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DVD-Besprechung - Alive (Director's Cut)
Story:
Tenshu (Hideo Sakaki) tötete die sechs Vergewaltiger seiner Freundin Misako (Erika Oda) und wurde deshalb zum Tod durch den Elektrischen Stuhl verurteilt. Zu seiner Überraschung überlebt er jedoch die Exekution und erhält nun vom Gefängnisdirektor die Wahl zwischen Leben und Tod, wobei dieser ihm aber zu letzterem rät. Tenshu will aber leben und findet sich kurz darauf in einem komplett isolierten Raum wieder, den er sich mit dem Serienkiller Gondoh (Tetta Sugimoto) teilen muß. Beide sind offensichtlich Teil eines Experiments mit unbekanntem Ziel und Ausgang, alles deutet jedoch auf eine gewalttätige Konfrontation beider Akteure hin.
Meinung zum Film:
"Alive" ist der erste Film von Ryûhei Kitamura ("Azumi") nach seinem Überraschungshit "Versus" aus dem Jahr 2000, der sein internationaler Durchbruch war. Für "Alive" wollte sich Kitamura bewußt von "Versus" abgrenzen und verzichtete weitestgehend auf Actionelemente, auch wenn sich in seinem Stab diverse alte Bekannte aus seinem Erfolgsfilm wiederfinden, wie z.B. Takumi Furuya (Kamera) oder Shuichi Kakesu (Schnitt). Der Film basiert dabei inhaltlich auf einem Manga von Tsutomu Takahashi. "Alive" gibt es bereits seit einiger Zeit als deutsche DVD, die alte Auflage enthielt aber lediglich die normale Version des Films, ohne O-Ton, Extras und in nicht gerade überragender Bildqualität. Die Laufzeit der alten Kinofassung beträgt 110:19 Minuten, der Director's Cut läuft hingegen 119:03 Minuten ist also über 8 Minuten länger. Die neue Auflage wird im Schuber ausgeliefert, auf der ersten DVD befindet sich der Film, auf der zweiten DVD das Bonusmaterial.
"Alive" beginnt mit der Hinrichtung von Tenshu, die er jedoch zu seiner eigenen Überraschung überlebt. Kurz danach findet er sich mit seinem Zellennachbarn Gondoh inmitten eines düsteren und stählernen Raums wieder. Das Ziel des Experiments wird zwar nicht mitgeteilt, dem Zuschauer dürfte aber sehr schnell klar sein, dass nur einer der beiden Probanden überleben soll um sich für irgendetwas zu qualifizieren. Auch wenn die beiden Insassen von außen manipuliert werden, z.B. durch Temperaturerhöhung, verläuft dieses Experiment absolut spannungslos. Das Ziel ist wie beschrieben leider direkt ablesbar, zudem sind die beiden eingepferchten Charaktere absolut eindimensional und passen problemlos in das Schema extrovertiert und impulsiv (Gondoh), sowie introvertiert und cool (Tenshu). Mehr Charaktertiefe darf man hier nicht erwarten und offensichtlich sind die beiden Schauspieler selbst damit schon überfordert, denn während Sugimoto ständig auf peinliche Art und Weise den wilden Mann spielt, verzieht Sakaki schlichtweg keine Miene.
Dieses Experiment ist aber, anders als man denken könnte, gar nicht zentral für den Film, denn nach 50 Minuten ist der Spuk vorbei und spielt keinerlei Rolle mehr. Tenshu hat es im weiteren mit einem Virus zu tun, der Menschen zu übermächtigen Mutanten mutieren lässt, was natürlich das Militär sehr stark interessiert. Leider ergeht sich der Film im folgenden aber nur in schier endlos anmutenden hohlen, unfreiwillig komischen Phrasen mit viel Pathos und auf absolutem Trashniveau. Im ganzen Film werden lediglich zwei Actionszenen geboten und auch die können mit ihrem viel zu hektischen Schnitt absolut nicht überzeugen. Leider wird auch die kühle, metallische und technokratische Szenerie nie vernünftig in Szene gesetzt, da der Film von CGIs und Blue-Screen-Aufnahmen durchzogen ist, die absolut künstlich wirken und keine Einheit mit den restlichen Filmszenen bilden. Hier wird effekttechnisch u.a. versucht "Matrix" zu kopieren, was aber grandios scheitert.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild des Films ist analog zur Welt, in der sich die Charaktere bewegen, sehr dunkel ausgefallen, umso mehr überstrahlen die wenigen Lichtquellen. Leider gehen bei dieser von Düsternis geprägten Bildsprache auch Details verloren, weil der Kontrast nicht immer überzeugend ist. Das minimale Bildrauschen ist kaum wahrnehmbar, leider ist die Schärfe aber nicht wirklich überdurschnittlich und das zu weiche Bild verschluckt einige Details. Die Tonspuren überzeugen allesamt mit guter Verständlichkeit. Der Film ist aber eher ruhig und dialoglastig, dementsprechend spielen sich die Geschehnisse vor allem im Frontbereich ab.
Auf der zweiten DVD befindet sich das komplette Bonusmaterial zum Film. Das Making Of (26:16) ist sowohl informativ, als auch unterhaltsam ausgefallen und erläutert vor allem die Kreation des Set-Designs, die Realisierung der Actionszenen, die Einbindung von Computereffekten, sowie die Entstehung des Soundtracks. Unter dem Punkt "Interviews" kommen Regisseur Ryûhei Kitamura (12:14) und die Darsteller Hideo Sakaki (9:36), Ryo (9:50) und Koyuki (9:41) zu Wort. Wirklich interessant ist allerdings nur das Interview mit Kitamura, der sich auch ausführlich zur Comicvorlage äußert. Weiterhin befinden sich auf der Bonus-DVD ein "Preview" zum Film, sowie Bilder von der "Premierenfeier", beide mit einleitenden Worten durch den Regisseur und die Schauspieler. Der Menüpunkt "Soundtrack" ermöglicht die direkte Selektion aller 19 Tracks zum Film. Unter dem letzten Punkt "Trailer" finden sich der Kinotrailer, ein Internationaler Trailer, sowie der Langtrailer zum Film.
Fazit:
"Alive" bietet schwache Schauspieler, eine laberlastige, trashige Story mit vielen Fragezeichen und nur zwei zudem noch mißlungene Actionszenen. Das eigentlich gelungene Set-Design wird zudem durch schlechte CGIs zunichte gemacht und die ellenlange Laufzeit, die im DC nochmal verlängert wurde, sorgt für Langeweile und Verdruss beim Zuschauer. Technisch ist die DVD in Ordnung und hat von der überzeugenden Ausstattung her gegenüber der alten Version einen klaren Mehrwert.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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119:03 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Japanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Interviews mit Regisseur Ryûhei Kitamura, sowie den Darstellern Hideo Sakaki, Ryo und Koyuki
- Preview
- Premierenfeier
- Soundtrack
- Trailer
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Alive - Der Tod ist die bessere Alternative
Alive
Kitamura auf Abwegen - Trashiger Film ohne Action mit viel Langeweile und hohlen Phrasen
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Japan, 2002 Regie: Ryûhei Kitamura Drehbuch: Ryûhei Kitamura, Yudai Yamaguchi, Isao Kiriyama (basierend auf einem Manga von Tsutomu Takahashi) Darsteller: Hideo Sakaki, Ryô, Koyuki, Shun Sugata, Erika Oda, Tak Sakaguchi
Label :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart : 09.11.2007
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