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DVD-Besprechung - Rob-B-Hood (2-Disc Special Edition)

Story:
Um sich genügend Geld für Glücksspiel und Frauen zu besorgen, kann man arbeiten gehen, oder einem unredlichen Handwerk nachgehen, so wie Fong (Jackie Chan) und sein Freund Octopus (Louis Koo). Die beiden sind professionelle Safeknacker und kein Tresor ist vor ihnen sicher. Eines Tages erhalten sie von ihrem Vermieter und Komplizen (Michael Hui) ein äußerst lukratives Angebot für einen denkbar einfachen Einbruch. Sie staunen nicht schlecht, als sie erkennen, dass sie ein Baby stehlen sollen. Doch die Umstände zwingen sie das Kind tatsächlich und entgegen ihrer Ehre zu entführen, was dem unbekannten Auftraggeber im Hintergrund nicht verborgen bleibt. Er schickt seine Häscher, um des Babys habhaft zu werden, allerdings haben Fong und Octopus den Kleinen lieb gewonnen und verteidigen ihn gegen die Bösewichte.

Meinung zum Film:
Jackie Chan („Rush Hour“) hat sich in den letzten Jahren wieder vermehrt seiner alten Heimat Hongkong gewidmet und für den dortigen Markt Filme gedreht. Zu diesen gehört nun auch „Rob-B-Hood“, der allerdings auch zeigt, dass der quirlige Asiat nun auch langsam in die Jahre gekommen ist und ihm und seinem kreativen Umfeld auch nicht mehr viel einfällt. Der Film ist nicht schlecht, kann sich aber auch nicht aus dem Mittelfeld lösen. Die Story dreht sich um ein entführtes Baby, um das sich die drei Entführer rührend kümmern. Die grobe Konstellation ist nicht neu und wurde bereits in „Drei Männer und ein Baby“ verbraten. Dass das Kind in Gefahr ist und dass eine Reihe von Leuten an es heran wollen, ist ebenfalls nichts Überraschendes mehr. Der Film erfüllt die Charakteristiken einer Actionkomödie und hie und da gibt es dann ein paar eingestreute Späße.

Diese zünden leider nicht immer und bewegen sich auf dem Level, der zwar den Asiaten zum Schenkel klopfen bringt, bei dem sich aber der „gesittete und gesetzte“ Mitteleuropäer nicht unbedingt immer erheitern kann. Wer den Humor aus der Reihe „Mad Mission“ kennt, der weiß, was auf ihn zu kommt. Das eigentliche Problem des Films ist aber seine Länge. Gut zwei Stunden sind einfach zuviel und allein der Beginn verbraucht schon knapp 17 Minuten. Dieses Vorgeplänkel ist überflüssig und bringt den eigentlichen Plot nicht entscheidend weiter, bis auf die Erkenntnis, dass das zu Beginn gerettete Baby später das ist, welches von den Protagonisten entführt wird. Da Fong mit seinem Spieltick und seinen Gaunereien nicht gerade ein vorbildliches Leben führt, wird er von seinem Vater verstoßen. Ein Teil der Handlung, der locker fehlen könnte und eine unnötige Länge darstellt.

Wer sich nun fragt, ob er denn diese DVD mitnehmen sollte, dem sei geraten: ja. Bei aller Kritik an Laufzeit und mangelnder Innovation, es gibt auch gute Gründe. Die Actionsequenzen sind vielleicht nicht ganz so spritzig wie noch vor ein paar Jahren, dafür sind sie immer noch spektakulär. Wenn Jackie Chan persönlich an einer Hauswand von Außenklimaanlage zu Anlage springt, dann ist das schon ein ordentlicher Hingucker. Ein reiner Actionkracher ist es nicht geworden, was aber auch nicht verwunderlich ist, denn mit einem Baby im Schlepptau ergeben sich nicht so viele Konstellationen, um alle fünf Minuten ein Action-Paket zu zünden. Jackie Chan agiert souverän und hat trotz seiner 53 Lenze immer noch die ihm eigene Sunnyboy-Ausstrahlung.  

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist durchaus in Ordnung und verfügt über kräftige Farben. Der Kontrast zeigt bei einigen dunklen Szenen leichte Schwächen, wobei man aber genau hinsehen muss. Der Ton ist satt und es gibt eine gute Ausnutzung des Raumklangs.

Die Extras befinden sich auf einer zweiten DVD und die Gesamtlaufzeit des Bonusmaterials hat fast schon Spielfilmlänge. Rund 22 Minuten an geschnittenen Szenen erwarten den Zuschauer und es sind ein paar witzige Ausschnitte dabei, die dem Hauptfilm aber nicht gestanden hätten. Über 50 Minuten lang ist dann das Making Of, welches zusätzlich für die spektakulärsten Stunts einzelne Unterkapitel enthält. Hier staunt der Filmfreund nicht schlecht, wie die Szenen inszeniert wurden und so manche waghalsige Action wird schnell relativiert. Dieses Kapitel sollte sich niemand ansehen, der die Illusion der gefährlichen Einlagen nicht völlig verlieren möchte. Der Blick hinter die Kulissen, mit einem zusätzlichen Special zum Kind, bietet einige Informationen und manch interessante Erkenntnisse. So kann man sehen, dass bei einem Dreh mit einem Kind sich alles um den Nachwuchs und seine Laune dreht. Da kann der liebe Onkel Jackie noch so viele Faxen machen, wenn der kleine Bub nach seiner Mama verlangt, dann verleiht er dem entsprechend lautstarken Nachdruck. Alle Extras gibt es mit deutschen Untertiteln.  

Fazit:
„Rob-B-Hood“ ist sicherlich ein eher mittelmäßiger Film mit Hongkongstar Jackie Chan, aber er ist nicht so übel geworden, als dass man ihn sich gar nicht ansehen könnte. Die Stunts haben es auf jeden Fall mal wieder in sich. Bild und Ton der DVD sind in Ordnung und die Extras sind wirklich Klasse.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
121:06 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Kantonesisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Deleted Scenes
  • Making Of
  • Behind The Scenes
Rob-B-Hood (2-Disc Special Edition) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Rob-B-Hood
Bo Bui Gai Wak

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Jackie Chan als Tresorknacker mit Herz


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Hongkong, 2006
Regie:
Benny Chan
Drehbuch:
Jackie Chan, Kam-Iun Yuen
Darsteller:
Jackie Chan, Louis Koo, Baoguo Chen, Michael Hui, Yuanyuan Gao

Label Deutschland :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
28.09.2007