selbstmord, andererseits präsentiert der Film in Rückblenden einige der wichtigsten Stationen im Leben des George Reeves. Die Übergänge sind dabei stets fließend, Spannung kommt im Film jedoch zu keiner Zeit auf. Leider mangelt es dem Film aber auch an großen Höhepunkten, bzw. in Bezug auf die Dramatik an echten Tiefpunkten. Sowohl Reeves, als auch Simo, streben nach dem Rampenlicht, keiner von beiden bekommt jedoch das, was er erreichen wollte und beide stellen etwas dar, was sie nicht sind. Herausragend ist die Darstellung von Adrien Brody ("Der Pianist"), der den Film beinahe alleine trägt. Die Darstellung von Ben Affleck ("Der Anschlag") hingegen lässt einige Wünsche offen. Scheinbar wurde er vor allem wegen seines Aussehens für die Rolle ausgewählt. So kann er dann auch als Ladykiller und Dressman voll überzeugen, Reeves' Rolle als verbitterter und verkannter Charakterdarsteller, der sich als "Superman" völlig unterfordert fühlt, nimmt man ihm jedoch nicht ab.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild überzeugt mit guter Schärfe und kräftigen Farben, lediglich bei dunkleren Szenen ist der Kontrast nicht immer optimal. Die Tonspuren bieten gute Verständlichkeit, sind aber sehr frontlastig ausgefallen.
Die DVD enthält mehrere Features. "Der Glamour des alten Hollywood" (6:32) beschäftigt sich mit dem Flair des alten Hollywood und der Rekonstruktion der damaligen Verhältnisse, z.B. mit der Hilfe alter Fotos. "Hinter den Schlagzeilen" (6:59) setzt sich mit den wichtigsten Charakteren des Films auseinander und verdeutlicht die Parallen zwischen George Reeves und Louis Simo. "Hollywood damals und heute" (7:33) schließlich bietet historische Fakten über das alte Studiosystem Hollywoods, mit kritischen Untertönen versehen, durch das die Filmbosse zur damaligen Zeit die Stadt beinahe völlig kontrollierten. Ferner finden sich auf der DVD noch zusätzliche Filmszenen (4:54). Insgesamt sind die Extras interessant, aber ein wenig kurz ausgefallen.
Fazit:
"Die Hollywood-Verschwörung" ist ein Drama auf zwei Ebenen, das vor allem von einem hervorragenden Adrien Brody und der authentisch wirkenden Atmosphäre des alten Hollywood lebt. Die große Verschwörung existiert jedoch ebensowenig wie ein echter Kriminalteil mit knisternder Spannung. "Die Hollywood-Verschwörung" ist ein Film, dem man gerne beiwohnt, aus dem man aber nicht viel mitnimmt, und der zweifelsohne mehr Potential besessen hätte.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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121:01 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 | Italienisch Dolby Digital 5.1 |
Russisch Dolby Digital 2.0 | Türkisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Bulgarisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Estnisch, Griechisch, Hebräisch, Italienisch, Kroatisch, Lettisch, Litauisch, Rumänisch, Russisch, Serbokratisch, Slowenisch, Türkisch |
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Bonusmaterial:
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- "Der Glamour des alten Hollywood"
- "Hinter den Schlagzeilen"
- "Hollywood damals und heute"
- Zusätzliche Szenen
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Die Hollywood-Verschwörung
Hollywoodland
Ein Drama mit unterschwelliger Kritik am alten Hollywoodsystem und einem herausragenden Adrien Brody
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006 Regie: Allen Coulter Drehbuch: Paul Bernbaum Darsteller: Adrien Brody, Ben Affleck, Diane Lane, Bob Hoskins, Robin Tunney, Molly Parker
Label :
Miramax
Verkaufsstart : 26.07.2007
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