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DVD-Besprechung - Saturday Night Fever (SCE)

Story:
Tony Manero (John Travolta) arbeitet während der Woche in einem Farbengeschäft und geht am Samstagabend in die Diskothek, um dort zu tanzen. Und er ist ein so guter Tänzer, dass er von jedem bewundert wird, seien es Frauen oder Männer. Als ein Tanzwettbewerb ansteht, muss er sich entscheiden, ob er mit der ungeliebten Standardpartnerin Anette (Donna Pescow) daran teilnimmt oder mit Stephanie Mangano (Karen Lynn Gorney), die er kurz vorher in der Diskothek kennen gelernt hat und die ihn fasziniert. Was anfangs als Kampf um einen Wettbewerb beginnt, wird schnell zu einem Kampf um die eigenen Gefühle und die eigene Zukunft.

Meinung zum Film:
Auch wenn vielleicht einige Zuschauer der Auffassung sind, dass John Travoltas Karriere mit „Saturday Night Fever“ erst begann, so ist dies doch nicht der Fall, denn Travolta war schon zur Drehzeit des Films in Amerika so bekannt, dass die Fans das Set geradezu fluteten. Doch seine internationale Karriere ging mit diesem Film erst richtig los und wurde ein Jahr später mit „Grease“ weiter beschleunigt. 1983 wurde dann die weniger erfolgreiche Fortsetzung „Staying Alive“ gedreht, bevor Travolta für nahezu ein Jahrzehnt in der Versenkung versank und erst mit „Pulp Fiction“ im Jahr 1994 seiner Karriere wieder einen bis heute anhaltenden Auftrieb verpassen konnte. Dazwischen lagen eher triviale Machwerke wie „Guck mal wer da spricht“. Travolta war lange Zeit auf den smarten Tänzer festgelegt und nicht unbedingt auf den Charakterdarsteller, der er heute ist. Und dabei tat man ihm eigentlich Unrecht, denn die Rolle als Tony Manero ist bereits eine Charakterrolle gewesen. Wie auch alle anderen Rollen in diesem Film. "Saturday Night Fever" ist nur auf den ersten Blick ein Tanzfilm und in zweiter Linie ein Charakterstück und es ist diese zweite Linie, die der Fortsetzung letztendlich fehlte.

„Saturday Night Fever“ hat ähnlich wie „Flashdance“ einige Jahre später eine ganze Generation geprägt. Aber im Gegensatz zu „Flashdance“ wird dieser auch heute noch sehr gerne zitiert und persifliert, freilich auch von John Travolta selbst, zum Beispiel in „Pulp Fiction“. Wann immer aber mal wieder von den Siebzigern gesprochen wird, dann ist mit Sicherheit der Look von „Saturday Night Fever“ zu sehen und die Musik zu hören, die die Bee Gees letztendlich unsterblich machte. Wenn man jemanden nach zwei Filmen aus den Siebzigern fragt, dann wird er wahrscheinlich „Rocky“ und eben „Saturday Night Fever“ nennen und beide Filme haben ein ganz ähnliches Feeling in die Filmwelt gebracht. Beide Filme sind ehrliche Geschichten über Menschen, wie sie wirklich existieren könnten. Auch wenn „Saturday Night Fever“ sicher nicht der Dokumentarfilm ist, als den ihn manche Kommentatoren in den Special Features ansehen, so zeigt er doch eine eher ungeschminkte Realität, wie sie damals nun einmal vorherrschte.

Die Frage, ob „Saturday Night Fever“ auch heute noch bestehen könnte, neben all den hochglänzenden Filmen, dürfte fast schon nicht gestellt werden. Das Musical läuft immer noch mit großem Erfolg, der Film wird immer noch gerne gesehen und alleine diese Special Edition beweist, dass dies auch die Verleiher so sehen. Denn warum sonst hätte man so viel Aufwand betrieben, um das Jubiläum zu feiern? Das Phänomen lebt und das vielleicht auch, weil ein Diskobesuch in der heutigen Zeit viel zu austauschbar geworden ist. Das echte Feeling der Samstagnacht kann dann in der Nostalgiewelle, die gerade wieder alles aus dieser Zeit ans Tageslicht spült, nur noch in diesem Film gelebt werden. Solange dabei die elenden Schlaghosen im Schrank bleiben, soll das dann auch nur recht und billig sein. John Travolta lebt und auch wenn er es nicht mögen wird: Sein weltweiter Ruhm bleibt so oder so auf ewig mit diesem Film verbunden.

Digitale Aufarbeitung:
Die technische Seite ist überwältigend. Ein hervorragendes Bild, das augenscheinlich neu gemastert wurde, dazu ein satter Surround-Ton, der sehr gut abgemischt wurde, Herz, was will man mehr bei so einer Special Edition. Satte Farben, gute Kontraste und keine Kratzer sind zu sehen, zu hören ist der Ton in Englisch und Deutsch in Dolby Digital 5.1. Der Mono-Ton ist aber auch noch einmal in Deutsch enthalten – für die Nostalgiker.

Der Audiokommentar von Regisseur John Badham ist sehr interessant gesprochen und lässt viel über die Schwierigkeiten beim Dreh erahnen, die durch Travoltas Ruhm einhergingen, inklusive einer Hetzjagd durch die Fanscharen. Auf der zweiten DVD finden sich die Featurettes „Das echte Saturday Night Fieber“, ein Making Of, das für diese DVD produziert wurde. Außerdem „Zurück zu Bay Bridge“, in der die Zuschauer an die Original Drehorte geführt werden und „Tanzen wie Travolta mit John Cassese“, wo die Zuschauer selbst wie Travolta tanzen lernen können. Hinzu kommt noch der „Saturday Night Fieber Wettkampf“ als Einzelszene. Die "70's Discopedia" kann zunächst bei der reinen Anwahl Rätsel aufgeben, da man in das Hauptmenü zurück gelangt. Es werden allerdings einige Fakten zu Songs und Begebenheiten eingeblendet, wenn der Film nach der Anwahl abgespielt wird. Etwas nervig dabei: Die Fakten werden immer mal wieder mitten im Bild eingeblendet anstatt sie am unteren Rand zu halten. Das kann den Genuss des Films stören. Insgesamt ist dieses Feature aber sehr informativ.

Fazit:
Wer "Saturday Night Fever" noch nicht in seiner Sammlung hat, der sollte sich bei dieser DVD auf jeden Fall den Kauf überlegen. Nicht zu letzt wegen des sehr guten Bildes und des sehr guten Tons sollte man zugreifen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
114:08 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar von Regisseur John Badham
  • 70’s Discopedia (Fakten, die im Film eingeblendet werden)
  • Das echte Saturday Night Fieber
  • Zurück zu Bay Bridge
  • Tanzen wie Travolta mit John Cassese
  • Saturday Night Fieber Wettkampf
Saturday Night Fever (SCE) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Saturday Night Fever
Saturday Night Fever

Bild unseres Mitarbeiters Bernd Glasstetter
Wenn das Fieber ausbricht


Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1977
Regie:
John Badham
Drehbuch:
Nik Cohn, Norman Wexler
Darsteller:
Barry Miller, Bruce Ornstein, Donna Pescow, John Travolta, Joseph Cali, Julie Bovasso, Karen Lynn Gorney, Martin Shakar, Paul Pape, Sam Coppola

Label Deutschland :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
04.10.2007