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Kino-Besprechung - Wächter des Tages

Story:
Anton Gorodetsky (Konstantin Khabensky) von der „hellen“ Nachtwache hat mehrere Probleme: Sein Sohn Yegor (Dima Martynov) hat sich als besonders mächtiger „Anderer“ – Menschen mit übernatürlichen Kräften – für die Gegenseite entschieden und läuft des Nachts durch Moskau, um Unschuldigen Blut abzusaugen. Ihm wird von der Tagwache – eben jene „dunklen Anderen“ – eine Morderserie angehängt. Und er ist in Sveta (Mariya Poroshina) verliebt, die als stärkstes Ass im Ärmel der Nachtwache dazu bestimmt ist, Yegor gegenüberzutreten. Hilfe in dem Schlamassel könnte ein uraltes Relikt bieten, mit dem man sein eigenes Schicksal umschreiben kann: Die Kreide des Schicksals...

Meinung zum Film:
Die Fortsetzung des auch hierzulande erfolgreichen russischen Blockbusters „Wächter der Nacht“ setzt nahezu nahtlos an seinen Vorgänger an und erklärt dem Zuschauer somit nur kurz noch einmal die Welt der „Anderen“ anhand der Ausbildung Svetas, die im letzten Teil initiiert wurde. Die beiden Wachen kontrollieren sich in einem Jahrtausende anhaltenden Waffenstillstand gegenseitig, doch mit dem „Erwachen“ Yegors und Svetas scheint ein Endkampf bevor zu stehen, der ganz Moskau in Schutt und Asche legen könnte. Der Film schafft es trotz seiner zahlreichen Handlungszweige recht gut, diese Untergangsstimmung zu vermitteln, wobei trockener Galgenhumor nicht fehlt.

Eben jene verzwirbelnden Stränge sind es jedoch, die Wächter des Tages stellenweise zu konfus erscheinen lassen, trotz der über zwei Stunden Lauflänge wirkt der Film sehr vollgepackt. Dabei basiert er – entgegen der naheliegenden Vermutung – nicht etwa auf dem gleichnamigen zweiten Roman der erfolgreichen „Wächter“-Tetralogie Sergei Lukyanenkos, sondern auf den letzten beiden Dritteln des ersten Werkes „Wächter der Nacht“. Ursprünglich sollte der Film auch passender „Wächter der Nacht 2: Die Kreide des Schicksals“ heißen, dies wurde jedoch kurz vor Filmstart geändert. Buchkenner werden sich außerdem sehr über die zahlreichen und umfassenden Änderungen an der Geschichte wundern, die hier noch deutlicher hervorstechen als im Vorgänger.

Atmosphärisch und effekttechnisch gesehen ist Wächter des Tages ein Knaller. Zwar wird der eher gruselige Unterton des Vorgängers zugunsten der drohenden Apokalypse etwas in den Hintergrund gedrängt, doch wissen zahlreiche originelle und mit allen Mitteln der Trickkunst umgesetzte Ideen – wie etwa die genialste Art, ein Auto „einzuparken“, die man je in einem Film sah – zu begeistern. Es verwundert nicht, daß der leicht „dreckige“ Film in seinem Herkunftsland alle Box-Office-Rekorde brach. Solide Leistung erbringen auch die Schauspieler, allen voran Khabensky als Anton und Galina Tyunina als seine Einsatzpartnerin Olga. Empfehlenswert ist der Besuch der russischen Original-Version mit englischen Untertiteln, die aktiv am Filmgeschehen teilnehmen – wenn einzelne Wörter im Takt eines Drums erzittern oder von einer sich öffnenden Tür weggefegt werden, beweist das unterhaltsame Innovation.

Fazit:
Das etwas verworrene Action-Spektakel erreicht zwar aufgrund der zahlreichen Änderungen keineswegs die Qualität der Buchvorlage, kann aber gerade aufgrund seiner Andersartigkeit zum typischen Hollywood-Streifen durchaus punkten. Den Vorgänger sollte man allerdings gesehen haben.

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Wächter des Tages
Dnevnoy Dozor

Bild unseres Mitarbeiters Thomas Beckmann
Actionreiche Fortsetzung von "Wächter der Nacht"


Autor der Besprechung:
Thomas Beckmann

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Russland, 2006
Regie:
Timur Bekmambetov
Drehbuch:
Timur Bekmambetov
Darsteller:
Konstantin Khabensky, Mariya Poroshina, Galina Tyunina, Zhanna Friske

Verleiher:
20th Century Fox
Kinostart Deutschland :
20.09.2007