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DVD-Besprechung - Peter Strohm - Staffel 1

Story:
Peter Strohm (Klaus Löwitsch) quittiert aufgrund ständiger Konflikte mit den Dienstvorschriften, Reibereien mit seinen Vorgesetzten, sowie einem Maulwurf in den eigenen Reihen den Dienst als Leiter der SOKO "Organisiertes Verbrechen". Überraschenderweise erhält er jedoch kurz darauf von seinem nicht gerade geliebten, ehemaligen Vorgesetzten Dr. Wegener (Ulrich von Dobschütz), der zum Bundeskriminalamt gewechselt ist, die Möglichkeit als Privatdetektiv mit weitreichenden Befugnissen zu agieren. Fortan ermittelt Strohm auf eigene Faust, jedoch mit Unterstützung von Dr. Wegener und dem BKA, wobei er sich mit seinen Ermittlungsmethoden oft am Rande der Legalität bewegt.


Meinung zum Film:
"Peter Strohm" erscheint auf 5 DVDs und enthält die komplette erste Staffel, also 13 Folgen inklusive Pilotfilm. Die Serie lief von 1989-1996 in fünf Staffeln im Deutschen Fernsehen und brachte es insgesamt auf 63 Folgen mit einer Laufzeit von je rund 45 Minuten. Die Hauptrolle des Peter Strohm spielt Klaus Löwitsch ("Das Urteil"), der im Jahr 2002 an Bauchspeicheldrüsenkrebs verstarb. Klaus Löwitsch wirkte in den 70er Jahren u.a. als Darsteller in einigen Filmen von Rainer Werner Fassbinder ("Lili Marleen") mit, hatte aber auch international größere Auftritte, so war er z.B. 1977 an der Seite von James Coburn ("Todesmelodie") in "Steiner - Das Eiserne Kreuz" auf der Leinwand zu sehen. In den 80er Jahren wurde Klaus Löwitsch vor allem durch zahlreiche Auftritte in Krimiserien wie "Tatort" oder "Der Alte" populär. Die Rolle des Privatdetektivs spielte er vor "Peter Strohm" bereits in "Hafendetektiv" und "Detektivbüro Roth", vor allem "Peter Strohm" prägte aber sein Image als rauhbeinige, deutsche Antwort auf James Bond. Klaus Löwitsch wurde 1970 für "Mädchen mit Gewalt" mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet, 1998 folgten der Bayrische Fernsehpreis, sowie der Adolf-Grimme-Preis für "Das Urteil" unter Regie von Oliver Hirschbiegel ("Der Untergang").

"Peter Strohm" ist eine Gemeinschaftsproduktion von ARD, ORF und SRG. Bei jeder Episode war die zuständige Fernsehanstalt alleinverantwortlich für den Inhalt. Diese Tatsache stellt sowohl eine Stärke, als auch eine Schwäche der Serie dar. Aufgrund der unterschiedlichen Produzenten ergibt sich ein großes Spektrum unterschiedlicher Drehorte. Innerhalb Deutschlands agiert Strohm z.B. in Hamburg, Berlin, international jedoch beispielsweise auch in der Schweiz, Österreich, Jugoslawien oder in der damaligen DDR. Diese große Bandbreite an Drehorten gestaltet die Serie abwechslungsreich und bietet einiges an Schauwerten. Andererseits leidet darunter aber auch der Seriencharakter, denn die Drehbücher gestalten sich völlig eigenständig und es gibt zumindest innerhalb der 1. Staffel keinerlei roten Faden. Lediglich Dr. Wegener ist regelmäßiger Gast innerhalb der Serie. Peter Strohm selbst ist ein äußerst rauhbeiniger und wortkarger Geselle, der mit seinen Respektlosigkeiten so manchen seiner hochgestellten Auftraggeber brüskiert. Diese Aufträge stellen meistens delikate Angelegenheiten dar, die aus Gründen der Verschwiegenheit oder wegen ihrer internationalen Reichweite für die Polizei nicht geeignet erscheinen, und bei denen BKA oder Verfassungsschutz aufgrund ihrer Dienstvorschriften nur geringe Erfolgsaussichten besitzen.

In solchen Fällen schlägt die Stunde von Peter Strohm, der entgegen des Images der Serie normalerweise versucht, seine Fälle mit Köpfchen und weniger mit Waffengewalt zu lösen. Seine Gegnerschaft stellen u.a. Waffenschieber, Erpresser oder Terroristen dar und sehr häufig agiert Strohm undercover mit Hilfe von Tarnidentitäten. Natürlich dürfen auch Verfolgungsjagden, der Gebrauch der Dienstwaffe und Schlägereien nicht fehlen, ihr Anteil fällt aber eher gering aus. Besonders in den ersten 6 Folgen glänzt die Serie mit enormer Starpower, und große deutsche Schauspieler, wie z.B. Barbara Rudnik ("Der Sandmann"), Hannelore Elsner ("Die Kommissarin") oder auch Horst Frank ("Timm Thaler"), in einer herausragenden Rolle als alkoholkranker Verlierertyp geben sich die Klinke in die Hand. Aufgrund der ständig wechselnden Verantwortlichkeiten (Fernsehanstalten/Regisseure/Drehbuchschreiber) ist die Serie leider auch enormen Qualitätsschwankungen unterworfen. Highlights wie "Die sieben Monde des Jupiter" oder "Das blaue Wunder", aber auch schwache Folgen wie "Damenopfer" oder "Heißer Schmuck" sind die logische Folge.

Digitale Aufarbeitung:
Die Serie ist deutlich in die Jahre gekommen und das sieht man dem Bild auch zu jeder Zeit an. Der Hauptkritikpunkt ist dabei das allgegenwärtige, starke Bildrauschen. Dieses wirkt sich vor allem negativ auf die Schärfe aus, aber auch die Farben wirken nicht gerade brillant und natürlich. Letztendlich bekommt man hier keine DVD-, sondern eher VHS-Qualität geboten. Die Tonspur ist größtenteils gut verständlich, bei einigen Außenaufnahmen leidet die Verständlichkeit jedoch, was wohl produktionstechnische Gründe hat.

Außer einer Diashow gibt es keine Extras.

Fazit:
"Peter Strohm" ist wohl eine der besten Krimiserien der 80er-Jahre und die erste Staffel bietet einige herausragende Folgen mit imposantem Staraufgebot und großem Abwechslungsreichtum bei den Fällen und Drehorten. Leider gibt es beinahe keine Zusammenhänge zwischen den einzelnen Folgen und deren Qualitätsschwankungen sind teilweise sehr groß. Glücklicherweise gelingt es dem herausragenden Klaus Löwitsch in seiner unverwechselbaren Art, irgendwo zwischen bärbeißigem Zyniker, liebenswertem Brummbär und moralisch integrem Tausendsassa stets das Ruder zum Guten herumzureißen. Technisch ist die Veröffentlichung leider ziemlich schwach ausgefallen und Extras gibt es ebenfalls beinahe keine.


Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,33:1
1,33:1
82:05 (Pilotfilm) + 13 Folgen à ca. 45 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • Diashow
Peter Strohm - Staffel 1 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Peter Strohm
Peter Strohm

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Klaus Löwitsch in seiner Paraderolle als knallharter Privatdetektiv mit Köpfchen und flotten Sprüchen


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 1989
Regie:
Sigi Rothemund, Ilse Hofmann, Hartmut Griesmayr, Peter Adam, Werner Woess, Urs Egger, Lutz Büscher
Drehbuch:
Claude Cueni, Friedhelm Werremeier, Bernd Schwamm, Jan Hinter, Kurt Bartsch, Felix Huby
Darsteller:
Klaus Löwitsch, Maja Maranow, Horst Frank, Martin Semmelrogge, Hannelore Elsner, Barbara Rudnik, Hannelore Hoger, Senta Berger

Label Deutschland :
Das Erste
Verkaufsstart Deutschland :
26.09.2007