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DVD-Besprechung - Flashdance (Special Collector's Edition)

Story:
Alex Owens (Jennifer Beals) träumt von einer Karriere beim Ballett. Doch sie ist nur eine einfache Schweißerin und tanzt abends in einem Nightclub und hat keinerlei Ausbildung als Tänzerin genossen. Das Einzige, das sie hat, ist ihr Talent und den Willen, alle noch so großen Unbillen des Lebens durchzustehen. Als sie sich in ihren Chef Nick Hurley (Michael Nouri) verliebt, scheint sich das Blatt endlich zu wenden.

Meinung zum Film:
Genauso wie Radost Bokel aus „Momo“ der Traum eines jeden Jungen in den Achtzigern war, so war Jennifer Beals das Ideal eines jeden Pubertierenden, auch wenn man nicht selber getanzt hat. Flashdance war ein Kultfilm und prägte eine ganze Generation auf ganz ähnliche Art und Weise, wie dies Jahre zuvor Saturday Night Fever tat. Die Songs wie „What A Feeling“ oder „She’s A Maniac“ hämmerten sich mit einprägsamen Texten und Melodien in das Gedächtnis der jungen Menschen und der Junggebliebenen. Selbst Menschen, die noch durch Elvis geprägt wurden, konnten damit etwas anfangen und nicht umsonst hat der Film den Oscar für den besten Song gewonnen. Der Soundtrack war auch ohne den Film ein großer Erfolg und gehört mit Sicherheit noch immer zu den Top-CDs in den Schränken der Junggebliebenen.

Daneben ist aber auch die Geschichte des Films bis heute unerreicht. Alle Tanzfilme, die danach kamen, konnten ihrem Vorbild nur noch hinterher eifern, aber nie die Klasse der sehr einfachen und doch eindrucksvollen Geschichte erreichen. Ein einfaches Mädchen, das nach mehr strebt, das ist natürlich auch die Erfüllung des amerikanischen Traums, ohne Frage, aber es ist auch ein modernes Märchen, das hier erzählt wird, denn sie trifft auch noch ihren Traumprinzen. Natürlich ist das auch ein uraltes Konzept, das vielfach aufgewärmt wurde, aber was einfach ist, ist oft genug auch am Besten. Wer will bei einem solchen Film die ganz großen Probleme der Welt gewälzt sehen? Er kommt zwar auch nicht ganz ohne Probleme aus, aber ohne diese würde freilich auch die Geschichte stehen bleiben.

Was neben der reinen schauspielerischen Leistung von Jennifer Beals („The Bride“), die in diesem Film ihre erste Hauptrolle spielen durfte, auch noch nach 24 Jahren überzeugt und fasziniert, ist die schiere Optik des Films. Neben den realistisch wirkenden Szenen gibt es immer wieder sehr durchgestylte Szenen, die die Welt des Märchens repräsentieren. Dieser Gegensatz wird durch meist harte Schnitte deutlich gemacht und bietet eine Ästhetik, die wohl kaum noch einmal erreicht werden wird, dies vor allem in der viel zitierten Wasserszene. Jennifer Beals hatte es nach dieser Rolle nicht sehr leicht. Auch wenn sie einige Rollen bekam, blieb ihr doch ein weiterer Erfolg in dieser Größenordnung verwehrt. So erging es auch den anderen Darstellern des Films, bis auf Cynthia Rhodes, die noch einmal in „Dirty Dancing“ vier Jahre später danach eine Rolle ergattern konnte, die sie halbwegs bekannt machte. Insgesamt ist das sehr schade, denn jede Rolle, auch noch die Kleinste, wurde in „Flashdance“ hervorragend besetzt.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild präsentiert sich in einer außergewöhnlich hohen Qualität. Hier merkt man, dass nicht einfach nur eine billige Kopie benutzt, sondern der Film neu abgetastet wurde. Kontrast, Farben, alles ist auf dem Niveau eines Films, der erst kürzlich in den Kinos zu sehen war. Wie gut hier gearbeitet wurde, kann man erst richtig ermessen, wenn man sich den Trailer ansieht, der nicht restauriert wurde. Der englische Ton liegt in einem sehr guten Upmix auf Dolby Digital 5.1 vor. Der deutsche Ton irritiert vor allem bei den Songs, der ja nach Einstellung des Surround-Verstärkers zu unangemessen lauten Basstönen führen kann, ganz so, als hätte ein DJ einen Technomix der Lieder erzeugt. Hier sollte man den englischen Ton vorziehen, der diesen Effekt nicht hat. Der Rest des Tones kann aber überzeugen und präsentiert besonders in der englischen Version einen voluminösen und gut gelungenen Surroundklang. Am Besten schaltet man den Surroundklang bei den Liedern einfach ab.

Das Zusatzmaterial ist für einen Film, der mehr als 20 Jahre auf dem Buckel hat, sensationell ausgefallen. Weit mehr als eine Stunde Material ist zu sehen und die Interviews mit Produzent Jerry Bruckheimer, Regisseur Adrian Lyne und anderen Beteiligten bieten einen sehr tiefen Einblick die Herstellung des Films. Dabei sind Featurettes über die Geschichte, den Stil, die Musik, die Choreographie und das Phänomen von Flashdance, in denen auch Themen angesprochen werden, die bei anderen Filmen vielleicht verborgen geblieben wären, wie die Tatsache, dass Jennifer Beals nicht selber tanzte. Sehr hörenswert ist auch der Audiokommentar, der weitere Einblicke in den Film ermöglicht.


Fazit:
„Flashdance“ ist ein Film der einfach verzaubert. Er hat eine ganze Generation berührt und geprägt und ist mit Sicherheit einer der modernen Klassiker des Genres, der wegweisend in Stil und Atmosphäre war.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,78:1
1,78:1
90:49 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Französisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Italienisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Spanisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Dänisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Französisch, Holländisch, Italienisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch
Bonusmaterial:
  • Die Geschichte von Flashdance
  • Der Stil von Flashdance
  • Flashdance Musik und Songs
  • Flashdance Die Choreographie
  • Das Phänomen von Flashdance
  • Trailer
  • Original Kinotrailer
Flashdance (Special Collector's Edition) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Flashdance
Flashdance

Bild unseres Mitarbeiters Bernd Glasstetter
Stulpen, schwarze Tanzanzüge und rockige Musik


Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1983
Regie:
Adrian Lyne
Drehbuch:
Joe Eszterhas, Thomas Hedley Jr.
Darsteller:
Belinda Bauer, Cindy Rhodes, Jennifer Beals, Kyle T. Heffner, Lee Ving, Lilia Skala, Michael Nouri, Sunny Johnson

Label Deutschland :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
04.10.2007