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DVD-Besprechung - Nympha
Story:
Die Amerikanerin Sarah (Tiffany Shepis) begibt sich in ein abgelegenes, italienisches Kloster, um ihren Weg zu Gott zu finden. Das Kloster der "Nuns of the New Order" scheint jedoch ein düsteres Geheimnis zu bergen und Sarah wird bereits nach kurzer Zeit von seltsamen Visionen aus der Vergangenheit geplagt. Zudem setzt sie die Mutter Oberin auch großer körperlicher Pein aus, wobei ihr ein ständig betrunkener Arzt als Folterknecht dient.
Meinung zum Film:
Die FSK verweigerte "Nympha" im ersten Anlauf wegen "verrohender und jugendgefährender Tendenzen" zunächst die Freigabe. Somit drohte dem Film das gleiche Schicksal wie dem vorigen Film von Ivan Zuccon ("Armee des Jenseits - Unknown Beyond"), "Bad Brains", der in Deutschland nur gekürzt auf DVD veröffentlicht wurde. Epix ging jedoch in die Berufung, bekam Recht, und der Film wurde schließlich ohne Schnittauflagen freigegeben. "Nympha" ist bereits der fünfte Horrorfilm von Ivan Zuccon, seine anderen Werke sind ebenfalls von Epix erhältlich, fielen jedoch bei Kritik und Publikum bisher eher durch.
"Nympha" führt mit Sarah die Hauptfigur der Leidensgeschichte, sowohl für sie, als auch für den Zuschauer, in die Geschichte ein, ohne irgendwelche Hintergründe über diesen Charakter zu enthüllen. Das ändert sich auch im weiteren Verlauf der Geschichte nicht mehr und dieser Mangel wird durch die amateuerhafte schauspielerische Darbietung von Tiffany Shepis ("Dorm of the Dead") noch verstärkt. Zudem nimmt man ihr die Rolle der Nonne zu keiner Zeit ab, hier wurde offensichtlich beim Casting geschlafen. Angesichts des mittleren Zwergenaufstands der FSK sollte man annehmen, dass der Film zumindest äußerst blutig ausgefallen wäre. Das ist jedoch in keinster Weise der Fall, hier kann man nur dem Pressesprecher von Epix zustimmen, der in seiner Stellungnahme an die FSK meinte, "NYMPHA ist ein Low Budget- Film, dessen Effekte in ihrer Billigkeit eher lächerlich wirken. Die beschriebenen Gewaltakte werden zumeist eher kurz angedeutet.". In der Tat findet sich in "Nympha" eigentlich keine einzige Szene, die einer Altersfreigabe ab 16 Jahren im Wege stehen würde. Der Großteil der Effekte besteht schlichtweg aus Kunstblut, das auch stets sehr künstlich aussieht. Der Höhepunkt der Gewalt ist wohl noch das Abtrennen eines Zungenstücks, die Kamera zeigt den Vorgang jedoch gar nicht und hält auch hinterher nicht explizit drauf. Insgesamt sind die Effekte äußerst amateuerhaft bis kaum vorhanden, Gorehounds und Splatterkiddies sind hier definitiv an der falschen Adresse.
Somit müßte der Film schon im storytechnischen Bereich punkten, um zumindest bei den Freunden atmosphärischer oder gut erzählter Horrorfilme ein Publikum zu finden. In diesem Bereich hat der Film jedoch noch weit größere Probleme als im unterfinanzierten Effektebereich. Eventuell ging es der FSK bei ihrer Verweigerung vielleicht doch nur darum, tatsächlich einmal die Allgemeinheit zu schützen, denn was einem hier drehbuchtechnisch vorgesetzt wird, ist schon wahrlich ein starkes Stück. Der Film verläuft auf zwei Ebenen, einerseits begleitet er Sarah auf ihrem physischen und psychischen Leidensweg innerhalb des kärglichen Klosters, andererseits werden ihre Visionen in Rückblendenform erzählt, in denen der religiöse Fanatiker Jeremy in seinem Wahn furchtbare Taten begeht. Die Verbindung beider Ebenen gelingt zu keiner Zeit, denn die Erzählstruktur ist so umständlich wie konfus. Um Lücken im wohl fast leeren Drehbuch zu füllen, fließt hin und wieder Blut von den Wänden, die Hauptdarstellerin präsentiert sich völlig textilfrei, oder ein weiblicher Geist aus der Vergangenheit schaut zu einer kleinen lesbischen Einlage vorbei. Bei einer so kompliziert vorgetragenen, obwohl eigentlich papierdünnen Story könnte man zumindest eine interessante Auflösung erhoffen. Leider ist das Ende aber genauso schwach wie der ganze Film, und offenbart endgültig, dass die konfuse Erzählweise keinem tieferen Sinn folgte, sondern schlichtweg durch Unfähigkeit begründet war.
Digitale Aufarbeitung:
"Nympha" wurde offensichtlich mit sehr geringem Budget gedreht und auch mit dementsprechendem technischen Equipment. Das Bild ist leicht verrauscht, viel schlimmer ist jedoch das störende, kompressionsbedingte Blockrauschen. Der Kontrast kann ebenfalls nie wirklich überzeugen und die Farben wirken oft alles andere als natürlich. Die beiden Tonspuren sind hingegen zu jeder Zeit gut verständlich.
Auf der DVD befinden sich der Originaltrailer, der Originalteaser, eine Bildergalerie und vier entfallene Szenen (2:07), jedoch lediglich in italienischer Sprache ohne deutsche Untertitel. "Hinter den Kulissen" (10:03) ist eine inhaltliche Nullnummer, verfügt über eine armselige Bildqualität und kommt ebenfalls in italienisch ohne Untertitel daher, genau wie das Making Of (12:37). Den Abschluss bildet das Feature "Visuelle Effekte" (13:04), das völlig unkommentiert ist und sich mit den im Film verwendeten digitalen Effekten beschäftigt.
Fazit:
"Nympha" ist leider eine komplette Bruchlandung und kann weder durch seine Geschichte, bzw. atmosphärisch, noch mit gelungenen Effekten überzeugen. Der Look des Films ist unwahrscheinlich billig und amateurhaft, die Hauptdarstellerin ist fehlbesetzt, agiert ebenfalls schwach und der Film verläuft durchgehend völlig spannungslos. Technisch hat man bei Epix versucht, das beste aus dem billig heruntergekurbelten Material herauszuholen, die Präsentation verbleibt aber unterdurchschnittlich, während die Extras schlichtweg lieblos zusammengestellt wurden.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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90:34 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Originaltrailer + Originalteaser
- "Hinter den Kulissen"
- Making of "Nympha"
- Fotogalerie
- Entfallene Szenen
- Visuelle Effekte
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Nympha
Nympha
Keine Religion der Welt kann diesen Film rechtfertigen
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 2007 Regie: Ivan Zuccon Drehbuch: Ivo Gazzarrini Darsteller: Tiffany Shepis, Michael Segal, Caroline de Cristofaro, Allan McKenna, Giuseppe Gobbato, Alessandra Guerzoni
Label :
Epix
Verkaufsstart : 13.09.2007
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