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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - Der Tod einer Bestie

Story:
30 Jahre lang bis zum Jahr 1961 beherrscht Rafael L. Trujillo die Dominikanische Republik. Viele Menschen verschwinden oder sterben und das selbst aus nichtigen Gründen. 35 Jahre später kehrt Urania (Isabella Rossellini) in ihre alte Heimat zurück, die sie kurz nach der Ermordung des Diktators fluchtartig verlassen hat. Ihr Vater hat nicht mehr lange zu leben und sie versucht mit den Erinnerungen, die wieder auf sie einströmen, klar zu kommen und ihren Frieden mit ihrem Vater zu schließen, der sie einst verraten hat…

Meinung zum Film:
Aus heutiger Sicht ist die Geschichte der großen Diktaturen in der Karibik und in Süd- und Mittelamerika kaum noch zu fassen und doch lebten dort sehr viele Menschen unter der Ägide von Militärverwaltungen und Diktatoren wie Trujillo. Der hatte noch vor Beginn des zweiten Weltkriegs im Jahr 1930 einen Putsch unternommen, zunächst eine Marionetten-Regierung eingesetzt und sich dann selbst im August 1930 zum Präsidenten wählen lassen. Im Mai 1961 wurde er schließlich auf der Heimfahrt von seiner Ranch in die Hauptstadt Santo Domingo in einem Hinterhalt erschossen. Erstaunlicherweise wurden die Attentäter aber nicht als Helden gefeiert und die Bevölkerung trauerte um den Diktator. Fünf Jahre lang herrschten Unruhen, bis die Organisation Amerikanischer Staaten unter der Führung der USA die Unruhen durch einen Einmarsch beendeten. Erst danach kehrte politische Ruhe und Stabilität ein. Trujillo war ohne Frage ein grausamer Herrscher, der viele Menschen verschleppen und töten ließ.

Es ist mit Sicherheit kein einfaches Unterfangen, einen Film über eine Diktatur zu drehen, denn die historischen Fakten müssen stimmen und auch wenn die Diktatur unter Trujillo sicher einigen Stoff bietet, so musste doch ein Drama her, das die Geschichte flankiert. Man versuchte es mit dem Kunstgriff , das Schicksal einer jungen Frau darzustellen und dieses in Rückblenden zu zeigen. Und man hatte sicher den Vorteil, eine Romanvorlage zu haben, die das Grundgerüst bereitstellte. Doch einen Roman auf zwei Stunden Film zu reduzieren kann eine immense Aufgabe darstellen, an der schon viele gescheitert sind. Man kann zwar nicht sagen, dass die Drehbuchautoren komplett scheiterten, sie haben allerdings auch nicht gerade einen interessanten und kurzweiligen Film geschaffen. Ganz im Gegenteil plätschert dessen Geschichte einfach so ein wenig vor sich hin, ohne dass sie wirklich entscheidende Formen annimmt. Das schlussendliche Drama, das eigentlich die tragende Hauptrolle haben sollte, fällt insgesamt viel zu klein aus und kann somit gar nicht den Rest des Films schultern. So bleibt der Film insgesamt eine Auflistung einiger weniger Ereignisse aus dem Leben Trujillos, sowie eine Geschichte, die erst weit nach der Hälfte des Films an Fahrt aufnimmt. Da hätte man sicher mehr daraus machen können.

Isabella Rossellini („Infamous“) bleibt insgesamt hinter ihren schauspielerischen Mitteln zurück. Es gibt ein paar wenige Szenen, in denen sie brillieren kann, aber diese sind einfach zu wenig. Tomas Milian („Der Gehetzte der Sierra Madre“) hingegen spielt einen herrlich sinistren und unberechenbaren Diktator und man kann ihm mit Sicherheit abnehmen, dass mit diesem nicht gut Kirschen essen ist. Seine Präsenz, insbesondere bei den Szenen, in denen Trujillo die Bestie herauskehren darf, ist sehr gut und das Highlight des Films. Der Rest des Casts indes bleibt eher blass. Hier bleibt einem niemand richtig in Erinnerung, was auch den deutlich fehlenden Charakterszenen liegt.   

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist in Ordnung, zeigt einen guten Kontrast und lebendige Farben. Der Ton liegt in Dolby Digital 5.1 sowohl in Deutsch als auch in Englisch vor. Die seitlichen und hinteren Lautsprecher werden aber eher selten benutzt und kommen erst richtig bei der Ermordung des Diktators zum Einsatz.

Ein etwa 13-minütiges Making Of zeigt ein paar Hintergründe zum Film, bleibt aber eher belanglos. Daneben gibt es den Originaltrailer in Deutsch und Spanisch, eine Bildergalerie, sowie Bio- / Filmografien zu Isabella Rossellini, Tomas Milian, Paul Freeman und Steven Bauer. Insgesamt etwas wenig Special Features.

Fazit:
„Der Tod einer Bestie“ ist ein eher belangloser und langweiliger Film über eine mit Sicherheit schwierige Zeit in der Dominikanischen Republik. Mit einem besseren Drehbuch und mehr Charakterszenen hätte daraus mehr werden können. Ansehen kann man sich den Film dennoch einmal, denn diese Diktatur wird eher selten bei den Zuschauern bekannt sein.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
125:08 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • Originaltrailer in Deutsch und Spanisch
  • Making Of
  • Bio-/Filmografien zu Isabella Rossellini, Tomas Milian, Paul Freeman, Steven Bauer
  • Bildergalerie
Der Tod einer Bestie - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Der Tod einer Bestie
La Fiesta del chivo

Bild unseres Mitarbeiters Bernd Glasstetter
Diktatorisch daneben gegangen


Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien / Spanien, 2005
Regie:
Luis Llosa
Drehbuch:
Augusto Cabada, Mario Vargas Llosa, Zachary Sklar
Darsteller:
David Zayas, Eileen Atkins, Isabella Rossellini, Juan Diego Botto, Murphy Guyer, Paul Freeman, Shawn Elliott, Stephanie Leonidas, Steven Bauer, Tomas Milian

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
13.09.2007