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DVD-Besprechung - Breaking and Entering - Einbruch und Diebstahl

Story:
Die romantische Beziehung zwischen Will (Jude Law) und Liv (Robin Wright Penn) ist über die Jahre hinweg immer mehr eingeschlafen. Vor allem Will fühlt sich von der Mutter-Tochter-Beziehung zwischen Liv und ihrer Tochter Bea (Poppy Rogers) zusehends ausgegrenzt und hat das Gefühl nur noch drittes Rad am Wagen zu sein. Bei Ermittlungen über Einbrüche in seine Architekturfirma, bei denen Computer gestohlen wurden, lernt er die aus Sarajevo stammende Amira (Juliette Binoche) kennen, mit der er einen Seitensprung wagt. Eine Entscheidung, die sein Leben nachhaltig verändern wird.

Meinung zum Film:
Regisseur Anthony Minghella konnte mit seinem „Unterwegs nach Cold Mountain“ einige Oscar-Nominierungen verbuchen, letzten Endes schaffte es aber nur Renée Zellweger, die begehrte Trophäe auch zu erhalten. Ein ähnliches Schicksal erlebte der Filmemacher schon zuvor mit „Der talentierte Mr. Ripley“. Es war aber sicherlich für ihn zu verschmerzen, da er bereits bei der Preisverleihung 1996 zu den großen Abräumern gehörte, als er mit „Der englische Patient“ gleich 9 der begehrten Trophäen auf seinem Film vereinen konnte. Unter anderem auch die für die beste Regie. Die Filme von Minghella sind weitestgehend durch ihren bedächtigen Erzählrhythmus bestimmt, der eindeutig die zu erzählende Geschichte und die Charaktere in den Vordergrund stellt, ohne dabei durch Effekthascherei abzulenken und dadurch in den Verdacht zu geraten, das Tempo künstlich zu erhöhen.

Im Mittelpunkt von „Breaking and Entering“ steht Jude Law, der mit Minghella bereits bei „Unterwegs nach Cold Mountain“ und „Der talentierte Mr. Ripley“ zusammen arbeitete. Er spielt Will, einen Mann der an der Schwelle zur Midlife Crisis steht. Beruflich hat er sich etabliert und ist Co-Inhaber eines anerkannten Architekturbüros. In seinem Privatleben sieht das alles ganz anders aus. Er lebt schon seit einigen Jahren mit der Schwedin Liv und deren Tochter Bea zusammen, hat aber immer mehr das Gefühl, auf Grunde der engen Mutter-Tochter-Beziehung der beiden an Bedeutung für das gemeinsame Leben zu verlieren. Als Amira in sein Leben tritt, geht er mit ihr, mehr aus einem Gefühl der Verzweiflung und dem Wunsch geliebt und anerkannt zu werden, denn aus Gründen der Lust eine kurze, wenn auch für seine Zukunft verhängnisvolle Beziehung ein. Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß ist, dass Ameras Sohn einer der Einbrecher war, der die PCs aus seiner Firma entwendete. Will kommt immer mehr an einen Punkt ,wo er sich entscheiden muss, wie sein weiterer Lebensweg auszusehen hat und worum es ihm im Leben wirklich ankommt.

Die Inszenierung des Films erfolgte wie für Minghella üblich gewohnt bedächtig. Stellenweise eindeutig zu bedächtig, was durch das zähe Tempo und die Stille in den Bildern zu einer echten Geduldsprobe für den Zuschauer wird, die durchaus auch in Langweile ausartet. Mit musikalischer Untermalung wurde höchst sparsam umgegangen und wer den Trailer zum Film gesehen hat, kann im Grunde gleich zu den letzten 10 Minuten springen, da der grundlegende Inhalt der vorgehenden Minuten fast komplett in der Vorschau zu sehen ist. Es stellt sich wirklich die Frage, welches Genie sich hier einen teuflischen Spaß daraus machte, den ohnehin schon recht langatmigen Film zu einer noch größeren Probe für die Geduld des Zuschauers zu machen, indem er fast den gesamten Plot vorher verrät. Somit bleibt am Ende nur noch die kurze und auch recht unspektakuläre Auflösung als Neuheit für das Publikum, das geduldvoll die Langfassung des Trailers gesehen hat. Da reichen auch ordentliche darstellerische Leistungen von Jude Law, Juliette Binoche („Chocolat“) und Robin Wright Penn („Message in a Bottle“) nicht aus, um diese unverzeihliche Schlampigkeit vergessen zu machen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt sehr kraftlos in den Farben, bei einem zusätzlich recht tiefen Kontrast. In den meisten Szenen wird dadurch eine sehr trostlose Atmosphäre geschaffen, die auf das Gemüt des Zuschauers drückt. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist stets gut zu verstehen, kommt aber meist aus der Front.

Die Extras bestehen aus einem Audiokommentar mit Regisseur und Drehbuchautor Anthony Minghella, einem in Werbeformat gehaltenen Making of namens „Lügen. Betrügen. Stehlen. Lieben - Making of Breaking and Entering", ein paar zusätzlicher Szenen mit optionalem Audiokommentar so wie dem Trailer zum Film.

Fazit:
„Breaking and Entering“ als gemächlich zu umschreiben wäre sicherlich untertrieben. In einem kaum merklichen Tempo quält sich die Geschichte langsam voran und verlangt eine sehr große Portion an Geduld vom Zuschauer. Wer den Trailer vom Film bereits gesehen hat, dürfte diese kaum aufbringen können, da in der Vorschau bereits rund 90% des Inhaltes vorweg genommen werden. Aber selbst wenn man diesen noch nicht kennt, ist der Inhalt auch mit anspruchsvoll noch zu nett umschrieben.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
113:59 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Italienisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Türkisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Arabisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Kroatisch, Serbokratisch, Slowenisch, Türkisch, Ukrainisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur und Drehbuchautor Anthony Minghella
  • Lügen. Betrügen. Stehlen. Lieben - Making of "Breaking and Entering"
  • Zusätzliche Szenen mit optionalem Audiokommentar
  • Trailer
Breaking and Entering - Einbruch und Diebstahl - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Breaking and Entering - Einbruch und Diebstahl
Breaking and Entering

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Besser den Trailer anschauen, da er fast den gleichen Inhalt, nur ohne Längen bietet


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK / USA, 2006
Regie:
Anthony Minghella
Drehbuch:
Anthony Minghella
Darsteller:
Jude Law, Juliette Binoche, Robin Wright Penn, Ray Winstone, Vera Farmiga, Martin Freeman, Rafi Gavron, Poppy Rogers

Label Deutschland :
Miramax
Verkaufsstart Deutschland :
26.07.2007