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DVD-Besprechung - Der Mann aus Metall
Story:
Der bedeutende, amerikanische Physiker Dr. Lucas Martino (Joseph Bova) verunglückt mit seinem Auto an der deutsch-deutschen Grenze und wird dabei schwer verletzt. Der russische Geheimdienst nutzt die Chance und rettet den bis zur Unkenntlichkeit entstellten Wissenschaftler. Sechs Monate später schicken die Russen Martino zurück. Er besteht jedoch, nach den schwerwiegenden und lebensrettenden Operationen, mittlerweile zum größten Teil aus Metall. Eine zweifelsfreie Identifikation über physische Merkmale ist nicht möglich, weshalb FBI-Agent Sean Rogers (Elliott Gould) den Auftrag erhält, die Identität zweifelsfrei festzustellen, um Spionage ausschließen zu können.
Meinung zum Film:
"Der Mann aus Metall" hörte im Originaltitel eigentlich auf den Namen "Who?" was den Nagel auf den Kopf trifft, geht es doch um die Frage nach der Identität des Mannes aus Metall. Regisseur Jack Gold ("Freitag und Robinson") lieferte bereits in verschiedensten Genres großartige Filme ab, so z.B. die Kinderbuchverfilmung "Der Kleine Lord" mit Alec Guiness, den Flieger-Kriegsfilm "Schlacht über den Wolken" mit Malcolm McDowell, oder den Mystery-Thriller "Der Schrecken der Medusa" mit Richard Burton. Das Drehbuch zum Film verfasste John Gould ("The Only Way"), der neben diversen TV-Serien auch für den ungewöhnlichen Peter Sellers-Film "Der Bunker" verantwortlich war, auf Basis des Romans von Algis Budrys. Hauptdarsteller Elliott Gould ("MASH") glänzte 1973 unter anderem in Robert Altmans "Der Tod kennt keine Wiederkehr" als Privatschnüffler Philip Marlowe. Der Produzent des Films war Multitalent Barry Levinson ("Rain Man").
"Der Mann aus Metall" spielt zur Zeit des Kalten Krieges und stellt eine Mischung aus Polit- und Agententhriller dar. Ein von der russischen Seite entführter US-Wissenschaftler wird nach 6 Monaten in deren Gewahrsam an die Amerikaner zurückgegeben. Er ist jedoch nicht mehr zweifelsfrei zu identifizieren, da sein Schädel und auch Teile seines Körpers, z.B. ein Arm, komplett aus Metall bestehen. Die Frage, die es nun für FBI-Agent Sean Rogers zu klären gilt ist, ob es sich dabei um den "alten" Dr. Lucas Martino handelt, ob es sich um einen "umgedrehten" Martino handelt, oder ob unter der Maske eine völlig andere Person, also ein russischer Agent, steckt. Auch wenn die roboterhafte Maske des Mannes aus Metall sehr trashig wirkt, ist der Film glücklicherweise sowohl inhaltlich, als auch handwerklich sehr überzeugend. Während Rogers mit allen Tricks versucht, den vermeintlichen Spion zu enttarnen, denn Rogers ist davon überzeugt, dass der russische Geheimdienst ihn nicht wieder freigelassen hätte, es sei denn er hätte eine Gehirnwäsche durchlaufen, bewegt sich der Film auf einer zweiten Ebene in der Vergangenheit. In diesen Rückblenden wird die Arbeit der "Gegenseite", in Person des KGB-Geheimdienstoffiziers Azarin (Trevor Howard), geschildert.
Dabei gelingt es dem Film, den Zuschauer immer stärker in seinen Bann zu ziehen und ständig neue Fragen aufzuwerfen. Im Laufe von Azarins Arbeit stellt sich unwillkürlich die Frage, ob der Geheimdienstmann eigentlich dabei ist, Martino auszufragen, oder ob er bereits dabei ist, ihn zu "konditionieren", ob also eine Gehirnwäsche vorgenommen wurde. Währenddessen hält FBI-Agent Rogers die Nationale Sicherheit höher als die Wahrheit, im Zweifelsfall entscheidet er hier gegen den Angeklagten. Er hält das Sicherheitsrisiko, das von dem Mann aus Metall ausgeht, in jedem Fall für zu groß und will ihn nicht wieder als Leiter des geheimen und bedeutenden Neptun-Projekts arbeiten lassen. Im Laufe seiner zweifelhaften Verhörmethoden beginnt er auch zunehmend den Mann aus Metall zu erniedrigen, er verweigert ihm Grundrechte, da diese nicht für Kunstmenschen aus Metall gelten würden und beginnt dessen Selbstwertgefühl zu untergraben. Der zurückgekehrte Martino hingegen, den nach eigener Aussage lediglich der Gedanke an die Fortführung seiner Arbeit am Leben gehalten hat, die von Rogers ja zunehmend in Frage gestellt wird, beginnt sich immer stärker in sich selbst zurückzuziehen und von seiner Umwelt zu isolieren. Aber auch Rogers wird unter Druck gesetzt, denn hochrangige Militärs und Wissenschaftler möchten Martino schnellstmöglich wieder als Leiter des Projekt Neptun sehen, wenn es Rogers nicht gelingt, ihn als Spion zu entlarven.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist leider sehr bescheiden ausgefallen. Das Bild weist extrem viele Beschädigungen und Verschmutzungen auf und dazu gesellt sich auch noch ein starkes Rauschen. Ein dermaßen beeinträchtigtes Bild bekommt man auf DVD wahrlich selten zu Gesicht. Zudem liegt der Film auch noch im falschen Bildformat, nämlich im Vollbildformat 1,33:1, statt im originalen Breitwandformat 1,85:1, vor. Die deutsche Tonspur überzeugt mit guter Verständlichkeit, auf die englische Originaltonspur muß man allerdings leider verzichten.
Es gibt keinerlei Extras.
Fazit:
"Der Mann aus Metall" ist ein Film über krankhafte Paranoia, die Suche nach der eigenen Identität, bzw. einer fast philosophischen Suche nach dem Wesen des Menschen, und den Wettlauf von Spionage und Gegenspionage der Großmächte im Kalten Krieg. Der Film verfügt dabei über eine ausgeklügelte Erzählweise, die Stück für Stück Details aus der Vergangenheit enthüllt, dadurch aber zunächst immer neue Fragen aufwirft, die überraschende Auflösung jedoch erst in einem sehr gelungenen Finale preisgibt. Leider wird die technische Präsentation der DVD diesem herausragenden Film nicht gerecht, die Zahl der Verfehlungen umfasst eine insgesamt schwache Bildqualität, ein falsches Bildformat, fehlenden O-Ton und keinerlei Extras.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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87:59 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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Der Mann aus Metall
Who?
Ein faszinierender Film in erschreckend schwacher technischer Präsentation
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 1974 Regie: Jack Gold Drehbuch: John Gould (nach einem Roman von Algis Budrys) Darsteller: Elliott Gould, Joseph Bova, Trevor Howard, Edward Grover, Kay Tornborg, John Stewart
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 30.08.2007
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