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DVD-Besprechung - Belphégor
Story:
Ein Wachmann, der kurze Zeit später ermordet wird, hat im Louvre eine vermummte Gestalt gesehen, die er als Belphégor erkannt haben will. Commissaire Ménardier (René Dary) von der Pariser Polizei nimmt die Ermittlungen in dem Mordfall auf und bekommt dabei die nicht unbedingt immer gewünschte Hilfe seiner Tochter Colette (Christine Delaroche) und ihrem neuen Freund, dem Studenten André Bellegarde (Yves Rénier). Die mysteriöse Lady Hodwin (Sylvie) versucht den Commissaire vor möglichen Konsequenzen seiner Ermittlungen zu warnen, doch dieser lässt sich nicht davon abhalten, das Gespenst des Louvres weiter zu jagen. Doch es steckt weit mehr hinter den Geschehnissen als nur die bloße Erscheinung einer schemenhaften Gestalt.
Meinung zum Film:
Als "Belphégor" 1967 von Oktober bis November im Vorabendprogramm der ARD lief, wurde die heutige Programmvielfalt höchstens in den kühnsten Träumen wagemutiger erwartet. Es war eine Zeit, in der eine Serie oder ein Film schon mal zum wahren Straßenfeger wurde, da die Menschen sich solch außerordentliche Ereignisse nicht entgehen lassen wollten. Neben den Edgar-Wallace-Filmen und Krimimehrteilern nach den Romanen von Francis Durbridge ("Das Halstuch") sorgte auch die 12-teilige französische Krimi-Produktion "Belphégor oder Das Geheimnis des Louvres" für solch ein Aufsehen. Im französischen Original war die Serie noch auf 4 Folgen ausgelegt, wurde für das deutsche TV dann aber auf 12 Folgen weiter aufgeteilt. Die Serie verstand es mit zeitgenössischer Krimiunterhaltung, aufgepeppt durch eine gehörige Portion Mystery und Verschwörungstheorien das Publikum bis zum Schluss um das Geheimnis des unheimlichen Belphégors mitfiebern und –rätseln zu lassen.
Die Charaktere im Film sorgen für reichlich Abwechslung und fügen sich bestens in den Rahmen der Handlung ein. Commissaire Ménardier wird von René Dary ("Die Fälle des Monsieur Cabrol") in einer herrlichen Mischung aus spitzohrigen Ermittler und verbissenen Jäger präsentiert, der sich wie ein Löwe dem Schutz seiner Tochter verschrieben hat. Übertroffen wird er aber noch von der äußerst mysteriösen Figur der Lady Hodwin, gespielt von Sylvie ("Die Fahrten des Odysseus"), die offen zugibt, die wahre Identität Belphégors zu kennen und zudem auch immer wieder davor warnt, sich in dessen Belange einzumischen, da dadurch ein Kampf nicht vorherzusehenden Ausmaßes entstehen würde. Belphégor selbst hat immer nur recht kurze, wenn auch höchst effektive Auftritte, wird aber durch die zu Beginn im Film gegebene Erklärung als Gott der Arglist und Boshaftigkeit, dessen Aufgabe es auch mal war, Opfer hinzurichten, effektvoll in die Geschichte eingebunden.
Die Mittel zur Spannungserzeugung im Film sind relativ simpel gehalten. Doch simpel steht in diesem Fall nicht für durchschnittlich, sondern für einfach und bodenständig, dabei aber äußerst effektvoll. Schleichende Schatten in leeren, düsteren Gängen und schemenhaft gezeigte Gestalten wirken in ihrer Einfachheit auf die unheimlich-mysteriöse Stimmung ein. In der Geschichte wird mit ausgesprochenen Ängsten, gegebenen Warnungen und auch mal Bedrohungen, sowie mysteriösen Andeutungen für die richtige Atmosphäre gesorgt. In jeder Episode wird immer wieder ein bisschen mehr Mysterium aufgebaut und zum Teil auch wieder aufgelöst, so dass die Spannung und das Interesse durch alle Episoden hinweg auf einem hohen Level gehalten werden können. Mit der Zeit kommt dann auch noch eine gehörige Portion Verschwörungstheorie hinzu, wodurch die Serie durchaus als frühe Version eines Dan-Brown-Romans („Der Da Vinci Code“) durchgehen könnte.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild hat außer dem digitalen Transfer sicherlich keinerlei Nachbearbeitung erfahren. Es ist verrauscht, neigt in grellen Flächen zum Überstrahlen, der Kontrast unterliegt immer wieder leichten Schwankungen, der Bildstand ist teilweise ein wenig unruhig, es gibt deutliche Doppelkonturen, Verschmutzungen und Beschädigungen gibt es ebenfalls deutlich zu erkennen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 kommt sehr klar vernehmlich aus den Lautsprechern und hat keine nennenswerten Probleme.
Das Bonusmaterial besteht aus einem deutschen Trailer, Texttafeln mit Darstellerinfos und einer Artworkgalerie. Als zusätzlicher Bonus liegt dem sehr stimmungsvoll gestaltetem Digipack ein Booklet bei, das zahlreiche Informationen zu der Serie bereithält. Der darin enthaltene Infotext zur Mythologie um "Belphégor" ist allerdings auch 1:1 auf der Webseite von Wikipedia zu finden, was nicht gerade die feine Art ist, da es keine Quellenangabe zu dem Text gibt. Selbst wenn die Quelle außerhalb des Webs zu finden sein sollte, hätte diese bei der wortwörtlichen Übernahme genannt werden müssen. Hinzu kommt, dass die im Film angesprochene Deutung des Belphégors im Booklet gar nicht zur Sprache kommt, obwohl gerade diese doch im Bezug von Bedeutung gewesen wäre.
Fazit:
"Belphégor" versteht es über die kompletten 12 Episoden die Spannung hoch zu halten. Freunde alter Schwarz-Weiß-Krimis sollten nicht lange überlegen und sich das Digipak zulegen. Der günstige Preis von rund 15 € ist ein angemessener Ausgleich für die alles andere als gute Bildqualität, die man sich ansonsten nur durch den Nostalgiefaktor schönreden kann. Ein Hindernis für die Anschaffung der spannenden Serie sollte das Bild aber nicht darstellen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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12 Episoden a ca. 20-25 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Französisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Artworkgalerie
- Trailer
- Darstellerinformationen
- 12-seitiges Booklet
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Belphégor oder Das Geheimnis des Louvre
Belphégor ou Le fantôme du Louvre
Ein überaus empfehlenswerter Schwarz-Weiß-Mystery-Krimi der auch heute noch zu fesseln weiß
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich, 1965 Regie: Claude Barma Drehbuch: Jacques Armand, Claude Barma (basierend auf einem Roman von Arthur Bernède) Darsteller: Juliette Gréco, René Dary, Yves Rénier, Christine Delaroche, Sylvie, François Chaumette, Yves Bureau
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 27.09.2007
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