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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - Die Märchenstunde - Volume 8

Story:
Dornröschen – Ab durch die Hecke!:
Als die Prinzessin Dornröschen (Josefine Preuss) geboren wird, macht der glückliche Vater (Ilja Richter) einen fatalen Fehler, denn statt aller 13 guten Feen und weisen Frauen, vergisst er dummerweise die böseste von allen, Hildezart (Anja Kruse). Diese belegt das Kind mit einem Fluch, der besagt, dass wenn nur ein Blutstropfen von ihr vergossen würde, der ganze Hofstaat für 100 Jahre in einen tiefen Schlaf verfallen würde und eine Rosenhecke wüchse, auf dass niemand den Fluch brechen möge. Passend zu ihrem 18. Geburtstag fährt die junge Monarchin einen kristallklaren Egotrip und will nun wissen, warum sie nie in die Nähe spitzer Gegenstände gelassen wird. Aus Trotz und weil die böse Fee es ihr ermöglicht, schleicht sie sich in den verbotenen Turm, in dem allerlei scharfes und spitzes sicherheitsverwahrt wird. Prompt piekst sie sich und alles verfällt in einen unheilvollen Schlaf, doch es naht Rettung, denn der in Dornröschen verliebte Prinz Berthold (Florian David Fitz) versucht die tödliche Rosenhecke zu durchschlagen. Zunächst vergeblich.

Des Kaisers neue Kleider – Mode Mob und Monarchie:
Kaiser Leopold der Prächtige (Dirk Bach) liebt gute Kleider und neigt auch dazu, sich in seiner Eitelkeit mehrmals am Tag umzuziehen. Eines Tages gibt es eine Revolution des Volkes, die gnadenlos niedergeschossen wird. Die beiden einzigen Überlebenden sind die Revolutionsbrüder Christian (Oliver Korittke) und Hannes (Manuel Cortez). Um den Soldaten zu entkommen, nehmen sie die Identität zweier ausländischer Schneidermeister an. In dieser Rolle sind allerdings nicht zu beneiden, sollen die beiden doch dem Kaiser ein neues Gewand schaffen, wie es prächtiger nicht sein kann. In der Not tischt Hannes Leopold und dem Hofstaat ein tolldreiste Lüge auf, indem er behauptet, dass nur würdige und intelligente Menschen die prächtigen Klamotten sehen könnten.

Meinung zum Film:
Die Geschichte von „Dornröschen“ wurde lediglich im groben Rahmen beibehalten und es bleiben als Kerngerüst die Prinzessin, die böse Fee, die spitze Spindel und die undurchdringliche Rosenhecke übrig. Der Rest ist ein Ausbund an witzigen Veränderungen, die schon bei den Wünschen der guten Feen beginnen. Eine gute alte Frau mit einer auf den Kopf geschnallten Pfanne wünscht Dornröschen doch allen Ernstes, dass niemals Mohnkörnchen zwischen ihren Zähnen hängen belieben mögen. Die tritt dann im Übrigen auch tatsächlich ein. Die Hecke aus den unnachgiebigen, piekenden Rosen steht zunächst im Mittelpunkt, da der gute Prinz Berthold, gespielt von Florian David Fitz („Shit Happens“), die nächsten fünfzig Jahre auf das Gebüsch eindrischt. Die Schwerter werden immer größer und schärfer, ja selbst Schießpulver vermag dem Gestrüpp nicht zum Nachgeben zu gereichen. Wie in der Originalerzählung finden auch hier einige Prinzen den Tod durch die Dornen u.a. ist hier ein kleiner Fehler aufgetreten, denn eines der Skelette wird Prinz Holholm von Sülzenstein zugeschrieben, doch dieser ehelichte in „Der Froschkönig“ Prinzessin Dorothea und lebte mit dieser bis zu seinem seligen Ende. Der Clou in dieser Geschichte ist aber, dass es einen Zeitsprung von 50 Jahren gibt, der für großes Erstaunen sorgen wird.

Leider ist die Adaption von „Des Kaisers neue Kleider“ völlig in die Hose gegangen, denn es finden sich kaum komische Anhaltspunkte. Das einzige was der Zuschauer gegen Ende bestaunen kann ist der nackte, aber kaschierte Dirk Bach, der den eitlen Monarchen spielt. Angezogen lässt sich seine Leibesfülle schon deutlich erahnen, der nackte Bauch, der sich der Kamera präsentiert, wirkt gigantisch, als hätte er einen Medizinball verschluckt. Die Story orientiert sich nah am Original, wobei natürlich wieder die eine oder andere Anpassung vorgenommen wurde. Leider reichen die wenigen Gags, wie z.B. der mit dem Scharfrichter Knut nicht, um die Originalität und das Niveau der anderen Episoden zu erreichen.

Da hilft es auch nicht, dass mit Oliver Korittke („Die Musterknaben“) ein durchaus souveräner Hauptdarsteller ins Rennen geschickt wird, obwohl er schon des öfteren mit seinem trockenen Humor in Komödien erfolgreich mitgewirkt hat. Mit Friederike Kempter („Vollidiot“) als Prinzessin Annabel haben sich die Produzenten keinen Gefallen getan, da sie es nicht versteht, den Liebreiz einer jungen Monarchin zu vermitteln. Leider fällt bei diesem Märchen auch der erste Auftritt von Jutta Speidel völlig ins Wasser und die schon wenigen Szenen ihrer Nebenrolle als abgesetzte Kaisersgattin verfehlen ihre Wirkung. Zeitgeschichtlich wird die französische Revolution verballhornt und in der Story schlüpfen zwei Revoluzzer in die Rolle zweier weltbekannter Modezaren. Exzentrisch.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist wieder gelungen und zeichnet sich durch schöne Farben und einen guten Kontrast aus. Der deutsche Dolby-Digital-5.1-Ton bietet, im Vergleich zum Fernsehsendebetrieb, einen ordentlichen Surroundklang, der die Ereignisse auf dem Bildschirm ansprechend wiedergibt.

Die Extras beginnen gewohnt mit den Versprechern und Patzern vom Dreh. Es folgen elf Minuten mit geschnittenen Szenen, in denen u.a. noch weitere schräge Wünsche der guten Frauen für Dornröschen gezeigt werden. Im Kapitel zu den technischen Tricks kann man erfahren, wie z.B. komplette Burgen visuell ausgetauscht wurden oder wie die Ranken der tödlichen Rosenhecke tentakelartig zu wachsen beginnen. Rund sieben Minuten gibt es dann auch noch mit Eindrücken vom Set, wie z.B. Kostüme noch kurzfristig gerichtet werden, das Make-Up korrigiert wird oder wie es hinter der Kamera aussieht. Die Settour mit Tommy Krappweis dauert rund eine Viertelstunde und es werden einige Filmschaffende wie z.B. der Chef-Kameramann vorgestellt. Sehenswert. Die bekannten TV-Aufsager fehlen auch dieses Mal natürlich nicht.

Fazit:
Der achte Durchgang von „Die Märchenstunde“ birgt mit „Des Kaisers neue Kleider“ zwar eine herbe Enttäuschung, doch die souverän witzige Umsetzung von „Dornröschen“ reißt alles wieder heraus. Technisch ist die DVD vollkommen in Ordnung und auch die Extras stimmen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,78:1
1,78:1
2 Folgen a ca. 50 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Outtakes
  • Deleted Scenes
  • VFX - Davor/ Danach
  • Am Set
  • Settour
  • TV-Aufsager
Die Märchenstunde - Volume 8 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die Märchenstunde - Volume 8
Die Märchenstunde - Volume 8

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Wenn der nackte Kaiser in der Hecke hängt


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2007
Regie:
Dominic Müller, Franziska Meyer
Drehbuch:
Erik Haffner, Norman Cöster
Darsteller:
Josefine Preuss, Florian David Fitz, Anja Kruse, Dirk Bach, Oliver Korritke, Manuel Cortez

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
18.09.2007