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DVD-Besprechung - Cry of Redemption

Story:
Rumänien Ende Dezember 1989: Die Revolution ist in vollem Gange, der Diktator Nicolae Ceauşescu ist bereits gestürzt, regierungstreue Verbände liefern sich jedoch immer noch Gefechte mit revolutionären Kräften. Der US-Agent Morgan (Darby Hinton) soll nun ins Land einreisen und von General Duma (Virgil Andriescu) eine Liste mit KGB-Agenten in den USA erhalten. Zudem soll er den General nebst Ceauşescus Juwelen nach Ungarn schaffen. Als er den Auftrag jedoch zusammen mit seinem alten Vietnamkameraden Peter (Brian McNamara) in Angriff nimmt kommt es zu einigen Komplikationen und beide geraten zwischen alle Fronten.

Meinung zum Film:
Der rumänische Regisseur Sergiu Nicolaescu ("Die Unsterblichen") machte sich zunächst mit historischen Monumentalfilmen wie "Die Schlacht der Giganten" einen Namen und drehte auch klassische Gangsterfilme wie "Die letzte Kugel". Der Großteil seiner Filme ist jedoch in Westdeutschland, anders als in der ehemaligen DDR, völlig unbekannt. Ein Titel dürfte jedoch vielen, vor allem älteren Semestern, noch recht gut bekannt sein, und zwar die vierteilige Verfilmung von Jack Londons "Der Seewolf" mit Raimund Harmstorf ("Sie nannten ihn Mücke") in seiner wohl bekanntesten Rolle als titelgebender Seewolf Wolf Larsen. Diesen Erfolg konnte er aber nicht mehr wiederholen und von seinen zahlreichen in der IMDB aufgeführten Filmen aus den 80er und 90er Jahren hat es offensichtlich keiner mehr in die BRD geschafft, geschweige denn als Eintrag in die OFDB. Mit "Cry of Redemption" schafft es nun einer seiner neueren Titel erstmals nach Deutschland. Drehbuchautor Jeffrey Pohn war zur Drehzeit 1996 ein völlig unbeschriebenes Blatt.

"Cry of Redemption" ist ein Vertreter der eigentlich längst ausgestorbenen Gattung "Kriegsabenteuer" und erinnert inhaltlich eher an typische Videothekenware des B-Sektors aus den ausgehenden 80er- oder einsetzenden 90er-Jahren. Der interessante und vielversprechende Hintergrund der rumänischen Revolution von 1989 dient lediglich als Aufhänger für einen mißlungenen Actionfilm mit Buddy-Komponente. Trotz der Nutzung einiger Militärfahrzeuge, die Dreharbeiten wurden vom rumänischen Verteidigungsministerium unterstützt, sowie eingestreuten Dokumentaraufnahmen, entsteht beim Zuschauer niemals der Eindruck, sich mitten innerhalb eines Bürgerkrieges zu befinden. Das liegt vor allem an der handwerklich miserablen Action, die eigentlich der Schwerpunkt des Films sein sollte. Im Grunde bekommt man fast ausschließlich 08/15-Schießereien zu sehen, die sich dadurch auszeichnen, dass es immer wieder lediglich Mündungsfeuer zu sehen gibt, worauf dann die Protagonisten, ohne auch nur Anzeichen eines Treffers aufzuweisen, einfach unmotiviert zu Boden stürzen, was sich dann tatsächlich Actionszene schimpft. Zwischendurch gibt es auch noch 2-3 explodierende, osteuropäische Uraltautos der Kategorie billig, aber trotzdem schlecht. Die beiden US-Agenten lavieren sich in der Zwischenzeit mehr schlecht als recht als angebliche Journalisten von einem Spielort zum nächsten und geraten dabei stets in Schusswechsel oder Auseinandersetzungen, wobei man die meiste Zeit eigentlich nicht klar ist, wer eigentlich zu welcher Seite gehört, und inwiefern das eigentlich für den Film von Bedeutung ist.

Die beiden Hauptdarsteller, Darby Hinton ("Harte Fäuste - Naked Fist") und Brian McNamara ("Die Galaxis der Gesetzlosen"), sind dabei selbst für eine solche B-Produktion absolut unterirdisch. Es entsteht sogar der Eindruck, beide würden an einem Wettbewerb teilnehmen und versuchen sich gegenseitig zu unterbieten. Das Drehbuch kann einfach nur als wirr beschrieben werden. Der Film beginnt mit einer Tour de Force quer durch Rumänien, als die beiden Agenten dann endlich den General treffen, ist er allerdings überhaupt nicht kooperativ. Im weiteren entwickelt sich eine vollkommen mißlungene Buddy-Movie-Hommage, in die auch der General eingebaut wird, bis diese müden Kalauer erneut in der Schublade verschwinden und Morgan plötzlich aus heiterem Himmel beschließt, man müsse Ceauşescu retten. Zwischendurch werden die Tränendrüsen mit ein paar armen Waisenkinder bedient und auch der abgedroschene Topos der unkorrumpierbaren Männerfreundschaft darf nicht fehlen. Der Sinn und die Ordnung gehen in den hektischen, beliebig wirkenden Szenenfolgen zwar verloren, trotzdem verläuft aber alles vorhersehbar in bekannt abgedroschenen Bahnen. Der größte Teil des Films entpuppt sich schließlich auch als simple Hatz verschiedener Parteien auf die Juwelen.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist äußerst bescheiden ausgefallen. Es gibt viele Verschmutzungen und Beschädigungen, die Farben sind ausgewaschen, die Schärfe ist nicht gut und zudem macht sich die Kompression dauerhaft störend bemerkbar. Auf starkes Bildrauschen muß man ebenfalls nicht verzichten. Die Tonspur ist zwar gut verständlich, die Synchronisation des Films ist aber leider extrem peinlich. Mangels weiterer Tonspuren hat man jedoch keine Wahl , sondern lediglich die Qual.

Es gibt keinerlei Extras.

Fazit:
"Cry of Redemption" beinhaltet sehr schwache Actionsequenzen, ein wirres, aber dennoch lineares Drehbuch, unkomische Buddyeinlagen und miese Schauspieler, zudem stören viele untertitelte Passagen den Filmfluss. Die Präsentation des schwachen Films ist zudem auch noch absolut lieblos. Das beginnt bereits im Hauptmenü mit dem nicht korrekt geschriebenen Filmtitel und setzt sich mit falschen Darstellerangaben auf der Rückseite der DVD, komplett fehlenden Extras, mieser Bildqualität und einer teilweise unerträglichen, deutschen Synchronisation weiter fort.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
89:47 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
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Cry of Redemption - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Cry of Redemption
Punctul zero

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Schwacher Actionfilm, absolut lieblos präsentiert


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Rumänien, 1996
Regie:
Sergiu Nicolaescu
Drehbuch:
Jeffrey Pohn
Darsteller:
Darby Hinton, Kathleen Kinmont, Brian McNamara, Virgil Andriescu, Vasile Albinet

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
16.08.2007