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DVD-Besprechung - Diva (Arthaus Collection)
Story:
Der junge Postbote Jules (Frédéric Andréi) ist ein großer Verehrer der international anerkannten Operndiva Cynthia Hawkins (Wilhelmenia Fernandez). Von ihren Auftritten werden jedoch, auf ihren Wunsch, keinerlei Aufnahmen angefertigt, weshalb Jules selbst einen illegalen Mitschnitt erstellt. Kurz darauf sind ihm sowohl einige Gangster, als auch die Polizei auf den Fersen. Was Jules jedoch noch nicht realisiert hat ist, dass er eine zweite, noch weit brisantere Kassette bei sich trägt, die ihm unbemerkt von einer ermordeten Kronzeugin zugesteckt wurde.
Meinung zum Film:
"Diva" basiert auf dem gleichnamigen Kriminalroman des Schweizer Schriftstellers Daniel Odier, den er 1979 unter dem Pseudonym "Delacorta" veröffentlichte. "Diva" konnte besonders bei den "César Awards" in Paris, 1982 einige Preise einheimsen und zwar in den Kategorien "Bestes Erstlingswerk", "Beste Kameraführung", "Beste Filmmusik" und "Bester Ton". Neben Beineix "Betty Blue - 37,2 Grad am Morgen", der 1987 als bester fremdsprachiger Film für den Oscar nominiert war, gilt auch "Diva" als Kultfilm der 80er Jahre, an deren Erfolge und Anerkennung seine späteren Werke allerdings nie wieder herankamen.
"Diva" beginnt mit einem Auftritt der namensgebenden Operndiva Cynthia Hawkins, bei dem es Jules gelingt, das Konzert illegal mitzuschneiden. Diese ruhige Einleitung erinnert eigentlich zunächst eher an einen Musikfilm, doch schon bald kulminieren die Ereignisse zu einem spannungs- und wendungsreichen Thriller. Jules stößt zufällig am Bahnhof mit einer ehemaligen Prostituierten zusammen, die Internas über einen großen Drogen- und Mädchenhändlerring an die Polizei übergeben will. Sie wird jedoch kurz vor ihrem Treffen eliminiert, was Jules zwar nicht mehr mitbekommt, für ihn aber trotzdem bedeutsam ist, da sie das Beweismaterial, in Form einer Kassette, vor ihrem Tod in der Satteltasche seines Mopeds versteckt hat. Im weiteren entwickelt sich eine wilde Hatz auf Jules, der zunächst vermutet, der illegale Konzertmitschnitt sei der Grund. Neben der Polizei, sowie zwei Profikillern, die vor allem die Aussage der Belastungszeugin interessiert, sind jedoch auch ein paar skrupellose Taiwanesen hinter Jules her, die tatsächlich die Opernaufnahme wollen. Aus dieser Grundkonstellation entwickeln sich zahlreiche überrraschende Wendungen und der Film legt ständig ein hohes Tempo vor, während alle Seiten bemüht sind, sich gegenseitig ein Schnippchen zu schlagen. Jules findet im Film einige Verbündete, aber auch diese verfolgen ihre eigenen Ziele, weshalb Jules beinahe Niemandem trauen kann und ständig auf der Suche nach einem neuen Unterschlupf ist.
Während dieser verzweifelten Flucht verfolgt Jules ausgerechnet auch noch das riskante Anliegen seiner angebeteten Diva näherzukommen, was ihm aber auch gelingt und zu weiteren Verwicklungen führt. Denn ausgerechnet sein Mitschnitt droht die Einzigartigkeit ihrer Auftritte und somit ihre Karriere, bzw. ihren Zauber, zu zerstören. Eine Besonderheit des Films sind sicherlich seine Locations. Jules lebt in einer alten Garage, einem eigenen Kunstobjekt aus Pop-Art, Schrott und Technik. Sein späterer Verbündeter Gorodish (Richard Bohringer) lebt ebenfalls in einer riesigen, größtenteils leerstehenden Fabrikhalle, mit einer Badewanne als dominierendem Element. Weiterhin spielt der Film u.a. auch noch in einem Leuchtturm und der Metro. Mindestens ebenso eigen und skurril sind die Charaktere des Films, da erklärt Borodish schonmal mit aufgesetzter Taucherbrille die hohe Kunst des Baguetteschmierens, während der aus "Delicatessen" bekannte Dominique Pinon als eiskalter, cooler Profikiller mit Kurzhaarschnitt und gesichtsfüllender Sonnenbrille brilliert. Letztendlich überzeugt Diva mit seinen geradezu comichaft anmutenden Elementen (Story, Charaktere und Spielorte), sowie einer verschachtelten, wendungsreichen und sich stetig zuspitzenden Handlung mit hohem Tempo.
Digitale Aufarbeitung:
Der Film erschien bereits im August 2001 auf DVD und gehörte schon damals technisch nicht gerade zu den stärksten Veröffentlichungen. So kommt es besonders in dunklen Szenen zu einem starken Blockrauschen, unter dem die Bildqualität massiv leidet. Die Kantenschärfe kann ebenfalls nicht überzeugen und auch der Kontrast ist selten optimal. Zudem finden sich immer wieder Verschmutzungen und auch kleinere Beschädigungen. Die deutsche Tonspur ist zwar gut verständlich, sie liegt aber, anders als die französische Tonspur, lediglich im Mono-Format vor, was der musikalischen Untermalung zu keiner Zeit gerecht wird. Ärgerlich ist auch, dass ein kleiner Tonbug, ein Echo-Effekt bei 1:48:51, bei der neuen Auflage immer noch nicht korrigiert wurde.
Das einzige Extra auf der DVD ist ein kurzes Interview mit Regisseur Jean-Jacques Beineix (5:11), das lediglich aus hohlen Phrasen besteht.
Fazit:
"Diva" überzeugt mit seiner coolen, comichaft überdrehten Ästhetik, skurrilen Charakteren und ungewöhnlichen Locations, sowie überzeugenden Darstellern. Der Plot ist innovativ, abwechslungsreich und voller intelligenter Wendungen, das Tempo des Films ist dabei stets hoch und die Ereignisse spitzen sich zum Ende hin immer stärker zu, um schließlich in einem knisternden Finale zu münden. Anders als der Film selbst kann die Präsentation der DVD allerdings überhaupt nicht überzeugen, schwache Bildqualität, deutscher Monoton inklusive Tonbug, sowie fast komplett fehlende Extras sind eher als Armutszeugnis anzusehen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,66:1
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112:39 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 | Französisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Interview mit Regisseur Jean-Jacques Beineix
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Diva
Diva
Kultfilm der 80er Jahre mit packender Story und comichafter Bildsprache, jedoch technisch schwach präsentiert
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich, 1981 Regie: Jean-Jacques Beineix Drehbuch: Jean-Jacques Beineix, Jean Van Hamme (basierend auf einem Roman von Daniel Odier) Darsteller: Frédéric Andréi, Richard Bohringer, Thuy An Luu, Wilhelmenia Fernandez, Jacques Fabbri, Roland Bertin, Dominique Pinon
Label :
Arthaus
Verkaufsstart : 12.10.2007
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