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DVD-Besprechung - Love is in the Air

Story:
Das Leben von Yann Kerbec (Vincent Elbaz) ist nicht gerade so am Laufen, wie er es gerne hätte. Seine potentielle große Liebe Charlotte (Elsa Kikoïne) hat er verloren, weil er seine Flugangst nicht überwinden konnte und von daher nicht zum geplanten Treffen nachreiste. Sein alter Schulfreund Ludo (Gilles Lellouche) wollte nach der Trennung von seiner Frau eigentlich nur ein paar Tage bei ihm einziehen, was nun aber schon über 2 Jahre andauert. Als Alice (Marion Cotillard) in sein Leben tritt, scheint sich allerdings etwas in seinem Denken zu verändern und er beginnt sich mehr auf sein Leben zu besinnen. Selbst Charlotte ist auf einmal wieder in seinem Leben und will dort weitermachen, wo man bei ihrem Abflug aufgehört hat. Aber irgendwie entwickelt sich alles ein wenig anders, als er es eigentlich gehofft hatte.

Meinung zum Film:
Auf dem Cover wird „Love is in the Air“ als großer Komödienhit angepriesen, was die Erwartungshaltung gegenüber dem ersten abendfüllenden Spielfilm des Kurzfilmregisseurs und Drehbuchautoren Rémi Bezançon durchaus ein wenig hoch hängt. Die Tatsache, dass mit Marion Cotillard eine Darstellerin die Hauptrolle spielt, die zuletzt in „La Vie en Rose“ und davor in „Ein gutes Jahr“ zu überzeugen wie auch zu verzaubern wusste, setzt die Messlatte nochmals ein paar Zentimeter höher. Dass es denn am Ende beim Film nicht reicht, um auch nur ansatzweise zu überzeugen, mag am außerhalb der Landesgrenzen Frankreichs nicht immer ganz leicht zu verstehenden, melancholischen Humor liegen, oder auch einfach nur an den platten Charakteren, die größtenteils alles andere als Sympathieträger sind.

Vor allem Vincent Elbaz („Not for, not against“) schafft es nicht, in der zentralen Rolle des Yann Kerbac Sympathien beim Publikum zu sammeln. Selbst mit dem Mitleid ihm gegenüber hält es sich in Grenzen, da sein Verhalten schlichtweg zu emotionslos und gelangweilt wirkt. Seine Handeln ist nur selten nachvollziehbar, dass es selbst mit dem Verständnis nicht klappt, das man ansonsten gerne mal an den Losertypen im Film verleiht. Dieses bekommt ohnehin schon eher Gilles Lellouche („Liebe mich, wenn Du Dich traust“), dessen Part als Dorn im Leben Yanns stellenweise dann aber so derb ausfällt, dass er schon ein wenig zu comichaft herüber kommt. Das Zusammenspiel zwischen Elbaz und Lellouche ist auch nicht gerade als stimmig oder harmonisch zu bezeichnen, weswegen man sich als Zuschauer im Grunde ständig fragt, wie sie überhaupt Freunde werden konnten. Die Rolle von Marion Cotillard ist eher kurz gehalten, weswegen sie es kaum schaffen kann, ihren Zauber einzubringen, wie sie es in ihren bekannteren Filme schaffte. Sie muss sich die ohnehin sehr begrenzte Spielzeit der weiblichen Partnerin an der Seite von Yann mit Elsa Kikoïne („Pakt der Druiden“) teilen. Bei Elsa verhält es sich ähnlich wie bei Ludo, da sie mit Yann im Grunde nichts gemein hat und auch ihre Geschmäcker vollends konträr ausfallen. Lediglich in ihrer recht knappen Einführung wird sie als passende Partnerin für ihn oberflächlich präsentiert, im späteren Verlauf stellt sich aber sehr schnell heraus, dass sie nicht ein bisschen zu ihm passt.

Wenn es überhaupt mal witzig und unterhaltsam wird, dann einzig in den Szenen, wo Kerbec im Flugsimulator sitzt und Jumbo-Piloten mit Situationen konfrontiert, die nicht ganz alltäglich sind. Hier könnte man sich als Zuschauer zwar fragen, ob es mit dem Krisenverhalten und allgemeinen Wissensstand bei französischen Piloten der großen Airlines wirklich so schlecht aussieht, doch um dann wenigstens ein wenig Freude am Film haben zu können, sieht man über diesen Umstand gerne drüber hinweg. Denn der Rest, der bei „Love is in the Air“ geboten wird, ist eher in die Sparte langweilig und nur bedingt romantisch einzuordnen und sorgt nicht gerade für gute Unterhaltung.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist ganz ordentlich geworden. Die Schärfe könnte zwar ein klein wenig besser sein und feines Rauschen ist ebenfalls zu sehen, allerdings sind dies nur kleinere Makel. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar verständlich abgemischt, spielt allerdings fast ausschließlich im vorderen Bereich.

Als Extras gibt es ein rund 26-minütiges Making Of, das ein über die Entstehung von frühen Drehbuchphasen bis zum endgültigen Dreh berichtet. Danach gibt es noch den Trailer zum Film und Darstellerinformationen.

Fazit:
„Love is in the Air“ kann nicht sonderlich überzeugen. Die Charaktere schaffen es nicht, das Herz des Publikum zu gewinnen und zu Lachen gibt es kaum etwas geboten, wodurch die rund 100 Minuten Laufzeit zu einer reinen Geduldsprobe für den Zuschauer werden. Marion Cotillard hat viel zu wenig Spielzeit, um ihren bekannten Charme versprühen zu können und Vincent Elbaz verleitet eher zum Einschlafen als zum Träumen oder Lachen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
2,35:1
2,35:1
100:54 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Französisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Trailer
  • Darstellerinformationen
Love is in the Air - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Love is in the Air
Ma vie en l'air

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Hier ist weder Liebe in der Luft noch Komik im Film


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich, 2005
Regie:
Rémi Bezançon
Drehbuch:
Rémi Bezançon
Darsteller:
Vincent Elbaz, Gilles Lellouche, Marion Cotillard, Elsa Kikoïne, Tom Novembre, Didier Bezace, Cécile Cassel

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
11.10.2007