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DVD-Besprechung - Die Märchenstunde - Volume 7

Story:
Schneewittchen – Sieben Zipfel und ein Horst:
Nachdem die böse Königin Alrauna (Katja Flint) die Macht an sich gerissen hat, weist sie ihren Jäger (Ingo Appelt) an, die schöne Prinzessin (Felicitas Woll) umzubringen. Die Attraktivität der hinterhältigen Monarchin soll die größte im gesamten Königreich sein und so befragt sie immer wieder den magischen Spiegel. Doch der Jäger beweist, dass er ein Herz hat und lässt die Prinzessin frei. Diese schlüpft, verkleidet als ein Mann, der Horst heißt, bei den sieben Zwergen unter. Alles scheint gut, doch dann befragt die fiese Alrauna erneut den Spiegel.

König Drosselbart – Der Schöne und das Biest:
Prinzessin Zuzu von Hiltonien (Jeanette Biedermann) ist jung, blond und ein absolutes Girlie mit Zickenallüren. Sie sieht ihr Leben als eine einzige Party an und denkt gar nicht daran, an diesem Zustand auch nur einen Hauch zu ändern. Das muss ein Ende haben, so denkt sich ihr Vater, der König (Christoph M. Orth) und ruft die Brautschau aus. Zuzu kann sich für keinen der Prinzen entscheiden, ja verspottet sogar einen der Kandidaten aufgrund seines merkwürdigen Haarwuchses im Gesicht als „Drosselbart“. Bis es dem König zuviel wird und er verkündet, dass der nächste Mann, egal welchen Standes, der den königlichen Hof betritt, die Prinzessin zur Braut bekommt. Der Zufall will es, dass es ausgerechnet der arme Barde Engelbert (Kai Lentrodt) ist.

Meinung zum Film:
Nun hat „Die Märchenstunde“ wieder einen der ganz großen Märchenklassiker erreicht und „Schneewittchen“ verballhornt. Die eigentliche Geschichte wurde natürlich in einigen wichtigen Punkten amüsant verändert und so kommt das Mädel mit dem Haar, schwarz wie Ebenholz, als Mann verkleidet bei den Zwergen unter. Horst, so nennt sich die hübsche Prinzessin und Freunden von deutschen Filmen dürfte der Name Horst noch ein Begriff aus „Bang Boom Bang“ sein: „Alles auf Horst“. Felicitas Woll („Die Camper“, „Mädchen Mädchen“) macht ihre Sache als Märchenfigur richtig gut, auch wenn sie sich noch an die niedrigen Decken im Zwergenhaus gewöhnen muss. Nicht weniger erwähnenswert ist Katja Flint („Die weiße Massai“) in ihrer Rolle als böse Stiefmutter Alrauna. Als Königin mit eingebautem Sockenschuss hat sie stets ihren Therapeuten Dr. Leyd dabei, den ein gut aufgelegter Christian Tramitz („Die Bullyparade“) spielt. Als ein Ableger des Begründers der Psychoanalyse, Siegmund Freud, sorgt er für manch cleveren Dialog. Zum zweiten Mal dabei sind dann Comedian Ingo Appelt und auch Oliver K. Wnuk als Jägerhauptmann und Prinz Gutfried.

Diese Märchenadaption ist ein echter Volltreffer und von Beginn an bekommt der Zuschauer einen Gag nach dem anderen serviert. Teilweise fallen diese Späße auch recht zeitgenössisch aus, wenn z.B. Bezug auf die talentfreie und mittlerweile Ex-Hotel-Erbin Paris Hilton angespielt wird. Der Zuschauer muss in dieser Folge richtig gut aufpassen, damit er wirklich alle Gags mitbekommt. Schlag auf Schlag gibt es immer etwas zu entdecken, seien es die Dialoge, die stets passende Musik oder gar SMS-Zwerge mit Sendeknopf am Rücken.

Wenn man genau hinschaut, dann wird die aktuelle Jugendkultur gewaltig auf die Schippe genommen. Seien es Energydrinks, moderne Methoden der Kommunikation oder auch der stets schwelende Konflikt zwischen den Generationen, immer wird den Wohlstandskids der Spiegel vorgehalten. Es ist schon witzig, wie Prinzessin Zuzu immer wieder gut gemeinte Ratschläge ablehnt und dann schmerzlich die Konsequenzen akzeptieren muss. Doch der einsetzende Lernprozess zeigt, dass in der affektierten und oberflächlichen Thronerbin doch ein Mensch mit Charakter steckt. Geläutert will sie an der Seite des angeblichen Barden ihr Leben verbringen und ist sich auch nicht mehr zu schade, um am Hofe des König Drosselbart die Gäste zu bedienen.

Digitale Aufarbeitung:
Wie gehabt darf sich der Zuschauer auf ein ordentliches Bild freuen, welches deutlich besser ist, als er dies evtl. während der TV-Ausstrahlung erlebt hat. Die Farben kommen gut heraus und wirken stets frisch. Der deutsche Dolby-Digital-5.1-Sound birgt so manchen räumlichen Effekt und so wird der Märchenspaß noch gelungener.

Bei den Extras finden sich zunächst die beliebten Outtakes, in denen gezeigt wird, was so alles am Set schief gehen kann. Danach gibt es noch geschnittene Szenen, die aber eher belanglos sind und in den Geschichten keine besonderen Veränderungen bewirkt hätten. Der kurze Exkurs in die Welt der digitalen Effekte zeigt schon so manch Erstaunliches, zumal auch die brennende Krawatte Bernhard Hoeckers nicht in Wirklichkeit brannte, sondern aus dem Computer stammte. Danach folgen fast sieben Minuten am Set und die erste Erkenntnis ist, dass es bitter kalt war und die Proben nur in dicken Daunenjacken und heißen Getränken abgehalten werden konnten. Die Settour mit Headwriter Tommy Krappweis beinhaltet Informationen zum Dreh, zu den Effekten der letzten Episoden, auch zu den vorherigen. Es lohnt sich wirklich, dieses unterhaltsame Extra anzusehen. Den Abschluss bilden wieder die TV-Aufsager.

Fazit:
„Die Märchenstunde“ ist mal wieder ein echter Märchenspaß geworden und kann uneingeschränkt empfohlen werden. Technisch ist die DVD besser als die analoge Fernsehfassung und vor allem ohne Werbung. Die Extras bieten sowohl informatives als auch witzige Einblicke und Anekdoten.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,78:1
1,78:1
2 Folgen a ca. 50 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Outtakes
  • Deleted Scenes
  • VFX - Davor/ Danach
  • Am Set
  • Settour
  • TV-Aufsager
Die Märchenstunde - Volume 7 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die Märchenstunde - Volume 7
Die Märchenstunde - Volume 7

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Auf die Märchen, fertig, los


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2007
Regie:
Franziska Meyer Price
Drehbuch:
Marc Hillefeld, Torsten Devi
Darsteller:
Felicitas Woll, Oliver Wnuk, Katja Flint, Jeanette Biedermann, Kai Lentrodt, Cristoph M. Orth

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
18.09.2007