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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - Alatriste

Story:
Diego Alatriste (Viggo Mortensen), ein Veteran der spanischen Armee, verdient sich als Söldner in Diensten verschiedener Herren seinen Sold. Man schreibt das 17. Jahrhundert und das einstige spanische Weltreich zeigt erste Zerfallserscheinungen. Als einer seiner treuesten Weggefährten in Flandern tödlich verwundet wird, muss Alatriste ihm versprechen, sich in Zukunft um dessen Sohn Íñigo Balboa (Unax Ugalde) zu kümmern. Als Alatriste einen Auftrag des Inquisitors Bocanegra verweigert, macht sich Alatriste viele mächtige Feinde und auch sein "Ziehsohn" Íñigo gerät in die Fänge der ihm nicht wohlgesonnenen Angélica de Alquézar (Elena Anaya).

Meinung zum Film:
"Alatriste" basiert auf der in Spanien äußerst populären fünfteiligen "Alatriste-Reihe" des Schriftstellers Arturo Pérez-Reverte, in deren Mittelpunkt die Abenteuer des gleichnamigen Söldners stehen, in deren Verlauf sowohl historische Persönlichkeiten als auch fiktive Charaktere ihre Bedeutung haben. Sein bekanntestes Werk stellt "Der Club Dumas" dar, der 1999 von Roman Polanski ("Der Mieter") unter dem Titel "Die Neun Pforten" mit Johnny Depp ("Donnie Brasco") in der Hauptrolle verfilmt wurde. Mit einem Budget von 24,4 Millionen US-Dollar ist "Alatriste" die teuerste spanische Produktion aller Zeiten, in Deutschland schaffte es der Film jedoch nicht einmal in die Lichtspielhäuser. "Alatriste" war bei den spanischen "Goya Awards 2007" in insgesamt fünfzehn Kategorien nominiert und erhielt letztlich drei der Auszeichnungen, unter anderem für die besten Kostüme. Beim "Cartagena Film Festival 2007" wurde Agustín Díaz Yanes mit dem "Golden India Catalina" für die beste Regie ausgezeichnet. Die Hauptrolle des Diego Alatriste verkörpert niemand geringeres als Viggo Mortensen ("A History of Violence") bekannt als "Aragorn" aus der "Herr der Ringe"-Trilogie.

"Alatriste" präsentiert sich als klassisches Mantel-und-Degen-Abenteuer mit den altbekannten Zutaten, Duelle, politische Intrigen, Schlachtengetümmel und natürlich auch einer emotionalen Liebesgeschichte. Leider wurde bei "Alatriste" offensichtlich versucht, nicht nur einen bestimmten, sondern gleich mehrere Romane der Reihe zu adaptieren. Das Ergebnis ist zunächst eine Filmlänge von deutlich über zwei Stunden, vor allem aber eine sehr konfuse und sprunghafte Erzählweise. Die Story zeichnet sich dementsprechend durch größere Zeitsprünge, eine Vernachlässigung der historischen Hintergründe und eine sehr oberflächliche und lückenhafte Behandlung der politischen Zusammenhänge aus. Nichtkenner der Buchvorlage oder Personen, denen die Geschichte Spaniens als Weltmacht nicht detailliert geläufig ist, werden sich daher so manches Mal ein wenig verloren vorkommen. Leider gelingt es dem Film auch nicht immer, sinnvoll Schwerpunkte zu setzen oder Zusammenhänge logisch einwandfrei zu präsentieren. So verdirbt es sich Alatriste zu Beginn mit der Inquisition und wird als Verräter gebrandmarkt. Kurz darauf bewahrt ihn jedoch der italienische Edelmann Gualterio Malatesta (Enrico Lo Verso) vor einem Hinterhalt, nur um für die restliche Spielzeit des Films die Rolle seines Todfeindes einzunehmen.

Neben ziemlich blutigen und handwerklich überzeugenden Kampfszenen, die jedoch trotz des großen Budgets niemals wirkliche Massenszenen darstellen, bietet "Alatriste" auch gleich zwei tragische Liebesgeschichten. Diego Alatriste liebt die Schauspielerin María de Castro (Ariadna Gil), die jedoch verheiratet ist und einen Lebensstil pflegt, den ihr Alatriste nicht bieten kann. Sein "Ziehsohn" Íñigo hingegen liebt die der Königin nahestehende Angélica de Alquézar, die jedoch einem anderen versprochen ist und ihn für ihre Ränkespiele nutzt. Während die historischen Schauplätze und vor allem die aufwendigen Kostüme sehr authentisch wirken, verläuft der stetige Niedergang des Diego Alatriste, der für seine unerschütterliche Treue bestraft wird, und den nach und nach alle seine Weggefährten im Stich lassen, leider auch sehr linear und vorhersehbar. Viggo Mortensen liegt seine Rolle jedoch offensichtlich am Herzen und macht sowohl in den Fechtduellen, als auch in schauspielerischer Hinsicht eine gute Figur. Auch die anderen Schauspieler können überzeugen, leiden aber alle unter der Episodenhaftigkeit des Films.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild überzeugt mit einer sehr guten Schärfe und satten Farben, lediglich bei dunkleren Szenen lässt der Kontrast teilweise ein wenig zu wünschen übrig. Sowohl die deutsche als auch die spanische Tonspur zeichnen sich durch gute Verständlichkeit aus. Vor allem in den Schlachtszenen greifen auch die hinteren Boxen ins Geschehen ein und hinterlassen einen guten, räumlichen Eindruck.

Das einzige Extra auf der DVD ist der Trailer zum Film.

Fazit:
"Alatriste" ist ein Mantel-und-Degen-Film, dem es an der Leichtigkeit älterer Filme dieses Genres mangelt. Handwerklich und ausstattungstechnisch macht die Produktion einen sehr professionellen Eindruck und mit Viggo Mortensen hat man für die Hauptrolle ebenfalls eine sehr gute Wahl getroffen. Leider kann das Drehbuch aber überhaupt nicht überzeugen, es ist langatmig, jedoch gleichzeitig auch sehr sprunghaft geraten, blendet wichtige Hintergründe komplett aus und verläuft zudem äußerst linear. Die DVD ist technisch sehr gut gelungen, bietet aber fast keine Extras.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
139:03 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Spanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
Alatriste - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Alatriste
Alatriste

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Viggo Mortensen im aussichtslosen Kampf gegen ein schwaches Drehbuch


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich/Spanien/USA, 2006
Regie:
Agustín Díaz Yanes
Drehbuch:
Agustín Díaz Yanes (nach einem Roman von Arturo Pérez-Reverte)
Darsteller:
Viggo Mortensen, Elena Anaya, Unax Ugalde, Enrico Lo Verso, Eduardo Noriega, Ariadna Gil

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
08.11.2007