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DVD-Besprechung - Little Children
Story:
Sarah Pierce (Kate Winslet) lebt mit ihrer kleinen Tochter und ihrem berufstätigen Ehemann Richard (Gregg Edelman) in einem idyllischen, amerikanischen Vorort. Doch Sarah ist mit ihrem bürgerlichen Leben und ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter alles andere als zufrieden. Sie fühlt sich unverstanden und mit diesen Lebeninshalten nicht ausgefüllt. Eines Tages begegnet sie auf dem Kinderspielplatz dem ebenfalls verheirateten Brad Adamson (Patrick Wilson) mit seinem kleinen Sohn. Aus einem harmlosen Spiel zwischen beiden mit dem Zweck der Provokation der anwesenden spießbürgerlichen Mutterschaft, wird jedoch schnell eine heißblütige Affäre im Geheimen.
Meinung zum Film:
"Little Children" basiert auf dem gleichnamigen Roman des amerikanischen Schriftstellers Tom Perrotta ("Election") aus dem Jahr 2004. Das Drehbuch zum Film verfasste er in Zusammenarbeit mit Regisseur Todd Field, der zuletzt im Jahre 2001 mit "In the Bedroom" für einiges Aufsehen sorgte. Kommerziell war "Little Children" an den Kinokassen ein gewaltiger Flop. Mit einem Budget von 14 Millionen Dollar produziert, spielte der Film in den US-Kinos lediglich 5,5 Millionen Dollar ein, auch in Deutschland wollten den Film trotz Kate Winslet ("Titanic") gerademal 74041 Zuschauer sehen. Von der Kritik wurde der Film aber überwiegend und teilweise auch überschwenglich gelobt. Außerdem wurde er für zahlreiche Filmpreise nominiert, u.a. für drei Oscars in den Kategorien "Beste Hauptdarstellerin" (Kate Winslet), "Bester Nebendarsteller" (Jackie Earle Haley) und "Bestes adaptiertes Drehbuch". Bei den Golden Globes gab es ebenfalls drei Nominierungen.
"Little Children" wird sehr oft in einem Atemzug mit "American Beauty", oder auch "Magnolia" genannt, da beide ebenfalls das Leben in der amerikanischen Vorstadt zerlegen. "American Beauty" ist jedoch deutlich satirischer, subtiler und radikaler angelegt als "Little Children", während ein Vergleich mit "Magnolia" schon hinkt, weil es sich bei diesem im Gegensatz zu "Little Children" um einen echten Episodenfilm Marke "Short Cuts" handelt. "Little Children" lässt sich am ehesten als eine Mischung aus dramatischen und romantischen Elementen beschreiben. Der eindeutige Kern des Films ist die Affäre von Sarah und Brad, die allerdings nie so dargestellt wird, als ob sie dauerhaft weiterexistieren könnte. Die zweite Ebene, von der man sich bis zum Ende leider vergeblich weitergehende Verwicklungen erwartet, die sie mit der ersten Ebene verknüpfen, bildet der Feldzug des ehemaligen Polizisten Larry Hedges (Noah Emmerich) gegen den gerade entlassenen Sträfling Ronnie (Jackie Earle Haley ), der sich vor Kindern entblößte und nun die vermeintliche Idylle der kleinbürgerlichen Vorstadt gefährdet. Die große Stärke des Films ist die differenzierte und tiefgründige Darstellung der Charaktere von Sarah und Brad, für die sich der Film auch sehr viel Zeit nimmt, und die mit exzellenten schauspielerischen Leistungen von Kate Winslet und Patrick Wilson ("Hard Candy") einhergehen.Umso eklatanter fällt dadurch aber auch die oberflächliche Darstellung von Nebencharakteren im Film ab. Sarahs Ehemann Richard wird gleich zu Beginn lediglich für einen billigen Gag geopfert, wenn er mit einem Slip über dem Gesicht masturbierend vor seinem PC sitzt. Brads Ehefrau Kathy (Jennifer Connelly) hingegen bekommt nur wenig Spielzeit und wird ebenfalls vor allem negativ dargestellt, als eine Person, die die Bedürfnisse ihres Mannes nicht erkennt und ihn stattdessen fortwährend einengt, sowie unter Druck setzt. Diese oberflächliche und negative Darstellung der jeweiligen Ehepartner konterkariert jedoch auch den vermeintlich neutralen Umgang des Films mit der Affäre, die weder als unumgänglich dargestellt, noch mit erhobenem Zeigefinger kritisiert wird.
Subtilen Humor gibt es im Film fast gar nicht, es dominieren typische Klischeefiguren, während auf der dramaturgischen Ebene die Zuspitzung der Ereignisse nicht wirklich gelingt. Der Film wird zwar nie wirklich langweilig, eine Straffung der Laufzeit hätte dem Film aber sicherlich mehr geholfen als geschadet. Bedauerlich ist vor allem, dass der Film einige sehr gute Ansätze bietet, diese aber nie wirklich ausreizen kann. Dieses Scheitern, zum Glück aber immer noch auf einem recht hohen Niveau, wird vor allem in den Schluss-Sequenzen des Films deutlich. Bereits der Ausgangspunkt der Affäre wirkte eher unglaubwürdig, das Ende des Films setzt hier aber nochmal einen drauf. Selten bekam man ein so konstruiert wirkendes, kaum nachvollziehbares Ende vorgesetzt, das zudem erzkonservativ ausfällt und die dargestellte Handlung beinahe als Makulatur erscheinen lässt, landet der Film doch im Grunde wieder an seinem Ausgangspunkt.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität des Films ist gut, aber nicht überragend. Vor allem das deutliche Bildrauschen schmälert ein wenig den ansonsten recht überzeugenden Eindruck. Die Dialoge sind zu jeder Zeit gut verständlich, die Tonspuren sind aber extrem frontlastig.
Auf der DVD gibt es keinerlei Extras.
Fazit:
"Little Children" begeistert mit hervorragenden Darstellern und tiefgründigen Hauptcharakteren, die Story hat zudem riesiges Potential, das aber leider nun in Ansätzen realisiert werden kann. Es bleibt ein guter, aber nicht überragender Film, aus dem deutlich mehr hätte werden können. Schwächen wie mangelnde Subtilität und fehlende ironische Distanz, platte Nebencharaktere, eine mißlungene Verwebung beider Erzählebenen, sowie ein ganz schwaches und unbefriedigendes Ende verhindern diesen Durchbruch jedoch.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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131:07 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch |
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Bonusmaterial:
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Little Children
Little Children
Hervorragende Darsteller in einem Liebesdrama mit guten Ansätzen, aber einigen Schwächen in der Ausführung
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006 Regie: Todd Field Drehbuch: Todd Field, Tom Perrotta Darsteller: Kate Winslet, Patrick Wilson, Noah Emmerich, Jackie Earle Haley, Jennifer Connelly, Gregg Edelman
Label :
New Line Home Entertainment
Verkaufsstart : 14.09.2007
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