Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  800 Bullets
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
Inspector Barnaby - Volume 14Kesslers Knigge - Die komplette SerieRoller Girl

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.750 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - 800 Bullets

Story:
Beim Umzug entdeckt Carlos (Luis Castro) ein Foto seines verstorbenen Vaters als Cowboy. Er erfährt schließlich, dass dieser zusammen mit seinem Großvater Julián (Sancho Gracia) in Almeria Stuntman bei diversen Westernproduktionen war. Daraufhin macht er sich aus dem Staub, um seinen Großvater in Almeria zu treffen, der dort immer noch sein Dasein fristet. Julián ist Leiter einer abgehalfterten Wild-West-Show für Touristen, trauert den alten Zeiten hinterher und ersäuft sein Selbstmitleid im Alkohol. Da Carlos Mutter (Carmen Maura) Julián die Schuld am Tode ihres Mannes gibt und ihre Firma außerdem die Westernstadt abreißen will, droht eine Katastrophe.

Meinung zum Film:
Der Spanier Álex de la Iglesia ("Perdita Durango") sorgte erstmals mit der trashigen Science-Fiction-Komödie "Aktion Mutante" für Aufsehen. Sein endgültiger Durchbruch erfolgte dann mit dem ziemlich gewalttätigen, schwarzhumorigen Roadmovie "Perdita Durango". In der Folgezeit wurde es jedoch ein wenig ruhiger um de la Iglesia. Im Jahre 2000 drehte er die schwarze Komödie "Allein unter Nachbarn", bevor dann 2002 der vorliegende "800 Bullets" entstand, bei dem er nicht nur Regie führte, sondern auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnete und als Produzent tätig war. "800 Bullets" findet nun, erst 5 Jahre nach seiner Premiere, den Weg nach Deutschland. "800 Bullets" wurde bei den "Goya Awards 2003" für Preise in vier Kategorien nominiert, gewann letztlich jedoch lediglich den Preis für die besten Spezialeffekte. In der Hauptrolle des Julián findet sich mit Sancho Gracia ("Töte Django") ein Darsteller, der mit seiner fiktiven Figur zumindest Erfahrungen im Spaghetti-Western-Genre, sowie die Mitarbeit an dem Western "40 Gewehre" mit Raquel Welch gemeinsam hat.

"800 Bullets" wird als Spaghetti-Western-Parodie und Actionfilm vermarktet, beides trifft jedoch nicht zu. Vielmehr handelt es sich um eine Mischung aus Komödie und Drama, die aber gleichzeitig auch eine Hommage an die guten, alten Western, jedoch sowohl US-Western als auch Italos, darstellt. Die Perspektive des Films ist dabei zunächst die eines Kindes, nämlich von Carlos. Mit seinem Eintreffen in der Westernstadt seines Großvaters in Almeria, die tatsächlich existiert und als Drehort für Italo-Western diente, geht für ihn ein Kindheitstraum in Erfüllung und der Wilde Westen wird wieder lebendig. Viel mehr als diese beinahe verlassene Westernstadt, sowie die nächste Kleinstadt, bekommt man jedoch leider als Locations auch nicht geboten. Dabei beginnt der Film sehr vielversprechend, der Vorspann ist sowohl stilistisch als auch musikalisch an Italo-Western angelehnt, und man wohnt dem Überfall auf eine Postkutsche bei. Im weiteren Verlauf des Films geht diese Western-Atmosphäre jedoch größtenteils verloren, denn stimmige Außenaufnahmen gibt es nur sehr wenige und selbst innerhalb der Westernstadt trifft man immer wieder Autos und Touristen.

Auch wenn der Film zu Beginn eher wie ein Kinderfilm wirkt und mit einem dementsprechenden Humor aufwartet, wie z.B. einem Running-Gag, der daraus besteht, dass stets der Darsteller des Gehängten am Galgen vergessen wird, passen einige herbere Gewaltszenen, sowie die große Freizügigkeit der weiblichen Darsteller so gar nicht ins Bild. Unter anderem gibt es bereits im Vorspann einen blutigen Kopfschuss, später wird dann u.a. auch noch einem Polizisten blutig in den Fuß geschossen. Das größte Problem des Films ist dann auch seine Uneinheitlichkeit. Der Humor im Film stellt zwar keinen direkten Klamauk dar, ist aber recht flach ausgefallen und kann keine Begeisterungsstürme entfachen. Andererseits vermischen sich Tragik und Comedy teilweise zu einer unverdaulichen Mischung. Beispielsweise wird der Sturm von Spezialeinheiten auf das Westerndorf und die Darsteller einerseits als großes, spaßiges Abenteuer präsentiert, andererseits wird dabei aber mit scharfen Waffen hantiert und Menschen werden schwer, und das auch grafisch, verletzt.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild weist ein deutliches Rauschen auf, unter dem die Schärfe ein wenig leidet. Insgesamt ist die Bildqualität aber als gut zu bezeichnen. Die Tonspuren überzeugen mit guter Verständlichkeit bei den Dialogen und kräftiger musikalischer Untermalung. Mit Effekten und Raumklang hält sich der Film gerade in den Actionsequenzen jedoch ziemlich zurück.

Bei den Extras dominiert leider eher das Motto "Masse statt Klasse". Das Making Of (20:09) besitzt leider keinen besonders großen Informationswert und bietet sehr viele Filmszenen. Auf der DVD befinden sich außerdem acht Deleted Scenes (6:59), ein alternatives Ende (3:28), der Originaltrailer, ein Teasertrailer, TV-Spots, ein Storyboard-Film-Vergleich (2:25), eine Bildergalerie, sowie eine recht ausführliche Bio-/Filmographie zu Álex de la Iglesia. Den Abschluss bilden vier Interviews vom Set, die mit einer Gesamtlaufzeit von knapp unter sieben Minuten jedoch deutlich zu kurz ausgefallen sind.

Fazit:
"800 Bullets" ist eine Mischung aus Komödie und Drama, die sowohl inhaltlich als auch stilistisch nicht funktioniert. Die humoristischen Einlagen sind nicht sehr amüsant, die Anleihen an klassische Western oberflächlich und wenig einfallsreich und der ernstere Teil des Films kommt durch aufgesetzt wirkende Action-Einlagen und den meist eher heiteren Unterton des Films nicht wirklich zur Geltung. Umso unpassender wirken da einige härtere Einlagen und das eher deprimierende Ende. Die DVD kann hingegen technisch überzeugen, auch wenn die Extras eher quantitativ als qualitativ überzeugen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
121:01 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Spanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Deleted Scenes
  • Alternatives Ende
  • Originaltrailer
  • Teasertrailer
  • TV-Spots
  • Interviews vom Set mit Álex de la Iglesia, Sancho Gracia, Ángel de Andrés López und Carmen Maura
  • Storyboard-Vergleich
  • Bildergalerie
  • Bio-/Filmographie von Álex de la Iglesia
800 Bullets - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
800 Bullets
800 balas

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
"800 Bullets" ist leider eher eine Platzpatrone als ein Volltreffer!


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Spanien, 2002
Regie:
Álex de la Iglesia
Drehbuch:
Álex de la Iglesia, Jorge Guerricaechevarría
Darsteller:
Sancho Gracia, Ángel de Andrés López, Carmen Maura, Eusebio Poncela, Luis Castro, Manuel Tallafé

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
08.11.2007

Vertrieb Schweiz :
Impuls Home Entertainment
Verkaufsstart Schweiz :
08.11.2007