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DVD-Besprechung - Heisser Verdacht - Staffel 4
Story:
In "Kind Vermisst" bekommt es Detective Superintendent Jane Tennison (Helen Mirren) mit dem Fall eines entführten Babys zu tun. Schon bald deutet vieles auf einen rückfälligen Pädophilen hin, der jedoch mittlerweile eine Lebensgefährtin gefunden hat, die ebenfalls zwei kleine Kinder hat. In "Seilschaften" passiert ein Mord in einem noblen Vorort. Die Oberschicht möchte gerne schnell einen Täter, am liebsten aus dem Proletariat, und übt Druck auf Tennison aus. Das ist aber nur die Spitze eines Eisberges aus Korruption und Betrügereien mit Baugrundstücken. "Der Duft des Todes" bedeutet ein besonderes Déjà-vu-Erlebnis für Jane Tennison, ein Serienkiller geht bei seinen Morden nach dem gleichen Muster vor wie der damals von ihr eingebuchtete George Marlow (Tim Woodward). Handelt es sich um einen Nachahmungstäter, oder hat vielleicht der damalige Täter sein blutiges Handwerk wieder aufgenommen und Tennison hat den falschen Mann verhaftet?
Meinung zum Film:
Bei den drei vorliegenden Fällen handelt es sich um die 4. Staffel der preisgekrönten, britischen Erfolgsserie "Heisser Verdacht" mit Helen Mirren ("Die Queen") in der Hauptrolle. Ein Unterschied zu den ersten drei Staffeln fällt sofort ins Auge, handelte es sich bei den vorigen Staffeln jeweils um nur einen Fall, aber mit einer Laufzeit von deutlich über 3 Stunden, hat Jane Tennison nun mit drei Fällen zu kämpfen, so dass pro Fall/Folge nur noch rund 102 Minuten zur Verfügung stehen. Das bedeutet zwar einerseits mehr Abwechslung, andererseits aber auch deutlich weniger Storytiefe.
Leider macht sich das geänderte Konzept der Serie negativ bemerkbar und zahlt sich nicht aus. Insgesamt erreicht keiner der drei Fälle das Niveau der vorigen Staffeln. "Kind vermisst" verläuft lange Zeit erschreckend linear und weist einige Plattheiten und Klischees auf. Der verdächtige Pädophile wird von Anfang an in die Täterrolle gedrängt, bis schließlich sogar einer von Tennisons langjährigen Mitarbeitern über die Stränge schlägt und persönlich in den Fall eingreift. Der Ablauf dieser Episode ist extrem tendenziös und bietet lange Zeit weder Spannung noch interessante Charaktere. Besonders Helen Mirren erhält wenig Gelegenheit sich auszuzeichnen, zumal ihr Privatleben quasi völlig ausgeblendet wird. Sebst ihre Abtreibung zu Beginn der Folge wird quasi im Vorbeigehen abgehandelt. Glücklicherweise macht "Kind Vermisst" gegen Ende einen deutlichen Schwenk, stellt die bisherigen, einseitigen Erkenntnisse in Frage und wirft noch ein paar persönliche Dramen mit in die Waagschale, was in eine höchst prekäre Zuspitzung der Ereignisse mündet. "Seilschaften" hat hingegen völlig andere Probleme. Der Fall ist ganz und gar nicht linear, im Gegenteil er ist extrem verschachtelt und bietet sehr viele Charaktere auf, die in die Geschehnisse verwickelt sind. Auch in dieser Folge wird Tennisons Privatleben wieder ausgeblendet, sie erhält jedoch deutlich mehr Möglichkeiten sich schauspielerisch und emotional auszuzeichnen. Die Anwohner des noblen Vororts üben nämlich über ihre engen Kontakte bei der Polizei Einfluss auf Tennisons Vorgesetzte aus, die diesen Druck wiederum an sie weitergeben. Tennison ist jedoch nicht bereit sich diesem Druck zu beugen und sich in ihre Ermittlungen hineinreden zu lassen.
Leider sind diese Spannungen zwischen Tennison und ihren Vorgesetzten, sowie die Auseinandersetzungen zwischen Bourgeoisie und Proletariat, das Aufflammen sozialer Gegensätze, weit interessanter als der eigentliche Mordfall, der immer weiter in den Hintergrund gerät. Mit Maria Henry (Jill Baker) hält diese Folge allerdings eine exzellente Gegenspielerin für Tennison parat, die ihr in jeder Hinsicht das Wasser reichen kann. "Der Duft des Todes" schließlich ist die mit Abstand stärkste Episode der vierten Staffel. Tennison hat in ihrer neuen Beziehung Probleme, wird von ihren Vorgesetzten und Mitarbeitern geschasst, von Selbstzweifeln geplagt und weiß nicht mehr wem sie trauen kann. In dieser Episode liefert Helen Mirren eine ihrer stärksten Leistungen innerhalb der Serie ab. Sie ist dünnhäutig und gereizt, ihre Karriere steht auf dem Spiel, sie will aber auch ihre neue Beziehung nicht wieder kaputtmachen. Auch der Fall selber beinhaltet einige Plot-Twists und lässt mehrere Möglichkeiten offen. Die Frage, ob es sich um den gleichen Täter, einen Nachahmungstäter, oder sogar um jemanden handelt, der von Marlow gesteuert wird, bleibt lange offen und zwingt Tennison sogar privat in Marlows Vergangenheit herumzuschnüffeln. Ihre Gegner sind in dieser Folge gnadenlos und zahlreich. Es ist ihre eigene Person, bzw. ihre Vergangenheit, ein Serienkiller, der scheinbar keine Fehler macht, ein Untergebener, der sie aus dem Team kegelt, sowie ihre Vorgesetzten, die Tennisons Kopf bereitwillig opfern wollen, um selbst aus der Schusslinie zu geraten.
Digitale Aufarbeitung:
Bildtechnisch setzt sich der Aufwärtstrend der Serie fort, viel mehr als Durchschnitt wird jedoch auch weiterhin nicht erreicht. Die Bildqualität ist aber nicht ganz einfach zu bewerten, die Folgen 1 und 3 liegen nämlich im Vollbildformat (1,33:1) vor, während Folge 2 im Widescreenformat (1,66:1) vorliegt. Warum mitten in der Serie das Format gewechselt wurde bleibt rätselhaft. Die Schärfe des Bildes hat sich gegenüber den älteren Veröffentlichungen ein wenig verbessert, es liegt jedoch immer noch ein stärkeres Bildrauschen vor, und auch kleinere Verschmutzungen sind vorhanden. Leider sind auch die Farben erneut ziemlich blass ausgefallen. Beide Tonspuren überzeugen mit guter Verständlichkeit, von einem Rauschen wie bei den Vorgängern ist nichts mehr zu hören. Die englische Tonspur wirkt aber nach wie vor ein wenig lebendiger und natürlicher. Die Folgen 1 und 3 liegen erstmals komplett ungeschnitten vor, gegenüber der deutschen Fernsehfassung fehlende Passagen sind auf Englisch mit deutschen Untertiteln vorhanden. Gerade beim ersten Teil der 4. Staffel ist der Anteil dieser Sequenzen nicht gerade gering und beeinträchtigt dadurch ein wenig den Sehgenuss.
Es gibt erneut, wie bei dieser Serienveröffentlichung leider üblich, keine Extras.
Fazit:
Helen Mirren kämpft in der vierten Staffel nicht nur gegen zahlreiche Gegner und mit komplizierten Fällen, auch das neue Format der Serie macht ihr zu schaffen. Besonders die ersten beiden Folgen haben jeweils mit größeren Schwächen zu kämpfen und vernachlässigen die private Komponente von Jane Tennison, die immer einen bedeutenden Teil der Serie ausmachte. Erst in der dritten und letzten Episode erreicht die Serie annähernd wieder das Niveau der vorigen Staffeln und macht die 4. Staffel insgesamt doch wieder empfehlenswert.Technisch sind die DVDs weiterhin eher durchschnittlich, lobenswert ist aber die Veröffentlichung der ungekürzten Folgen, wobei die komplett fehlenden Extras bedauerlich sind.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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3 Folgen à ca. 102 Minuten Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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Heisser Verdacht - 4. Staffel
Prime Suspect - Season 4
Jane Tennison ermittelt in drei neuen Fällen - Die Form alter Tage erreicht die Serie aber nicht mehr ganz
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 1995 Regie: John Madden, Sarah Pia Anderson, Paul Marcus Drehbuch: Paul Billing, Eric Deacon, Meredith Oakes, Guy Hibbert Darsteller: Helen Mirren, Richard Hawley, Jill Baker, Stuart Wilson, Christopher Fulford, Tim Woodward
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 05.10.2007
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