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DVD-Besprechung - Die Fremde in dir
Story:
Die New Yorker Radiomoderatorin Erica
Bain (Jodie Foster) führt ein glückliches und unbekümmertes Leben, bis sie und
ihr Verlobter David (Naveen Andrews) eines Abends im Central Park von einigen
Gangmitgliedern überfallen und verprügelt werden, wobei David ums Leben kommt. Als sie nach
drei Wochen aus dem Koma erwacht, muss sie frustriert feststellen, dass die
Polizei in ihrem Fall anscheinend rein gar nichts unternimmt. Durch die
schockierenden Ereignisse traumatisiert, traut sie sich kaum noch aus dem Haus
und vermutet überall Gefahr, bis sie schließlich beschließt, illegal eine Pistole zu kaufen. Als sie kurz darauf Zeugin eines Raubüberfalls wird,
erschießt sie den Täter und flieht vom Tatort. Dieser und weitere Fälle, in
denen die verstörte Frau ihre Waffe einsetzt, werden von der Öffentlichkeit zu
Heldentaten hochstilisiert, während der Polizist Mercer (Terrence Howard)
versucht, den vermeintlichen "Ordnungshüter" aufzuspüren.
Meinung zum Film:
Selbstjustizdramen sind häufig die
Bebilderung von Rachefantasien hilfloser Opfer, die auf der Leinwand ausleben
können, was ihre realen Vorbilder meistens nicht wagen würden. Damit ist das
ganze Genre schon mit einer gewissen moralischen Ambivalenz belastet, was
vielen der Filme zum Verhängnis wird, wenn sie das Thema nicht wie zum Beispiel "Kill
Bill" mit Humor und Übertreibung behandeln. Im Vergleich zum thematisch sehr
ähnlich gelagerten "Death Sentence – Todesstrafe", der ein paar Wochen vorher
im Kino lief, schneidet "Die Fremde in dir" aber deutlich besser ab, obwohl man
bei einer reinen Kurzzusammenfassung der beiden Storys keinen großen
Unterschied feststellen würde. Es sind aber die Schauspielleistungen und die
subtilere Inszenierung, die dafür sorgen, dass der Rachefeldzug nicht nur als
spektakuläre Exploitation wahrgenommen wird, sondern den Zuschauer tatsächlich
dazu bringt, sich Gedanken zum Thema zu machen.
Der Film zeigt die
Selbstjustiz, entschuldigt sie aber nicht. Man kann die Aktionen der psychisch
labilen Figur zwar nachvollziehen, muss sie aber nicht gutheißen. Obwohl der Film stellenweise ambivalent
wirkt, beinhaltet er eine Anti-Gewalt-Botschaft, die jedoch so subtil bleibt,
dass je nach persönlicher Einstellung des Zuschauers mehrere Lesarten möglich
sind. Letztlich wird das Urteil über
Ericas Aktionen dem Zuschauer überlassen, was den Film angenehm von anderen thematisch ähnlich gelagerten Filmen
wie dem oben genannten "Death Sentence" oder noch reaktionäreren
Genrevertretern wie "Ein Mann sieht rot" absetzt, auch wenn man dem Film eventuell Unentschlossenheit vorwerfen könnte.
Die stellenweise sehr gelungene Atmosphäre wird
jedoch nicht über den ganzen Film gleichermaßen aufrechterhalten, einige
Passagen wirken etwas unoriginell oder unwahrscheinlich und speziell "Taxi
Driver" (ebenfalls mit Jodie Foster) hat manche der Themen schon mit mehr dramatischem
Erfolg und einem größeren Augenmerk auf Realismus erforscht. Insgesamt ist "Die Fremde in dir" aber dennoch ein sehenswerter Film, zu allermindest wegen der der
beiden Hauptdarsteller in Bestform. Eine grandiose Darstellung liefern sowohl
Jodie Foster ("Panic Room") als auch Terrence Howard ("Hustle & Flow") ab, ohne die
der Film mit seiner moralischen Gratwanderung zweifellos scheitern würde.
Fosters nuancierte Darstellung macht es erst möglich, ihren Charakter ernst zu
nehmen und zu verstehen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der DVD überzeugt durch eine gute Schärfe, natürliche Farben und verfügt über einen guten Kontrast. Dies ist auch wichtig, da der Film einen Großteil seiner Laufzeit Nachts spielt. „Die Fremde in Dir“ ist kein Actionkracher, aber wenn Schüsse fallen, dann knallt es aus den Boxen und die bedrückende und zuweilen beklemmende Atmosphäre des Films wird mit guten Effekten unterstützt.
Auf den ersten Blick ist das Bonusmaterial mit gerade mal zwei Extras eine Enttäuschung. Dies ändert sich, wenn man das Extra „ Ich durchstreife die Nacht“ gesehen hat. Dahinter versteckt sich ein interessantes und informatives 20minütiges Making of. Manchmal ist halt doch weniger mehr! Die fünf zusätzlichen Szenen sind interessant, gehören aber nicht in die Kategorie „Hätten dem Film gut getan“. Ein Audiokommentar von Neil Jordan wäre vielleicht das Pünktchen auf dem i gewesen.
Fazit:
Mit seinen grandiosen
Schauspielleistungen, der subtilen und intensiven Inszenierung und der relativ behutsamen
Handhabung der moralischen Thematik schafft es "Die Fremde in dir", aus der Masse
der Rachethriller und Selbstjustizdramen positiv heraus zustechen, obwohl er in
einigen Passagen etwas schwächelt. Die DVD ist in technischer Hinsicht ohne Makel und das Bonusmaterial bietet mehr, als man auf den ersten Blick erwartet.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,40:1
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116:58 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch |
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Bonusmaterial:
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- Ich durchstreife die Stadt: Regisseur Neil Jordan dreht eine präzise und bewegende Hommage an das Selbstjustiz-Genre - und stellt es auf den Kopf
- Zusätzliche Szenen
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Die Fremde in dir
The Brave One
Großartige Schauspieler und eine subtile Inszenierung helfen dem Film über die Stolpersteine der Rache-Thematik
Autor der Besprechung:
Adrian vom Baur
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Australien / USA, 2007 Regie: Neil Jordan Drehbuch: Roderick Taylor, Bruce A. Taylor, Cynthia Mort Darsteller: Jodie Foster, Terrence Howard, Naveen Andrews, Nicky Katt, Mary Steenburgen
Label :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart : 01.02.2008
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