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DVD-Besprechung - 101 Reykjavik (Arthaus Collection)
Story:
Hlynur (Hilmir Snær Guðnason) ist 28 Jahre alt, arbeitslos, lebt noch bei seiner Mutter und denkt nicht daran sich irgendwelche Ziele im Leben zu setzen, sondern lebt stattdessen lieber in den Tag hinein. Sein Leben besteht vor allem aus Barbesuchen und Pornographie, eine echte Bindung ist er bisher noch nicht eingegangen. Sein Leben gerät allerdings ein wenig aus den Fugen, als seine Mutter (Hanna María Karlsdóttir) ihr Coming Out als Lesbe hat und mit der Flamenco-Tänzerin Lola (Victoria Abril) zusammenleben will. Zudem behauptet auch noch
Hlynurs gelegentliche Gespielin Hófí (Þrúður Vilhjálmsdóttir) von ihm schwanger zu sein.
Meinung zum Film:
"101 Reykjavik" ist das Regie- und Drehbuchdebüt von Baltasar Kormákur ("A Little Trip to Heaven"), der hier zudem auch noch eine kleine Schauspielrolle übernahm. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman des isländischen Autors Hallgrímur Helgason aus dem Jahr 1996, der auch gleichzeitig seinen internationalen Durchbruch darstellte. Hauptdarstellerin Victoria Abril, ("Fessle mich!") ist eine der bekanntesten, spanischen Schauspielerinnen und spielte in mehreren bedeutenden Filmen Pedro Almodóvars ("High Heels") die Hauptrolle.
"101 Reykjavik" entpuppt sich relativ schnell als seichte Außenseiterkomödie mit dem verschlafenen, isländischen Reykjavik, obwohl immerhin die Hauptstadt Islands, als Spielort. Der Held der Geschichte ist Hlynur, der es erfolgreich bewerkstelligt hat sein Leben nach eigenem Gutdünken, ohne jede Verantwortung, zu leben. Finanziert wird das ganze mit freundlicher Unterstützung des isländischen Wohlfahrtsstaats sozialdemokratischer Prägung, im Verbund mit Hotel Mama. Hlynur weigerte sich bisher erfolgreich erwachsen zu werden und sich eigene Ziele zu setzen, doch seine heile Lebenswelt gerät ins Wanken, als die rassige Spanierin Lola auf den Plan tritt. Seine Mutter hat sich in sie verliebt und will mit ihr zusammenleben. Der "Fremdkörper" Lola stört fortan Hlynurs häusliches Idyll und stellt unangenehme Fragen bezüglich seiner Zukunftsplanung. Erschwert wird das ganze noch durch einen One-Night Stand der beiden unter starkem Alkoholeinfluss, ohne das Wissen seiner Mutter. Ungemach droht ihm auch von der Seite seiner gelegentlichen Bettgefährtin Hófí, die ihn seit jeher enger an sich binden wollte, und ihm unvermittelt offenbart sie sei schwanger von ihm.
Doch die Komplikationen nehmen kein Ende für Hlynur, denn auch Lola wird gewollt schwanger, verschweigt aber den Vater. Hlynur ist jetzt überzeugt davon, das Kind wäre die Frucht seiner Lenden und er habe die eigene Mutter betrogen. Diese ungewöhnliche Grundkonstellation der Story, die liebenswert skurrilen Charaktere, wie z.B. auch Hlynurs kiffende Mutter, sowie das reizvolle Panorma der isländischen Landschaft bieten eigentlich beste Voraussetzungen für eine unterhaltsame, schwarzhumorige Komödie. Leider verlaufen die Geschehnisse des Films jedoch ziemlich seicht und arm an Höhepunkten. Hlynur offeriert zwar hin und wieder wirklich bissige Proben anarchistischen und schwarzen Humors, beispielsweise, wenn er bei Hófís reichen Eltern im Bad "Ich habe ein Kondom benutzt" auf den Spiegel schreibt, oder seine Betreuerin beim Arbeitsamt zu ihrer Meinung nach innerfamiliärem Ehebruch befragt, das sind jedoch die eher seltenen, großen Highlights, zwischen denen der Film ein wenig vor sich hinplätschert, und das trotz seiner geringen Laufzeit. Leider bietet der Film auch nicht nur Schwarzhumoriges, sondern auch einiges Plattheiten und Klischees, die eher "American Pie und Co." zur Ehre gereichen würden. So finden sich einige Zoten, nicht wirklich storyrelevante nackte Tatsachen, ein geträumter Amoklauf beim Familienfest, oder Hlynurs typische, völlig zugedröhnte Kumpels nebst Siffbude im Film wieder.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild überzeugt mit kräftigen Farben und guten Kontrastwerten, dafür wirkt es allerdings nicht sonderlich detailreich und weist ein leichtes Rauschen auf. Akustisch überzeugt der Film mit guter Verständlichkeit in den Dialogen, einer stimmigen Musikkulisse und guten Surroundeffekten. Hlynurs Erzählerstimme aus dem Off klingt allerdings in der deutschen Synchronfassung sehr blechern.
Das einzige Extra auf der DVD ist das Making Of (21:17 Minuten). Leider werden darin sehr viele Filmszenen recycelt, die zudem auch noch in reduzierter Bildqualität vorliegen. Zusätzlich gibt es ein paar Impressionen von den Dreharbeiten, sowie kurze Äußerungen der Hauptdarsteller, des Regisseurs und des Autors. Insgesamt halten sich der Informations- und der Unterhaltungswert arg in Grenzen.
Fazit:
"101 Reykjavik" punktet mit der unverbrauchten Optik isländischer Schneelandschaften, guten Darstellern, skurrilen Charakteren und guten Ansätzen bissigen, schwarzen Humors. Geschmälert wird dieser Eindruck jedoch durch ein eher schwaches, höhepunktarmes und ziemlich seichtes Drehbuch, das sich auch für einige Plattheiten und Klischees nicht zu schade ist. Letztendlich überwiegt aber der positive Eindruck leicht, so dass der Film für einen unterhaltsamen Abend durchaus ausreichen dürfte. Die DVD selbst ist technisch relativ durchschnittlich und die Extras beschränken sich auf ein Minimum.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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84:34 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Isländisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- 16-seitiges Booklet
- Making Of
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101 Reykjavik
101 Reykjavík
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Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Dänemark / Deutschland / Frankreich / Island / Norwegen, 2000 Regie: Baltasar Kormákur Drehbuch: Baltasar Kormákur (basierend auf einem Roman von Hallgrímur Helgason) Darsteller: Hilmir Snær Guðnason, Victoria Abril, Hanna María Karlsdóttir, Þrúður Vilhjálmsdóttir, Baltasar Kormákur
Label :
Arthaus
Verleihstart : 12.10.2007 Verkaufsstart : 12.10.2007
Vertrieb :
Impuls Home Entertainment
Verleihstart : 12.10.2007 Verkaufsstart : 12.10.2007
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