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DVD-Besprechung - La vie en rose
Story:
Das Leben der gefeierten Chansonsängerin Édith Piaf (Marion Cotillard) verlief alles andere als ruhig. Immer wieder muss sie an die Anfänge ihres Lebens zurückdenken, wo sie nach einer harter Kindheit als Straßensängerin vom Kabarettbesitzer Louis Laplée (Gérard Depardieu) für die Bühne entdeckt wurde und von dort aus zur wohl größten Chansonsängerin Frankreichs aufstieg. Doch neben des großen Ruhmes und der Sympathien der Menschen, zeichneten vor allem gesundheitliche Probleme und Schicksalsschläge ihren Lebensweg.
Meinung zum Film:
1915 wurde Édith Piaf 5 Tage vor Heiligabend unter dem Namen Édith Giovanna Gassion in Paris geboren, war jedoch alles andere als ein Wunschkind. Nachdem ihre Mutter sie zu ihrer Großmutter mütterlicherseits gab, wo sie so gut wie nichts zu essen bekam, brachte sie ihr Vater bei seiner Mutter unter. Nachdem sie in frühen Kindheitstagen fast 2 Jahre blind war auf Grund einer Hornhautentzündung, ging sie mit ihrem Vater, der Akrobat bei einem Wanderzirkus war, auf Tournee, wo sie täglich mit dem schroffen Leben auf der Straße konfrontiert wurde. Die Tatsache, dass ihr Vater ständig trank, war eine zusätzliche Belastung für das zu dieser Zeit noch nicht einmal 10 Jahre alte Mädchen. Als sie 15 Jahre alt war, verließ Édith ihren Vater und schlug sich als Straßensängerin in Paris durch. Hier wurde sie vom Kabarettbesitzer Louis Laplée entdeckt und von ihm als Chanteuse angestellt,. Fortan verzauberte sie ihr Publikum unter dem Namen "La Môme Piaf", der kleine Spatz, was für die gerade einmal 1,47 Meter kleine Person mit der gewaltigen Stimme eine absolut passende Umschreibung darstellt. Ihre großen Hits wie "La vie en rose", "Milord" und "Non, je ne regrette rien" werden auch heute noch immer wieder regelmäßig im Radio gespielt.
Regisseur Olivier Dahan ("Die purpurnen Flüsse 2 – Die Engel der Apokalypse") nahm sich dem tragischen Leben der wohl größten französischen Chansonsängerin an und setzte ihr damit ein Denkmal. Auf verschiedenen Zeitebenen verteilt zeigt er ihr Leben, das schon wenig erfreulich begann und voller tragischer Schicksalsschläge steckte. Verwirrung kommt allerdings nie durch die zahlreichen Zeitsprünge in der Geschichte auf, da die aktuell gezeigte Epoche immer wieder durch Einblendung des Datum und Ortes zu Beginn eines Wechsels angezeigt wird. Der interessanteste Aspekt an dem Wechsel in den Zeiten ist der Vergleich, der zwischen der jungen Édith Piaf, die unter der Armut und dem rohen Leben in der Unterschicht leidet, und der erfolgreichen Chansonsängerin, die ihre in jungen Jahren gewonnenen Verhaltensmuster in die oberen Schichten mitbringt. Ihre schroffe und laute Art ist ein Beleg für die These, dass man einen Menschen aus der Unterschicht holen kann, die Unterschicht aber nicht aus dem Menschen. Als Zuschauer kann man das Verhalten aber durchaus verstehen, vor allem weil durch die Präsentation paralleler Zeitebenen der Grund dafür sehr deutlich zu erkennen ist.
Marion Cotillard ("Ein gutes Jahr") weiß in der Rolle des kleinen Spatzes vollends zu überzeugen. Sie legt eine facettenreiche Darstellung hin, welche die verschiedensten Seiten Édith Piafs authentisch herüber bringt. Durch ihre starke Art, wie sie die Schicksalsschläge und gesundheitlichen Probleme wegsteckt, wird ihr oftmals grobes Verhalten nachsichtlich verziehen. Vor allem der traurige Blick, mit dem alleine sie die ganze Last zum Ausdruck bringt, der auf ihrer Seele liegt und den sie vor allem auf der Bühne präsentiert, ist ein Erlebnis. Marion Cotillard hat einen ganz großen Anteil daran, dass der Film trotz seines sehr gemächlichen Tempos und seiner sehr ruhigen Erzählweise nicht langweilig wird. Die zahlreichen Schicksalsschläge, die „La Môme“ erleiden musste, werden sehr eindringlich und nahegehend gezeigt. Immer wenn es den Anschein hat, als würde sich das Glück ihrer Karriere auch endlich im privaten Bereich einstellen, gibt es wieder einen neuen Rückschlag. Wenn zum Finale eine gebeugte und deutlich vom Leben gezeichnete Édith Piaf "Non, je ne regrette rien" – "Nein, ich bereue nichts" singt, ist das mehr als nur ein Lied. Es ist vielmehr ein Ausdruck von Gefühlen und eine abschließende Versöhnung mit all den Problemen in ihrem Leben. Für den Zuschauer ist es jedoch etwas ganz anderes – ein bemerkenswerter Gänsehaut-Moment, der unter die Haut geht.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt im Kontrast deutlich zu tief, wodurch in dunklen Szenen nicht immer alles zu erkennen ist und somit einen deutlichen Makel darstellt Außer diesem Punkt gibt es keine weiteren Kritikpunkte. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 und dts ist durchgehend gut zu verstehen, in den Musikpassagen wird ein guter Gebrauch von den Surroundmöglichkeiten gemacht.
Als Extra gibt es neben dem Trailer nur noch ein rund 24-minütiges Making Of, in dem der Weg von der Idee bis zum fertigen Film ein wenig näher gebracht wird. Hierbei geht es dankender Weise über den üblichen Marketingcharakter hinaus.
Fazit:
Regisseur und Co-Drehbuchautor Olivier Dahan hat zusammen mit Isabelle Sobelman die richtige Mischung aus biografische Fakten und Emotionen gefunden, mit denen er das Publikum auch über die rund 135 Minuten zu unterhalten versteht. Wer bislang schon Gefallen an Portraitfilmen finden konnte, sollte sich "La vie en rose" nicht entgehen lassen. Am Ende wird es sicherlich auch bei ihm heißen: "Non, je ne regrette rien".
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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134:29 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Französisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch für Hörgeschädigte |
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Bonusmaterial:
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- Making of
- Darsteller-Infos
- Trailershow
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La vie en rose
La Môme
Non, je ne regrette rien, Milord
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich / Tschechien / UK, 2007 Regie: Olivier Dahan Drehbuch: Olivier Dahan Darsteller: Marion Cotillard, Sylvie Testud, Pascal Greggory, Emmanuelle Seigner, Jean-Paul Rouve, Gérard Depardieu, Manon Chevallier, Pauline Burlet
Label :
Constantin Film
Verleihstart : 06.09.2007 Verkaufsstart : 06.09.2007
Vertrieb :
Rainbow Home Entertainment AG Verleihstart : 06.09.2007 Verkaufsstart : 06.09.2007
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